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Equal Pay Day Forum: Mehr Transparenz bei Gehältern gefordert
27.11.2014  
Unter dem Motto "Spiel mit offenen Karten - Was verdienen Männer und Frauen?" fand am 10. November das Equal Pay Day Forum in Düsseldorf statt. Um die bestehenden Entgeltunterschiede zwischen den Geschlechtern abzubauen und für mehr Lohngerechtigkeit zu sorgen, bedarf es mehr Einkommenstransparenz, so die einhellige Forderung von Veran­stalter sowie Teilnehmenden.

Mehr Gehaltstransparenz ist die Forderung der
Equal Pay Day-Kampagne 2015
Zum Auftakt der Equal Pay Day Kampagne 2015 fand am 10. November in Düsseldorf eines der drei Equal Pay Day Foren statt, das dieses Mal die mangelnde Trans­pa­renz bei Gehältern zwischen Männern und Frauen in den Fokus nahm.

Noch immer verdienen Frauen rund 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Diese Lohndifferenz ist zum einen strukturell bedingt. So arbeiten Frauen häufiger (ungewollt) in Teilzeit oder pausieren im Job wegen Kindererziehung bzw. Pflegebetreuung öfter. Zum anderen ist die mangelnde Vergleichbarkeit mit dem direkten Berufs- bzw. Kollegenkreis auch eine Ursache für die große Lohnlücke.
Klare Forderungen der Business and Professional Women Germany e.V. - der Initiatoren des Equal Pay Days - sind transparente Bewertungsverfahren und Vergütungsstrukturen. Nur so kann Lohnungleichheit gezielt abgebaut werden und zu mehr finanzieller Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern führen. Neben Grußworten, die die Wichtigkeit der Kampagne betonten, berichteten beim Equal Pay Day Forum zwei Unternehmen beispielhaft über ihre internen Struk­turen und wie Lohnfindung mit offenen Karten funktioniert. Alle waren sich einig, dass das tradierte „Über Geld spricht man nicht“-Muster abgelegt werde müsse. Undurchsichtige Gehaltsstrukturen verhindern objektive Leistungs­be­wer­tungen und verstärken tradierte Rollenmuster. Denn Frauen, so Henrike van Platen, Präsidentin BPW Germany e.V., ordnen sich bei Gehaltsverhandlungen oft niedriger als Männer ein.

Auch Sabrina Deiter, stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend nrw, befürwortet eine höhere Gehaltstransparenz: "Es wird Zeit, dass Frauen ein direkter Gehalts­vergleich mit ihren männlichen Mitbewerbern ermöglicht wird. Mangelndes Wissen über die Eingruppierung der Mit­bewerber fördert die bestehende ungerechte Bezahlung, da kein Vergleich über die Wertigkeit der Arbeit gezogen werden kann. Wird den weiblichen Mitarbeiterinnen auch in Zukunft kein transparenter Gehaltsvergleich ermöglicht, so können die alten Strukturen kaum durchbrochen werden."
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Um im eigenen Beruf eine größere Vergleichbarkeit zu schaffen und zu überprüfen, wo man in Sachen Gehalt selbst steht, hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut den Lohnspiegel ins Leben gerufen. Per Online-Dateneingabe lässt sich für fast 400 Berufe ein Gehalts­check durchführen, der insbesondere Frauen einen Anhaltspunkt für die nächste Lohn­ver­hand­lung liefert.
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Der nächste Equal Pay Day findet am 20. März 2015 statt. Das Datum markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt der männlichen Kollegen zu kommen. Unterstützt wird die Equal Pay Day-Kampagne sowohl vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als auch von der dbb-bundesfrauenvertretung.