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Jugendkongress: Das müsste die Politik für Ehrenamtler tun
31.01.2014  
Mit einem Jugendkongress wollte sich die Politik in NRW offen für junge Menschen zeigen und tat es auch. Die dbb jugend nrw ist der Einladung der Landtagspräsidentin Carina Gödecke über den Landesjugendring NRW gefolgt und hat vier Positionen in die politische Diskussion gegeben. Hier lest ihr, welche das sind und was nun passieren soll.

Wenn junge Menschen etwas zu sagen haben, hört die Politik zu wenig hin, findet der Landesjugendring und initiierte aus diesem Grund einen ersten Jugendkongress, der in der vergangenen Woche im Düsseldorfer Landtag stattfand. Familienministerin Ute Schäfer sah sich da ebenso in der Pflicht, wie die einladende Landtagspräsidentin Carina Gödecke und zahlreiche Abgeordnete der verschiedensten Fraktionen. "Sie alle waren bei der Eröffnung im Plenarsaal dabei und standen zum Teil auch bei der späteren Diskussion in den verschiedenen Workshops zur Verfügung", berichtet Matthäus Fandrejewski, der für die dbb jugend nrw Positionen ins politische Gespräch einbrachte.

"Umdenken - Jungdenken" hieß die jugendpolitische Initiative des Landesjugendrings, in dessen Rahmen der Jugend­kongress durchgeführt wurde. In sechs Workshops brachten rund 200 junge Leute aus verschiedensten Jugendverbänden ihr Input ein. Um Politik und Teilhabe ging es da, um Umwelt, Wirtschaft, Bildung und Freizeit, aber auch um offene Anliegen, die sich keiner der anderen Diskussionsrunden zuordnen ließen.
Zu viel Ehrenamt für so wenig Sonderurlaub

"Im Workshop 'Politik und Teilhabe' ging es der Politik zunächst einmal darum, zu erfahren, wie Jugend­ver­bände eigentlich arbeiten und welche Rahmen­bedingungen sich daraus ergeben", sagt Matthäus Fandrejewski. Dabei stolpert jeder Ehrenamtler immer wieder über das Problem Sonderurlaub. "Es ist für viele zu wenig", weiß der 24-Jährige aus Lippe aus eigener Erfahrung. Mit acht Tagen, die man beantragen kann, kommt man meist nicht sehr weit. "Ich muss für mein Engagement für gewerkschaftliche Arbeit und meine Aufgabe bei der CESI-Youth eigentlich meinen kompletten Jahresurlaub drauflegen, wollte ich alle nötigen Termine auch wirklich wahrnehmen", so der junge Gewerkschafter. Daraus ergibt sich die erste Forderung, die Matthäus für die dbb jugend nrw formulierte: Ausweitung des Sonderurlaubs auf zehn Tage.

Fandrejewski im Gespräch mit Familienministerin Ute Schäfer, Landtagspräsidentin Carina Gödecke und Landesjugendring-Vorsitzende Sarah Primus (v.r.)
Der Öffentliche Dienst sollte in dieser Sache eine Vorreiterrolle spielen. Daran knüpft eine weitere Position an: Die Übernahme aller Auszubildender, um der demografischen Situation in den Verwaltungen, Kommunal- und Landes­betrieben entgegenzuwirken.

Sonderurlaub für Seminare - nicht immer möglich

Auch mit dem Landtagsabgeordneten Walter Kern kam Matthäus Fandrejewski ins Gespräch
Ebenfalls an das Thema Sonderurlaub knüpft die Anerkennung von Trägerschaften an. "Wenn ich ein Seminar bei der dbb jugend (Bund) machen möchte, kann ich das nicht, weil sie in NRW als Träger nicht anerkannt ist." Aus diesem Grund brachte er in die Diskussion ein, Trägerschaften bundesweit und nicht länderbezogen anzuerkennen.

Auch sei die Altersbeschränkung, die der Kinder- und Jugendhilfeplan mit 27 Jahren vorgebe, unglücklich, leitet Matthäus aus der Betroffenheit vieler gewerk­schaft­lich arbeitender junger Menschen ab. "Oft sind junge Menschen im Öffentlichen Dienst nach Abitur und Studium 28 bis 29 Jahre alt. Man weiß dann oft gerade erst, wie die Gewerkschaftsarbeit funktioniert", be­mängelt er. Dann aber müsse man eigentlich schon gehen. Damit sich das ändert und die gewerkschaftlich organisierten jungen Menschen im Öffentlichen Dienst langfristiger denken können, forderte er eine Veränderung der Altersgrenze im Jugendhilfeplan auf 30 Jahre.
Offene Türen rannte Matthäus mit diesen vier Positionen beim Landtagsabgeordneten Walter Kern (CDU) ein. Dieser hielt sie für durchaus nachvollziehbar und sagte zu, sie in seine Fraktion einzubringen und dort zu diskutieren. Bei einem neuerlichen Treffen im Herbst will Ministerpräsidentin Hannelore Kraft vorstellen, was aus den Anregungen der Jugend geworden ist.