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Junge Gewerkschaftler auf Bildungsreise in China
10.05.2011  
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Nach Nanning und Peking im Reich der Mitte führte es eine 8-köpfige Delegation der dbb jugend nrw vom 29. April bis zum 8. Mai. Neben Land und Leuten ging es den jungen Gewerkschaftlern vor allem um die Auseinandersetzung mit dem Thema "Jugend­arbeits­losig­keit".

Sabrina Deiter (3.v.r.) leitete die Delegationsreise
der dbb jugend nrw nach China
Von Nanning hatte vorher noch niemand der Teilnehmer etwas gehört und auch in China war noch keiner der jungen Gewerkschaftler gewesen, die sich für die 10-tägige Reise der dbb jugend nrw ins Reich der Mitte angemeldet hatten. Doch sie waren neugierig darauf, die chinesische Kultur und das Leben in China mal hautnah kennen zu lernen und mehr darüber zu erfahren, wie es dort um das Thema "Jugend­arbeits­losig­keit" steht. Und sie sollten nicht enttäuscht werden: der Aufenthalt in China führte die Gruppe, die von Sabrina Deiter (Vorstandsmitglied der dbb jugend nrw) geleitet wurde, zunächst in die chinesische Hauptstadt. Dort hatte der chinesische Partner der dbb jugend nrw, der Chinesische Verband für Völkerverständigung, ein Programm zusammengestellt, das keine kulturellen Höhepunkte ausließ: die Große Mauer konnte die Gruppe ebenso erkunden wie die Verbotene Stadt und den Himmelstempel.
Kulinarisch bot China große Abenteuer. Auch wenn das Essen mit Stäbchen gewöhnungsbedürftig war und manche Speisen doch sehr exotisch anmuteten, gab es auch hier viel Spannendes und Wohlschmeckendes zu entdecken. Doch die acht jungen Gewerkschaftler kamen nicht nur als Touristen nach China, sondern wollten sich allesamt auch intensiv mit dem Thema „Jugendarbeitslosigkeit“ auseinandersetzen. Nach den ersten Eingewöhnungstagen in Peking reiste die Gruppe deshalb ins rund 2.500 km entfernte Nanning in den Süden des Landes. In der Hauptstadt der Provinz Guangxi nutze die Gruppe bei offiziellen Terminen die Möglichkeit, mit chinesischen Vertretern aus Politik, Weiterbildung und Schule ins Gespräch zu kommen. Mitarbeiter von Nannings Arbeits- und Sozialamt nahmen sich Zeit, die Gruppe in das Thema einzuführen. Auch mit Mitarbeitern einer Jobbörse für junge Hochschulabsolventen traf sich die Gruppe und viele Fragen wurden beantwortet.

In Peking lernte die Gruppe traditionelles
chinesisches "Hot Pot"-Essen kennen
Die heutige Generation junger Chinesen hat mit einer strukturellen Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Eine große Diskrepanz besteht zwischen dem verfügbaren Jobangebot und den Fähigkeiten und Erwartungen der jungen Generation.

Delegationsleiterin Sabrina Deiter mit dem
Direktor des Arbeitsamtes in Nanning
Der Arbeitsmarkt, der schwerpunktmäßig immer noch auf der Güterproduktion liegt, kann für die knapp 7 Millionen Absolventen, die jedes Jahr die Universitäten verlassen, nicht genügend passende Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Dazu kommen jährlich noch rund 1 Million Absolventen des jeweiligen Vorjahrs, die noch ohne Arbeit sind, sowie weitere 3 Millionen Absolventen der Vorjahre, die ebenfalls noch nach Arbeitstellen suchen. "Man kann sich vorstellen, wie groß der Konkurrenzdruck ist", erklärt Delegationsleiterin Sabrina Deiter die Situation unter Chinas Jugend. "Und viele jungen Menschen können gar nicht studieren, weil es nicht genügend Studienplätze gibt. Trotzdem steigen gerade in den Städten Mieten und Lebens­haltungskosten für alle immer mehr an. Wer da ohne gut bezahlte Arbeit ist, hat ganz schlechte Karten."
Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Nanning, Fan Li, ließ es sich nicht nehmen, die Delegations­mitglieder in einem offiziellen Meeting willkommen zu heißen. Auch mit Mitgliedern der chinesischen Delegation, die 2010 auf Einladung der dbb jugend nrw in Deutschland war, gab es ein Wiedersehen. Natürlich war die Freude groß und von asiatischer Zurückhaltung keine Spur.

Fast 75 Prozent der Einwohner Guangxis gehören nicht zu den Han-Chinesen, die die Mehrheitsbevölkerung in ganz China stellen, sondern zu einer von 12 nationalen Minderheiten. Auch hierüber erfuhren die Delegations­mitglieder eine ganze Menge und bekamen viele traditionelle Rituale hautnah vorgeführt. Mit teilweise unerwarteten Folgen, denn einer der Teilnehmer wurde während eines offiziellen Banketts mal schnell traditionsgemäß mit einer Chinesin seiner Wahl verheiratet.

So kann's gehen in China:
einmal nicht aufgepasst und schon verheiratet
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Wer mit der dbb jugend nrw unterwegs ist, hat nachher immer was zu erzählen - und manchmal auch einiges zu erklären...