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Ehri-Anwärter: Remscheid mobilisiert DKMS-Spender
19.11.2014  
Am letzten November-Wochenende ist es soweit - dann wird die dbb jugend nrw zum ersten Mal eine Kreis­jugend­gruppe für ihre herausragende ehrenamtliche Arbeit auszeichnen. Schon jetzt haben sich mehrere Jugend­gruppen mit besonderen Aktionen beworben. Eine davon ist in Remscheid gestartet. Hier erzählt Jugendleiterin Carina Heinzel, was durch viel Netzwerkarbeit in Remscheid möglich wurde.

In vielen Städten hängen Plakate der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Sie werben eindringlich darum, sich typisieren zu lassen, um Menschen zu helfen, die sonst sterben müssten. Denn alle 16 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Diagnose Leukämie. Darunter sind viele Kinder und Jugendliche. Doch im Stress des Alltags sind die Bilder, die hilfesuchende Menschen zeigen oder Spender, die ihren Ausweis in die Kamera halten, schnell wieder verblasst. "Man hört öfter von Typisierungsaktionen und macht trotzdem selber nichts", musste auch Carina Heinzel, Vorsitzende der KJG Remscheid, selbstkritisch feststellen.

Werbung bei Kollegen und auf der Straße

Leichter lassen sich Menschen mobilisieren, wenn es um eine Hilfsaktion in einem konkreten Fall geht. Dennoch zeigten sich die Mitglieder der Kreisjugendgruppe in Remscheid zuversichtlich, Positives zu bewirken, indem sie Kollegen aus ihren Behörden und den verschiedenen Fachgewerkschaften vor Ort ebenso wie Menschen auf der Straße über die Möglichkeiten informieren würden, Knochenmarkspender zu werden. Wochen und Monate haben sie geplant und vorbereitet und können am Ende sagen: "Es hat sich gelohnt."

Hilfreich zur Seite stand der KJG der Jugendrat der Stadt. "Dadurch, dass viele von uns bei der Kommune arbeiten, haben wir Kontakt zu den Mitgliedern des Jugendrats bekommen. Als wir überlegt haben, was wir nach der Reaktivierung unserer Jugendgruppe vor ungefähr eineinhalb Jahren so alles machen wollen, haben wir auch mit den Jugendlichen gesprochen", so die Kreisjugendleiterin aus Remscheid. Dabei sind viele Ideen geboren worden und es ist ein Netzwerk entstanden, das auch beim Vorhaben der Gruppe hilfreich war.

"Ice-Bucket-Challenge" in Zusammenarbeit mit Jugendrat

Nachdem die Remscheider Gewerkschafter viele Unternehmen und Werbepartner angeschrieben hatten, um so Geldspenden für den guten Zweck einzuholen, ging die Netzwerkarbeit in die nächste Runde:
Für die DKMS hat die dbb-Kreisjugendgruppe Remscheid schon 1.690 Euro gesammelt
"Der Jugendrat hat uns damit unterstützt, dass er bei einer Ice-Bucket-Challenge 63 Euro zusammen­ge­sam­melt hat, die die Jugend­lichen von ihrem Taschen­geld gespendet haben", sagt Carina Heinzel. Damit konnten sie den ersten Grund­stock der Spenden­summe erhö­hen. Weiter ging es dann an zwei Samstagen auf der Geschäftsmeile der Remscheider Innen­stadt. Vorab hatten die jungen Gewerkschafter bei der DKMS und der dbb jugend nrw kleine Werbe­geschenke gesammelt, die zusammen mit Süßig­keiten als Gewinne an einem Schnurrad ausge­ge­ben werden konnten. Das Rad war beim Aktions­stand ein echter Hingucker. Jede Menge Leute kamen, um gegen einen kleinen Betrag am Gewinnrad zu drehen. "So konnten wir die Spenden­summe weiter erhöhen und ganz nebenher viele Menschen für die Sache sensibilisieren", so Carina Heinzel.
Denn was viele nicht wussten ist, wie einfach eine Typisierung mit einem Wattestäbchen zu machen ist. Unbekannt ist jedoch auch, dass eine Typisierung alleine nicht viel bringt. Denn diese in aufwändigen Laboruntersuchungen auszu­werten, kostet Geld. 50 Euro muss die DKMS pro Typisierung aufbringen.

Auch der Oberbürgermeister macht mit

Um neben "Gewebespendern" auch Geldspender zu bewegen, zogen die jungen Gewerkschafter alle Register: Über verschiedene Verteiler, zuletzt auch den des Oberbürgermeisters der Stadt, facebook, Blogs, Flyer, Plakate und Emails, machten sie auf ihre Aktion für die DKMS aufmerksam. "Es werden bestimmt rund 4000 Leute gewesen sein, die unseren Aufruf bekommen haben", resümiert die Remscheiderin. Am Ende haben sie jede Menge mit ihrem Einsatz erreicht: Unzählige Menschen sind auf das Thema aufmerksam geworden und haben jetzt vielleicht nicht mitgemacht, werden es aber in Zukunft tun, 17 neue potenzielle Stammzellenspender wurden für die DKMS gewonnen und eine stolze Summe von 1.690 Euro konnte der Spenderdatei zur finanziellen Unterstützung zur Verfügung gestellt werden.

"Das war unter anderem möglich, weil wir einige Banken und Privatleute gefunden haben, die unser Vorhaben finanziell unterstützt haben", so Carina von der Kreisjugendgruppe Remscheid weiter. Noch mindestens bis zum Jahresende kann auf das Spendenkonto (IBAN: DE34 4725 1550 0006 5455 29, BIC: WELADED1HXB), das mit dem Stichwort "dbb jugend remscheid" geführt wird, weiter bei der DKMS eingezahlt werden. Was nach der Aktion bleiben wird, ist der Stolz darauf, dass bereits zehn Leute Großes bewirken können und durch ihr Engagement vielleicht tatsächlich Leben retten können.