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Kann ich mich auf der Toilette mit HIV infizieren?
16.10.2008  
Eine Ansteckung mit dem HI-Virus ist überall möglich. Egal ob zu Hause, im Urlaub, auf dem Land oder in der Stadt. Dennoch ist natürlich das Risiko, sich in einer Party-Hochburg zu infizieren, statistisch gesehen höher, als bei einem Urlaub auf dem Bauernhof. Das liegt daran, dass dort, wo viele Menschen in Feierlaune zusammenkommen, auch die Wahrscheinlichkeit von neuen Bekanntschaften und One-Night-Stands höher ist. Durch Alkohol oder Drogenkonsum gehen viele ungezügelter mit Sex um.

Düsseldorf gehört zu den sechs besonders stark durch HIV und AIDS betroffenen deutschen Großstädten. Rund 50% aller Menschen mit HIV und AIDS in Deutschland leben nach Information der AIDS-Hilfe Düsseldorf in Berlin, Düsseldorf Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und München.

Eine Ansteckung mit HIV ist möglich, wenn es in die Blutbahn oder auf die Schleimhäute gelangt. Es kann über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch übertragen werden. Diese Flüssigkeiten können das Virus in hoher Konzentration enthalten.
(c) by neo.n, photocase.de
Mit Kondom gibt es HIV nicht als Party-Souvenir
(c) by neo.n, photocase.de
Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen. Eine Ansteckungsgefahr besteht jedoch auch bei Menschen, die sich Drogen spritzen, da sich das Virus auch in Blutresten mehrere Tage halten kann. Ein geringes Risiko besteht auch bei Bluttransfusionen, jedoch werden in Deutschland alle Blutspenden in Routineverfahren auf HIV-Antikörper untersucht. HIV-positive Frauen können ihre Kinder während der Schwangerschaft, während der Geburt oder beim Stillen durch die Muttermilch anstecken. Das Risiko auf eine Übertragung kann aber unter optimalen Bedingungen von etwa 20-40 Prozent auf unter 2 Prozent gesenkt werden. Einerseits durch einen Kaiserschnitt noch vor dem Einsetzen der Wehen, durch gezielte Einnahme von Medikamenten gegen HIV in den letzten Wochen der Schwangerschaft vor allem wenn die Mutter darauf verzichtet, ihr Baby zu stillen.
Trotzdem gehört HIV zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern, da das Virus sehr empfindlich ist und außerhalb des menschlichen Körpers nicht überleben kann. Eine Ausnahme bilden aber Blutreste, wie oben bereits erwähnt. Deshalb reichen übliche Hygienemaßnahmen im Haushalt oder in Krankenhäusern aus, um das Virus im Alltag unschädlich zu machen. In Urin, Kot, Speichel, Schweiß und Tränenflüssigkeit wurden zwar auch schon sehr geringe Mengen an HIV nachgewiesen, allerdings zu wenig, um für eine Ansteckung eine Gefahr darzustellen.

Deshalb braucht man keine Angst zu haben, sich z.B. bei einem Händedruck oder einer Umarmung anzustecken. Auch ein Anhusten oder Anniesen sowie die Benutzung von Toiletten, Bädern oder Saunen sind ungefährlich. Sogar beim Küssen kann HIV nicht übertragen werden, solange sich im Mund keine Wunden befinden. Ein Zusammenarbeiten oder Zusammenwohnen mit HIV-Infizierten oder an AIDS erkrankten Menschen stellt also in der Regel kein Risiko dar.