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Als Hunderte auszogen, um Menschenleben zu retten
16.12.2014  
Im Februar 2008 entscheidet sich Christian Haefs dazu, sich in einer Operation Knochenmark entnehmen zu lassen, um damit einem Menschen zu helfen. Einem 41-jährigen Mann konnte er durch seine entschlossene Art das Leben retten. Jetzt schlossen sich hunderte DSTG-Jugendliche an und ließen sich als Stammzellenspender erfassen.

Die Diagnose Blutkrebs kann ein Todesurteil sein. Sie wird in Deutschland alle 16 Minuten gestellt. Gelingt es jedoch, einen Menschen zu finden, der bereit ist, Stammzellen aus seinem Blut zu spenden, dann gibt es für diese Patienten neue Hoffnung. Allerdings findet ein Drittel der Betroffenen - oft Kinder und Jugendliche - keinen geeigneten Spender inner­halb der Familie. Sie haben nur eine Chance wieder nach dem Leben zu greifen, wenn sich andernorts ein passender Spender findet.
Ein Brief, der die Wende für ein Leben bringt

Als Christian Haefs, Bundesjugendleiter der DSTG und Beisitzer der DSTG-Jugend Westfalen-Lippe, Anfang 2008 einen Brief bekommt, wird es für ihn ernst. Schon einige Zeit zuvor hatte er sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), dem weltweit größten Verbund von Stammzellspenderdateien, regis­trieren lassen. Jetzt aber ging es nicht mehr nur darum, generell seine Bereitschaft zur Spende von Stammzellen zu erklären, in der Vorstellung, dass es vielleicht nie dazu kommen wird, sondern konkret einem Menschen helfen zu können. "In dem Brief wurde um nähere Untersuchungen beim Hausarzt gebeten, um zusätzliche Parameter bestimmen zu lassen, die im Falle einer Spende wichtig wären", erklärt er. Außerdem sollte er zum gegenwärtigen Zeitpunkt seine konkrete Bereit­schaft zu der angefragten Spende erklären.

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Was manchen sicher zumindest hätte schlucken lassen: Gefragt war nicht die in 80 Prozent der Fälle ausreichende Blutstammzellenspende, die ähnlich wie eine Dialyse abläuft und keinen stationären Aufenthalt nötig macht, sondern eine Knochenmarkspende, bei der operativ aus dem Beckenkamm Knochenmark entnommen wird. Christian Haefs entschied sich trotz des medizinischen Eingriffs dafür, dem Franzosen und Vater von zwei Kindern zu helfen. "Später habe ich erfahren, dass es geholfen hat und die Spende erfolgreich war", so Christian.
Bei der DKMS-Aktion der DSTG-Jugend Westfalen- Lippe ließen sich 521 potentielle Spender typisieren
Rein ehrenhalber beim "Ehri" mitmachen

Mit diesen eigenen guten Erfahrungen im Hinterkopf, konnte er die DSTG-Jugend Westfalen-Lippe um die Bezirksjugendleiterin Annalena Klett dafür begeistern, parallel zu den Aktionen der Kreisjugendgruppen im Werben um den Ehri 2014 auch als Fachgewerkschaft eine Aktion für den guten Zweck zu veranstalten. "Wir fanden die Idee den Ehri auszuschreiben cool, auch wenn es nur als Aktion für die Kreisjugendgruppen gedacht war." Darum war für die Mitglieder der DSTG-Jugend Westfalen-Lippe klar, dass sie sich beteiligen, auch wenn sie außer Konkurrenz und ohne Aussicht auf einen Preis teilnehmen würden. "Uns war es wichtig, mit unserer Aktion die Idee und die Möglichkeit zur Hilfe über die DKMS in der Öffentlichkeit zu platzieren", erklärt Christian Haefs.
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Im Kreis der Bezirksjugendleitung beriet man darüber, wie man eine solche Aktion so stemmen könnte, dass daran möglichst viele der rund 1000 Mitglieder teilnehmen können, die sich auf insgesamt 50 Finanzämter bzw. Ortsverbände verteilen. "Beim Bezirksjugendausschuss haben wir vor rund 70 Mitgliedern ein grobes Konzept vorgestellt und bekamen dort das Signal, dass man die Sache dezentral unter­stützen wolle", sagt Christian weiter. Daraufhin nahm die Bezirks­jugend­leitung die organisatorische Koordination in die Hand, besorgte Materialien, Wattestäbchen, die für die Typisierung nötig waren, richtete ein Konto bei der DKMS ein, auf das auch Spendengelder eingezahlt werden konnten und immer noch können, und plante eine Aktionswoche. In der Zeit vom 17. bis zum 27. November konnte jedes der letztlich 25 angemeldeten Finanzämter einen Tag frei wählen, an dem die Spende lokal durchgeführt werden sollte.

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"Mit einem wahnsinnigen Ergebnis", sagt Annalena Klett für die Beschäftigten der Finanzämter stolz: 521 Leute ließen sich neu typisieren und 4.580 Euro Spenden­gelder kamen zusammen. Nun wünscht sich die DSTG-Jugend Westfalen-Lippe, dass der Betrag noch weiter anwächst. Denn eine einzige Typisierung im Labor untersuchen zu lassen und zu finanzieren kostet 50 Euro. Bei rund 520 auszuwertenden Wattestäbchen werden also 26.000 Euro benötigt. "Wir freuen uns, wenn in den nächsten Wochen noch auf Weihnachtsfeiern oder durch Einzel­spenden weiteres Geld dafür zusammenkommt", sagt Christian zuversichtlich. Wer sich an dieser Aktion beteiligen möchte, unabhängig davon, welcher Fach­gewerk­schaft er angehört, der kann das tun unter:
Sparkasse Höxter
IBAN: DE34 4725 1550 0006 5455 29
BIC: WELADED1HXB
Stichwort: DSTG-Jugend - DPX 069
Denn Helfen kennt weder Berufs- oder Gewerkschafts- noch Landesgrenzen.