impressum kontakt drucken suchen
 
Startseite Die dbbj nrw Aktuelles Arbeitsfelder Seminare Fotoalben Downloads
Plan B für Containerheime und Auszubildendenstationen
30.04.2015  
Der Druck ist groß in den Finanzämtern. Von Jahr zu Jahr wird die Zahl der Beschäftigten geringer. Die Arbeit aber nimmt nicht ab. Das beäugt Tobias Heitzenröder nicht nur als Mitglied der Deutschen Steuergewerkschaft (DSTG) kritisch. Auch als Mitglied der HJAV, die am 7. Mai neu gewählt wird, sieht er Handlungsbedarf und das nicht nur in diesem Bereich.

Es sind die hohen Altersabgänge, die auch der Personaldecke in den Finanzämtern in NRW seit geraumer Zeit sehr zusetzen. "Die müssen abgefangen werden. Darum haben wir uns für erhöhte Einstellungszahlen eingesetzt", sagt Tobias Heitzenröder und fügt an, dass man mehr Entlastung für die bisher Beschäftigten benötigt. Doch auch diese bringen neue Probleme mit sich. Die Fachhochschulen sind an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt, die Studierenden wohnen teilweise in Containern, weil es zu wenig Zimmer gibt. "Wir sind zwar froh, dass es diese mobilen Wohn­einheiten gibt, dennoch kann das nur eine Notlösung sein", findet der 25-Jährige. Schon jetzt hat er sich als Mitglied der Haupt-Jugend- und Auszubildendenvertretung (HJAV) für eine vernünftige Unterbringung eingesetzt, ebenso wie für eine Lösung wegen der veralteten und zu klein gewordenen Mensa.

Das Ohr immer am Puls
Seit Mitte 2013 beschäftigen ihn solche Dinge auch bei seiner ehrenamtlichen Arbeit für die DSTG-Jugend. Als Mitglied der Bezirksjugendleitung Düsseldorf bekommt er mit, wo der Schuh drückt und auch, wie Probleme in den anderen Bundesländern angegangen werden.

"Besonders die Vernetzung der DSTG bis auf Bundesebene ist wichtig. Dadurch war es möglich, Änderungen der bundeseinheitlichen Steuerbeamten Ausbildungs- und Prüfungsordnung (StBAPO) auf den Weg zu bringen. Da sieht man einfach, dass man etwas verändern kann", sagt er. Um auch bei den Auszu­bil­den­den mitzubekommen, wo noch Verbesse­rungs­be­darf besteht, versucht er möglichst viel von den The­men vor Ort zu erfahren und Ideen mitzu­nehmen. Dazu sind er und die anderen Mit­glieder der HJAV regelmäßig auf den Jugend­versammlungen der örtlichen Jugend- und Auszubildenden­vertretungen (öJAV‘en) eingeladen. Jetzt kurz vor der Wahl, passiert das auch bei den Wahlpartys der DSTG-Jugend an den Finanz­schulen. "Für alle Auszubildenden ist das eine Möglich­keit, mit den Kandidaten ins Gespräch zu kommen", sagt Tobias.

DSTG-Mitglied Tobias Heitzenröder kandidiert für die Haupt-Jugend- und Auszubildendenvertretung
Das ist schon erreicht

Wir wollten wissen, wo sich die Ergebnisse der Arbeit der HJAV zeigen. Der 25-jährige DSTG‘ler muss darüber nicht lange nachdenken: „Es gibt zwei Dauerbrenner, die viele mittlerweile schon als selbstverständlich ansehen.“ Zum einen sei das die Übernahme aller Anwärter, unabhängig von ihrer Abschlussnote. Das gehe auf die Arbeit der DSTG zurück, die das erreicht habe. Auch die Kürzung von Anwärterbezügen, wenn es im ersten Anlauf mit der Abschlussprüfung nicht geklappt habe, sei heute Vergangenheit. "In der Praxis wurde diese finanzielle ´Strafe´ so lange verschleppt, dass sie erst nach Ausbildungsende von den Bezügen einbehalten wurde. Heute sind die Kürzungen ganz passé."
 JAVler-Interviews
>>>
Christiane Steuer, DPolG
>>>
Jennifer Klimek, VdLa
Auch in der Ausgestaltung der Ausbildung hat sich jüngst etwas getan. Bis vor kurzem durchliefen die Auszubildenden zwar schon verschiedene Bereiche der Finanz­verwaltung, ausgenommen waren aber Sonderbereiche wie die Steuer­fahndung oder Bußgeldstellen. "Diese sind aber für viele nicht nur besonders interessant, sondern auch ein mögliches späteres Einsatzgebiet", erklärt Tobias Heitzenröder. Heute haben die Auszubildenden auch die Chance, diese Bereiche zwei Tage lang kennenzulernen.

Auch weiterhin stehen solche Verbesserungen für den jungen Gewerkschafter auf der Agenda. Am 7. Mai wird es für ihn spannend. Dann stellt er sich als einer der Spitzenkandidaten der DSTG zur Wahl.