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Nach dem Sex das Virus abduschen?
06.10.2008  
Weiter ansteigend: HIV-Neuansteckungen

Jeden Tag stecken sich rund 7.500 Menschen neu mit dem AIDS-Erreger HIV an. Weltweit sind bereits rund 33 Millionen Menschen infiziert, berichtet das AIDS-Programm UNAIDS der Vereinten Nationen. Rund 500 Menschen sterben nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes jährlich in Deutschland an den Folgen der Immunschwäche.

Trotz dieser Tatsachen wird AIDS von immer weniger Menschen als ernsthafte Bedrohung wahr genommen. Die dbb jugend nrw hat setzt sich darum mit dem Thema AIDS auseinander. "Wir wollen helfen aufzuklären und zu sensibilisieren“, erklärt die Vorsitzende des Jugenddachverbandes, Anja Arntzen.

Beinahe jeder zehnte Deutsche meint, er könne sich nach dem Sex das Virus einfach wegduschen, ergab eine Umfrage des Männer-Lifestylemagazins "Men’s Health“. Zwölf Prozent sind sich nach dieser Umfrage sicher, dass Gleitgel die Gefahr absorbiert. Bis Ende 2006 waren in Deutschland circa 32.500 Menschen an AIDS erkrankt, etwa 26.000 von ihnen sind inzwischen verstorben. AIDS ist auch heute eine tödliche Krankheit. Medikamente helfen zwar, das Leben zu verlängern - Heilung gibt es aber nicht.
(c) by University of Illinois at Chicago
Der AIDS-Erreger (grüne Punkte) nutzt zelleigene Mechanismen, um ins Innere der Zelle zu gelangen
(c) by University of Illinois at Chicago
Es gibt nur eine Lebenssituation, in der man AIDS nicht als eigenes Gesundheits-Problem ernst nehmen muss. Dann nämlich, wenn man wirklich kein Infektionsrisiko eingeht, also z.B. überhaupt nie sexuell aktiv ist mit anderen, möglicherweise HIV-infizierten Menschen. Die Kunde über medizinische Erfolge im Kampf gegen AIDS - vor allem neue HIV-Medikamente - hat vor allem hierzu­lande dazu geführt, dass sich bei vielen der völlig falsche Eindruck verfestigt, AIDS sei mittlerweile heilbar.

Nach Mitteilung des Robert-Koch-Instituts steigt in Deutschland in den letzten Jahren die Zahl der Neu­infektionen an. Betroffen sind vor allem Heterosexuelle, die sich nicht zu den bekannten Randgruppen zählen und sich darum auch nicht als gefährdet erkennen.

AIDS ist eine große Herausforderung, die alle angeht. Deshalb sollte jeder die eigenen Möglichkeiten nutzen, sich zu informieren, mit anderen darüber zu sprechen, sich und die Partner vor HIV zu schützen und nicht zuletzt Betroffene und besonders Gefährdete mit praktischer Hilfe wie zum Beispiel Geldspenden für AIDS-Hilfsorganisationen zu unterstützen. Dazu gehört auch, Diskriminierung und Stigmatisierung aktiv entgegen zu treten.