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Was sich die dbb jugend nrw zukünftig auf die Fahne schreibt
18.04.2013  
LJT-Special
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Sollen Polizisten im Einsatz durch Namen kenntlich gemacht werden? Wie kann die Rente für die Jugend gerechter werden? Was können wir dafür tun, dass Männer und Frauen für gleiche Arbeit auch gleiches Geld bekommen? Dazu haben die jungen Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes klare Meinungen, die sie auf ihrem 18. Landesjugendtag kundtaten.

Die Freude auf die Zeit nach dem Erwerbsleben hält sich bei den Mitgliedern der dbb jugend nrw in Grenzen. Zu groß ist die Angst vor der Altersarmut, auch wenn die jungen Leute von heute dann viele Jahre lang gearbeitet haben. Denn der Generationenvertrag geht nicht mehr auf. Zu viele alte Menschen belasten das Portemonnaie der jungen Generation. Nicht von ungefähr kommt da das Motto, das die dbb jugend nrw für den 18. Landesjugendtag in Neuss gewählt hat: "Generationengerechtigkeit - gerecht auch für die Jugend!?" Die jungen Gewerkschafter finden das derzeitige Modell nicht gerecht, so die einhellige Meinung nach einer intensiven Podiumsdiskussion mit Fachleuten aus Wissenschaft, Gewerkschaft und Ruheständlern.

Jano Hillnhütter vertrat bei der Podiumsdiskussion auf dem Landesjugendtag die Position der Jugend
Foto: (c) by Eduard Fiegel
Gesetzliche Rentenversicherung als Zukunftsmodell

Die dbb jugend nrw moniert, dass zu viele Menschen im Öffentlichen Dienst durch prekäre Beschäftigung, Teilzeitmodelle und Betreuungs- und Pflegezeiten gar nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung haben, um - wie es das derzeitige Rentenmodell vorsieht - neben den Pflichtabgaben in die gesetzliche Altersvorsorge auch noch privat vorzusorgen. "Uns ist die derzeit laufende Praxis zu kurz gegriffen, das Risiko für die Alters­versorgung auf die private Schiene zu verlagern", so begründet der neue Vorsitzende des gewerkschaftlichen Dachverbandes, Jano Hillnhütter, die Entscheidung, sich künftig für die Stärkung der gesetzlichen Renten­versicherung einzusetzen. Einstimmig beschlossen die Mitglieder der dbb jugend nrw neben dem Leitantrag dazu weitere Entschließungen. Ihrer Überzeugung nach sollten Überschüsse, die in der Rentenversicherung erwirtschaftet werden, lieber angespart werden, statt die Rentenbeiträge um hintere Nachkommastellen für die Arbeitnehmer zu senken.
Auf ihrer Agenda für die nächsten vier Jahre hat der Verband zudem das Thema „Gleichstellung von Mann und Frau“ gestellt: Entgeltunterschiede sollen abgebaut werden. Auch das Thema „Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ hat im Leitantrag und weiteren Entschließungen des Verbandes Niederschlag gefunden. Erste Schritte seien im Öffentlichen Dienst getan, doch sei dies durchaus noch ausbaufähig, betont Jano Hillnhütter. Heimarbeitsplätze sind lange nicht in allen Bereichen, in denen das möglich sei, realisiert. Auch Eltern-Kind-Zimmer seien bislang eher Ausnahmeerscheinungen als die Regel. Für notwendig erachtet die dbb jugend nrw, die Arbeitsplätze für junge Familien attraktiver zu gestalten, um so die Mitarbeiter in ihrer Arbeit bestmöglich zu unterstützen, die Motivation zu heben und für Neubewerber das Gesamtpaket zu erweitern. Denn durch Nullrunden, Personalabbaumaßnahmen und unsichere Übernahmen nach bestandener Ausbildung sei der Öffentliche Dienst alles andere als ein sicherer Arbeitsplatz geworden.

Wichtige Inhalte aus den Fachgewerkschaften
Heiß diskutierten die Gewerkschafter einen Antrag der Jungen Polizei, der auf eine Ablehnung der Kenn­zeichnungspflicht von Polizisten bei Großeinsätzen abzielt. Die anderen Berufsgruppen wie Mitarbeiter der ARGEn berichteten über unterschiedliche Regelungen zum Tragen von Namensschildern. In manchen Behörden wird das angeordnet, in anderen freigestellt. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) berichtet darüber, dass Zugbegleiter einen Pseudo­namen zur Identifikation tragen. In der Mehrheit aber hielten die jungen Gewerkschafter das für nicht vergleichbar mit den Gefahren und Auswirkungen von Polizeieinsätzen auf die Privatsphäre der Beamten. Sie stimmten darum mehrheitlich dafür, dass sich der Verband für die Ablehnung der Kennzeichnungspflicht stark macht.

Jannik Doktorowski erläuterte den Antrag der Jungen Polizei zum Thema "Kennzeichnungspflicht"

Rund 70 Delegierte stimmten auf dem 18. LJT der
dbb jugend nrw über diverse Anträge ab
Schallenberg übergibt Verantwortung

Diese und andere Ideen will die dbb jugend nrw in den nächsten Jahren dazu nutzen, Politik mitzugestalten und damit dem Anliegen, das auch NRWs Familien­ministerin Ute Schäfer beim Auftakt der Veranstaltung vortrug, nachzukommen. "Durch Gespräche, die wir mit der Politik, vielen Landtagsabgeordneten und Ministern geführt haben, haben wir viel erreicht", so resümierte der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Vorsitzende der dbb jugend nrw, Markus Schallenberg. "Ihr habt uns aktionsfähig gemacht, bei Protestveranstaltungen und Mahnwachen zu Themen wie Übernahme von Auszubildenden oder demografischer Wandel. Dadurch konnten wir in Radio, Fernsehen und Zeitungen oft auf uns aufmerksam machen." Mit diesen Worten beschrieb Schallenberg seine Zufriedenheit über die gemeinsame, intensive gewerkschaftliche Arbeit des Verbandes. "Viele Aktionen waren nur möglich durch euch", dankt er den Mitgliedern und verabschiedet sie mit einem "Glück auf".
Nun wird es Aufgabe der neuen Landesjugendleitung mit dem Vorsitzenden Jano Hillnhütter, seinen Stellvertreterinnen Sabrina Hauck und Sabrina Deiter sowie den beiden Beisitzern André Esser und Jens Megier sein, neue Inhalte anzufassen und mit Nachdruck nach vorne zu bringen, um die Situation junger Beschäftigter im Öffentlichen Dienst zu verbessern.