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Das war keine Eintagsfliege - es wird was für die Zukunft
24.11.2014  
Täglich fliegen jede Menge Lebensmittel in die Tonne, die wir nicht mehr mögen. Dabei gibt es jede Menge Bedürftige, die sich darüber freuen würden. Die Tafeln in Deutschland organisieren die Hilfe für diese Menschen. Aber auch sie brauchen Unterstützung. Die Kreisjugendgruppe Dortmund hat selbst mitangepackt. Hier lest ihr wie.

Als die Ausschreibung des Ehri der dbb jugend nrw auf den Tisch flatterte, war für die Mitglieder der Kreisjugendgruppe (KJG) in Dortmund gleich klar: Da machen wir mit. Wie tief das Projekt, das sie sich vorgenommen haben, allerdings unter die Haut gehen würde, das hätten die meisten von ihnen nicht gedacht.

Die Inspiration kam vom Landesjugendausschuss

"Es war auf dem Frühjahrs-LJA der dbb jugend nrw, als alle Teilnehmer gebeten wurden, eine Lebensmittelkonserve mitzubringen", erinnert sich Lisa Mattstedt, Beisitzerin der KJG Dortmund. Was die jungen Gewerkschafter zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten war, dass sie damit an einer Sammelaktion für Bedürftige teilnahmen, die über die lokale Tafel e.V. mit Lebensmitteln versorgt werden. Diese Aktion ist den Dortmunder Junggewerkschaftern im Kopf geblieben. "Als wir darüber nachgedacht haben, wie wir uns gesellschaftlich engagieren könnten, war erst einmal eine Grund­satz­ent­scheidung zu treffen", sagt Lisa Mattstedt. Sollten sie lieber Geld für einen guten Zweck sammeln, oder selber etwas machen, was anderen hilft?

Schnell stand fest, dass es allen wichtig war, durch die eigene Zeit und Arbeit etwas für andere zu bewirken. Das, in Zu­sammenhang mit der Erinnerung an die Tafel-Aktion der dbb-Dachorganisation, ergab eine maßgeschneiderte Idee für Dortmund. Sie wollten für einen Tag den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tafel unter die Arme greifen. Eine leichte Arbeit war das nicht: Im Lager mussten die ankommenden Waren zusammengeschleppt werden, dann Matschiges von Brauchbarem sortiert werden und schließlich zusammengestellt und in den Laden weitergetragen werden.

Anpacken können und Einfühlungsvermögen zeigen
Lisa Mattstedt (1.v.r.) und LJL-Mitglied Sabrina Rehbann (1.v.l.) der KJG Dortmund bei der Tafel
Foto: (c) Sabrina Rehbann
Doch nicht nur körperlich verlangte das einiges ab. Das Zusammentreffen mit den hilfsbedürftigen Menschen war nicht immer einfach und erforderte Ein­fühlungs­ver­mögen. "Da die Bedürftigen durch die Tafel nur Unter­stützung erfahren sollen, nicht aber ihre Nah­rungs­mittel für eine Woche komplett hier be­kommen, ist alles strikt nach Tagen durch­organisiert", so Lisa weiter. Während die einen dank­bar das nehmen, was sie benötigen und anderes im Laden lassen, bringen andere mit Absicht ihre Kinder mit und versuchen mehr zu erbetteln. Solche Situa­tionen sind für die Mitglieder der KJG vollkommen neu, die bei Öffnung der Ausgabestelle auch dort mitan­packen. Das führt hier und da auch schon einmal zu Verunsicherung.

Dennoch sind die Mitglieder der KJG Dortmund froh, den Einsatz gewagt zu haben: "Ich hätte nicht gedacht, dass dort so viele Menschen Hilfe suchen", resümiert die Dort­munderin anschließend.
Die Erfahrung hat ihr ein wenig die Augen geöffnet. "237 Menschen waren an dem Tag da, an dem wir ausgeholfen haben", sie weiß die Zahl noch ganz genau. Ihr sei das unglaublich viel vorgekommen, doch die Mitarbeiter, die ständig in der Tafel helfen, wissen, dass es an anderen Tagen sogar noch mehr sind.

Der Entschluss steht: "Ich mache weiter"


"Ich persönlich habe nach meinem Tag dort größten Respekt vor denen, die sich auch für die körperliche Arbeit nicht zu schade sind und mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit anderen helfen", sagt sie mit der heutigen Erfahrung, dass das wirklich anstrengend ist. "Einige der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei der Tafel helfen, sind selbst bedürftig", fährt sie fort und erinnert sich dabei an eine Frau, die zu Beginn ihrer ehrenamtlichen Zeit dort noch nicht auf fremde Hilfe ange­wiesen war, dann aber krank wurde und in die Bedürftigkeit rutschte.

Dieses und ähnliche Erlebnisse haben sich eingebrannt. Für Lisa Mattstedt steht fest: "Ich mache weiter. Einmal im Monat werde ich samstags mit bei der Tafel einspringen." Sie ist nicht die einzige. Auch drei andere Mitglieder der ge­werk­schaft­lichen Jugendorganisation haben das vor.

Für die Dortmunder Tafel ist damit viel gewonnen. Sie sucht händeringend nach ehrenamtlichen Helfern und wird sich über Unterstützung freuen, auf die sie dauerhaft bauen kann.