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Equal Pay Day: Großer Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern
21.03.2014  
Nach wie vor beträgt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern 22 Prozent. Mit dem heutigen Equal Pay Day soll auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam gemacht und für mehr Lohngerechtigkeit gekämpft werden.

Noch immer herrscht große Ungleichheit zwischen den Gehältern von Frauen und Männern. So verdienen Männer insgesamt 22 Prozent mehr als ihre weiblichen Kolleginnen, das ergaben Berechnungen des Statistischen Bundes­amtes. Für den Bruttostundenlohn heißt das konkret: Männer verdienen 19,84 Euro die Stunde, Frauen hingegen gehen mit einem Stundenlohn von nur 15,56 Euro nach Hause. Im Öffentlichen Dienst liegt der Lohnunterschied bei 8 Prozent.

Auch bei der dbb jugend nrw werden heute rote Handtaschen durch die Gegend getragen, um auf
den Equal Pay Day aufmerksam zu machen
Die Ursachen hierfür sind vielfältig. So sind Kinder­erziehungs- oder Pflegezeiten und Diskriminierungen bei Beförderungen und Lohnverhandlungen für die große Lohnspanne verantwortlich. Als besonders nega­tiver Einflussfaktor auf das Entgelt von Frauen werden die sog. Minijobs angesehen: Diese sind zum einen für viele Frauen aufgrund des Ehegattensplittings und der eingesparten Steuern sowie Sozialabgaben ein attraktives Berufsmodell, zum anderen werden viele Stellen nur als Teilzeit- oder Minijobmodell angeboten. Eine Rückkehr in die Vollzeitbeschäftigung bleibt vielen Frauen verwehrt. Dadurch verzögern sich die Karriere­aufstiege und damit die weitere Entgeltentwicklung. Hierzu die stellvertretende Landesjugendleiterin der dbb jugend nrw, Sabrina Deiter: "Um den Berufseinstieg nach Auszeiten wieder attraktiver zu gestalten, bedarf es dringender struktureller Veränderungen. Verbesserte Kinder­betreuungs­angebote und das Rückkehrrecht zur Vollzeitbeschäftigung sind notwendig, damit Frauen in ihrer Karriere und bei ihrem Gehalt nicht weiter von den männlichen Kollegen abgehängt werden."
In Berlin findet am Brandenburger Tor heute eine Kundgebung statt, eine von vielen bundesweiten Aktionen, um auf die Lohndiskriminierung aufmerksam zu machen. Vielerorts werden Frauen mit roten Taschen zu sehen sein: Die rote Tasche symbolisiert, dass Frauen nach wie vor rote Zahlen schreiben, wenn es um den Lohn geht.

Der Equal Pay Day wurde 2007 ins Leben gerufen und berechnet sich danach, wie viel Frauen in einem Folgejahr theoretisch länger arbeiten müssten, um auf das gleiche durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu kommen. Das Bundesfrauennetzwerk "Business und Professional Women-Germany e.V. (BPW Germany)" hat den Equal Pay Day in Deutschland etabliert und wird unter anderem vom Bundesfamilienministerium gefördert.