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Hilfe zu organisieren kann ganz schön schwer sein
21.11.2014  
Manchmal ist Helfen ist gar nicht so einfach. Diese Erfahrung jedenfalls machte die Kreisjugendgruppe Aachen, als ihre Mitglieder gemeinsam eine Hilfsaktion planten. Am Ende aber waren sie sehr erfolgreich. So sehr, dass sie sich nun damit um den Ehri der dbb jugend nrw bewerben.

Zugegeben: Räumen und Aussortieren ist eher eine Sache für den Frühjahrsputz. Aber unter einem anderen Blickwinkel macht Kleider aussortieren gerade jetzt Sinn. Wenn es nämlich kalt wird, dann ist Kleidung für die Menschen, die draußen leben, das einzige, was Schutz gibt und wärmt. Und das genau ging den Mitgliedern der dbb-Kreis­jugend­gruppe Aachen durch den Kopf.

Erste Kontakte schlagen fehl

"Es waren Bojan Hartmann und Sebastian Bernd, die die Idee hatten, Kleider für die psychiatrische Krankenstation des Klinikums in Aachen zu sammeln", erzählt der Vorsitzende der Kreisjugendgruppe Aachen, André Esser. Denn sie wussten, dass dort auch Obdachlose eingekleidet werden. Doch die Bemühungen verliefen im Sande. Also nahmen die Mitglieder der dbb jugend nrw Kontakt zu einem anderen Krankenhaus auf, das ebenfalls eine psychiatrische Einrichtung und auch eine Kleiderkammer betreibt. Doch dort haperte es daran, dass die Geschäftsführung, mit der alles abzustimmen galt, telefonisch nie zu erreichen war.

Die Kreisjugendgruppe ließ sich davon nicht unterkriegen und nutzte das Netzwerk, das sie durch die vielen Mitglieder aus verschiedenen Bereichen und Fachgewerkschaften hat. "Susanne Helme arbeitet im Sozialamt der Stadt und hat aufgrund dessen mit Flüchtlingen und ihren Familien zu tun, die meist nur mit dem Nötigsten hier in Deutschland ankommen", sagt André Esser.

Die Kreisjugendgruppe Aachen spendet Kleider an das Diakonische Netzwerk Wabe e.V.

Im Sozialamt bekommen sie unter anderem eine Über­sicht über Anlaufstellen, bei denen sie sich in der Städte­region einkleiden können. Mit dabei ist auch das Diakonische Netzwerk Wabe e.V.

Kleider als Putzlappen - nein danke!

"Sie unterstützt im Sinne des bürgerschaftlichen Enga­ge­ments unter anderem Haftentlassene, Wohnungs­lose, Langzeitarbeitslose und behinderte Menschen, aber auch Flüchtlinge. Im Sozialkaufhaus der Wabe e.V. können bedürftige Menschen für einen symbo­lischen Betrag Kleidung erwerben", so der Kreis­jugend­leiter. In Anbetracht der steigenden Zahl von Flüchtlingen schien es den jungen Leuten aus dem Öffent­lichen Dienst ein wichtiges und sinnvolles Anliegen, hier zu helfen. Denn auch in Aachen hat sich wie andernorts die Zahl asylsuchender Menschen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.
Nachdem der Kontakt hergestellt war, konnten Bedürftige und Spender endlich zusammenfinden. "Denn uns war es wichtig, die Kleider, die wir abzugeben hatten, nicht einfach in irgendeinen Sammelcontainer zu werfen", beschreibt André Esser das Anliegen der Gruppe. Oft wisse man gar nicht so recht, was damit geschehe. In manchen Fällen werden die Kleider kommerziell über Second-Hand-Läden weitervertrieben, in anderen Fällen zu Putzlappen verarbeitet. Beides aber schwebte den jungen Spendern nicht vor.

Hilfe, die ankommt

Sie wollten das vergessene Paar Schuhe, die Jeans, die doch ein Fehlkauf war, und andere Kleidungsstücke nicht in ungewisse Hände geben, sondern unmittelbar Menschen damit helfen. "Also haben wir über unsere facebook-Seite einen Aufruf gestartet, dass die Leute ihre Sachen in der komba-Geschäftsstelle abgeben können und außerdem im Bekannten-, Familien- und Freundeskreis die Werbetrommel gerührt", sagt der Vorsitzende der Aachener Kreis­jugend­gruppe.

Am Ende hat es sich gelohnt: Mehrere Kartons und Kleidersäcke voll konnten die engagierten Mitglieder der Jugend­gruppe der Wabe e.V. übergeben und so vielen Bedürftigen in Aachen vor dem Winter etwas Warmes zum Anziehen bescheren. Nun will sich die KJG Aachen mit ihrer Aktion für den Ehri bewerben. Ein Preis, den die dbb jugend nrw in diesem Jahr zum ersten Mal für außerordentliches ehrenamtliches Engagement verleihen wird und so auch das gesellschaftliche Engagement der gewerkschaftlichen Jugendgruppen in den Vordergrund stellen will. Verliehen wird er Ende der nächsten Woche beim Landesjugendausschuss in Königswinter.