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Drogen- und Suchtbericht 2012 erschienen
06.06.2012  
9,5 Millionen Deutsche konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Menge. Etwa 1,3 Millionen gelten als alkoholabhängig. Noch größere Probleme hat man damit in Russland. Mit Blick auf eine russische Delegation, die in diesem Jahr in NRW sein wird und sich mit dem Thema Sucht beschäftigt, hat sich die dbb jugend nrw den aktuellen Suchtbericht genauer angeschaut.
Zehn Liter reiner Alkohol rinnen jährlich im Durchschnitt durch jede deutsche Kehle. Bei den Russen sind es sogar 16 Liter pro Kopf und Jahr, verrät die Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Fast jeder zweite Todesfall geht dort auf Alkohol zurück. Alkoholismus ist in Russland damit die häufigste Todesursache vor allen anderen Erkrankungen. Jedes Jahr sterben - so schätzen russische Wissenschaftler - eine halbe Million Menschen an Alkoholvergiftung oder an den Folgen des Alkoholkonsums. Oft betrinken sich schon Teenager in jungen Jahren hemmungslos mit Hochprozentigem. Ein Problem, das man auch hierzulande kennt: Komasaufen ist nach wie vor groß in Mode, auch wenn der Trend, regelmäßig Alkohol zu trinken, leicht rückläufig ist. So offenbart es der aktuelle Suchtbericht, den die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans am 22. Mai vorstellte.

Drogenbeauftragte Dyckmans bei der Vorstellung
des Drogen- und Suchtberichts 2012
Foto: (c) Drogenbeauftragte
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Vor allem bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist das Rauschtrinken immer noch weit verbreitet. 2001 wie 2011 verfielen knapp 40 Prozent der 18- bis 25-Jährigen dem Trinken bis zum Rausch. Auch Glücksspiel- und PC-Sucht nehmen zu. Jeder Vierte unter den 16- und 17-Jährigen hat im Jahr 2011 einen Geldspielautomaten genutzt. Rund 250.000 der 14- bis 24-Jährigen sind internetabhängig. Hinzu muss man auch die zählen, die als problematische Internetnutzer gelten: ihre Zahl beläuft sich auf 1,4 Millionen. Das bleibt auch bei der Politik nicht unbeachtet: In diesem Jahr will man einen Schwerpunkt auf dieses Themenfeld legen und entsprechende Hilfsangebote aufbauen.
"Das Thema Sucht berührt uns länderübergreifend", stellt Sabrina Deiter fest, die im Vorstand der dbb jugend nrw für Internationales zuständig ist und auch als Polizistin oft mit dem Thema Sucht in Berührung kommt. "Wir werden das Thema in diesem Jahr darum ganz intensiv behandeln, wenn im September eine Dele­gation russischer Gäste im Austausch nach Nordrhein-Westfalen kommt", erklärt sie weiter. Dann wird es für die russischen Gäste wie auch für die deutschen Begleiter der Delegation verschiedenste Gelegenheiten geben, sich über das Thema "Jugendliche und Drogen - Prävention und Therapie" zu informieren.

Am Rande wird es dann sicherlich auch um die erfreulichen Trends des aktuellen Suchtberichts gehen: Die 12- bis 17-Jährigen rauchen und kiffen weniger. 2011 hat der Tabakkonsum von Jugendlichen einen Tiefststand erreicht. Die Zahl der rauchenden Jugend­lichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ist 2011 auf unter 12 Prozent gesunken.

Jugendliche rauchen und kiffen weniger, doch Komasaufen, Glücksspiel und PC-Sucht
werden immer mehr zum Problem
Auch beim Cannabiskonsum geht der Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener, die mindestens einmal im Leben Cannabis probiert haben, ebenfalls weiter zurück. Er fiel von 15,1 Prozent im Jahr 2004 auf 6,7 Prozent im Jahr 2011. Wünschenswert wäre, dass sich dieser Trend auch beim Alkoholkonsum junger Menschen irgendwann wiederfinden lässt.