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"Auf die Freundschaft!" - dbbj nrw in Russland
20.09.2007  

Vertreter der dbbj nrw (vorne) zu Besuch in Russland
Unter der Leitung von Oliver Kröppel (stellv. Vorsitzender) reiste eine 6-köpfige Delegation der dbb jugend nrw vom 7.-16. September zum Fachkräfteaustausch nach Russland. Dort erwartete die Gruppe ein umfassendes Kultur- und Fachprogramm, jede Menge Gastfreund­lichkeit und Temperaturen um die 20 Grad aufwärts.

Nach dem Besuch einer Gruppe vom russischen Jugendverband in 2006 reisten die Vertreter aus NRW nun zum Gegenbesuch nach Moskau und in das Gebiet um Rostow am Don. Bei den vielen Gesprächen, Hospitationen und Besuchen stand das Thema präventive Jugendarbeit im Vordergrund. Hierzu gab es unter anderem Termine in Schulen, Akademien, AIDS-Centern sowie mit politischen Vertretern der örtlichen Kinder- und Jugendhilfe.
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Teilnehmerbericht
Die russischen Fachkräfte zeigten sich sehr interessiert am Austausch von Erfahrungen und Methoden. So ergab sich beispielsweise im Rostower Zentrum für Jugendstrafrecht eine anregende Diskussion über Maßnahmen außergerichtlicher Konfliktschlichtung wie Mediation und Täter-Opfer-Ausgleich. Diese Methoden werden hierzulande bereits seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert und sind in der Strafprozessordnung geregelt. In Russland hingegen steckt außergerichtliche Konfliktschlichtung noch in den Kinderschuhen. Im Parlament wird seit drei Jahren hierüber diskutiert. Außer einem Modellprojekt ist bisher allerdings noch nicht viel umgesetzt worden. Entsprechend groß war das Interesse am Erfahrungsaustausch.


Delegationsleiter Oliver Kröppel (r.) mit dem örtlichen Vertreter des russischen Jugendverbandes
Auch der Kampf gegen AIDS wird in Russland bislang nur mit angezogener Handbremse geführt. Und das obwohl dort laut dem neuen AIDS-Bericht der Vereinten Nationen die "größte AIDS-Epidemie in Europa" lodert. Die russische Gesellschaft scheint sich noch nicht darüber im Klaren zu sein, dass es sich um eine Epidemie katastrophalen Ausmaßes handelt. Noch immer wird AIDS als Tabuthema betrachtet. Aufklärung und Hilfe für Betroffene gibt es bisher wenig bis keine. Auch hier versuchten die Vertreter der dbb jugend nrw über die Erfahrungen und Erkenntnisse aus Deutschland mit ihren russischen Gesprächspartnern ins Gespräch zu kommen.

Neben einem fachlichen Diskurs geht es der dbb jugend nrw bei ihren internationalen Programmen auch immer um einen gesellschaftlichen und kulturellen Austausch. Dies gelang diesmal auch deshalb so gut, weil die Vertreter aus NRW überall mit einer Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit empfangen wurde, die ihresgleichen sucht. Beim abendlichen Miteinander reduzierten sich die Verständigungsprobleme auf ein Minimum und "Druschba!" (zu deutsch "Freundschaft!") wurde zum geflügelten Wort.