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Straßburg: Großes Fest, große Feier - Moi aussi!
03.07.2012 [Teilnehmerbericht von Sabrina Koch & Barbara Welling]
Zehn Personen machten sich am 21.06.12 auf den Weg nach Straßburg, um dort mehr über das Weltkulturerbe zu erfahren. Was die Gruppe während der dreitägigen Bildungsreise der dbb jugend nrw alles gesehen, erfahren und gelernt hat, berichten die Teilnehmerinnen Sabrina Koch und Barbara Welling:

An einem frühen Donnerstagmorgen ging es für zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine Reise der besonderen Art. „Straßburg – Entdecke das Weltkulturerbe“ – da hat der Veranstaltungskalender der dbb jugend nrw mal wieder nicht zu wenig versprochen. Doch noch nicht einmal in Straßburg angekommen machen wir unsere erste Erfahrung mit der Deutschen Bahn. Es hieß Endstation Offenburg – da unser ICE Verspätung hatte, wurden wir mit Taxen nach Straßburg gefahren, getreu dem Motto: „Thank you for travelling with Deutsche Bahn!“ Schade, dass wir nicht nach Paris unterwegs waren, da wäre uns ein passendes Liedchen im Taxi eingefallen.
Gut, aber mit etwas Verspätung in Straßburg angekommen, stand am Nachmittag bereits Politik auf der Agenda. Zahlreiche europäische Institutionen haben ihren Sitz in Straßburg; teilweise aus Symbolcharakter, teilweise wegen der Zentralität in Europa. Unseren ersten Einblick von der politischen Arbeit erhielten wir beim Europäischen Parlament. Bei einer Führung haben wir zum einen Einblicke in das imposante Bauwerk erhalten, in dem das Parlament „zu Hause“ ist, zum anderen lernten wir mehr über Arbeit und Zielsetzung des Parlaments sowie der Zusammensetzung der Fraktionen im Parlament. Fragen wie „Was ist das Europäische Parlament?“, „Welche Befugnisse hat es?“, „Wie wird es gewählt?“ oder „Welche Bedeutung haben seine Entscheidungen auf unser tägliches Leben?“ bekamen wir beantwortet. Auch die Bedeutung und Herkunft der Europaflagge ist keinem der Teilnehmer mehr unbekannt.

So schnell wie ein Känguru kam die Gruppe auf ihrer Hin- und Rückfahrt mit dem Zug leider nicht vorwärts
In den nächsten Tagen bekamen wir bei einer Schifffahrt auf der Ill und einer Stadtführung viele Eindrücke von dieser wundervollen Stadt. Wir sahen die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und schnell wurde klar: Straßburg ist eine Stadt, die sich im Lauf der Zeit im stetigen Wandel befunden hat. Wahrzeichen der Stadt ist der romanische und gotische Straßburger Münster, der, wie wir jetzt wissen, eigentlich aus zwei Kirchtürmen besteht. Als besonderes Highlight beherbergt der Münster eine astronomische Uhr, die in ihrer Funktion und Präzision einmalig in der Welt sein dürfte. Außerdem wurde uns Teilnehmern klar, warum es in Straßburg ein deutsches Viertel gab und wieso der ehemalige Kaiserpalast auch „Elefantenhaus“ genannt wird.

Während unserer Stadtführung erfuhren wir außerdem mehr zu Jean-Baptiste Kléber. Er war seinerzeit bedeutender französischer General der Revolutionsarmeen. Sein Denkmal haben wir auf dem Kléberplatz sehen können und auch den Weg zu seiner Ruhestätte. Ein leichter Weg war es für ihn nicht. Ermordet in Ägypten wurden seine überführten Überreste erst in Marseille vergessen, dann in Straßburg bei einer großen Feier entgegen genommen. Später im Lauf der Zeit wollte man ihn in Paris beisetzen, er wurde also wieder überführt und erneut mit großem Fest und großer Feier empfangen und nach vielen großen Festen und großen Feiern fand er irgendwann seine ewige Ruhe erst in einer Gruft unterhalb seines Denkmals und inzwischen auf einem Straßburger Friedhof. Ohne großem Fest und großer Feier.

Die Teilnehmer der Exkursion besuchten unter anderem das Europäische Parlament und den Europarat in Straßburg
Neben diesen Eindrücken stand auch noch einmal Politik auf dem Programm der Reise. Wir besuchten den Europarat und erhielten bei einem Vortrag viele Informationen. Besonders interessant für die Kommunalbediensteten unter uns waren die Erläu­terungen zu den Aufgaben und der Arbeitsweise des Kongresses der Regionen und Gemeinden, auch wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sicherlich das bekannteste Organ des Rates ist.

In unseren Pausen gingen wir immer wieder den kulinarischen Verlockungen der Stadt nach. Neben der ein oder anderen süßen wie herzhaften Köstlichkeit durfte natürlich auch der typisch elsässische Flammkuchen nicht fehlen. Da es bei einigen von uns nicht immer so leicht war mit der Verständigung, war der Ausruf „Moi aussi!“ bei der Essensbestellung schnell gelernt. Was gibt es denn praktischeres, als dass jemand das gleiche Gericht oder Getränk bestellt wie man selbst.
Natürlich haben wir auch in Frankreich nicht vergessen, dass gerade EM ist. Also war auch Fußball angesagt: Daumen drücken und mitfiebern für unsere Elf. Das musste natürlich sein und wie ihr alle gemerkt habt, hat es geholfen. Dank uns das Viertelfinalspiel 4:2 gewonnen!
Auf der Rückfahrt hatten wir dann die zweite Erfahrung mit der Deutschen Bahn und dank eines umgefallenen Baumes mal wieder Verspätung. Dennoch sind wir alle – die einen noch am gleichen Abend, die anderen erst am nächsten Tag – wieder wohlbehalten in der Heimat angekommen.

Vielen Dank liebes dbbjnrw-Team für die tolle Planung und Durchführung der Städtefahrt und allen anderen Teilnehmern für den Spaß, den wir mit Euch hatten!

Typisch elsässische Köstlichkeiten und natürlich auch das EM-Spiel waren ein Muss für die Teilnehmer der Straßburg-Fahrt