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Kita-Streik - Tausende Beschäftigte beteiligen sich an Kundgebung
11.05.2015  
Mehrere Tausend Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst haben an der für heute geplanten Streikkundgebung in Aachen teilgenommen, um für mehr Wertschätzung und höhere Bezahlung zu kämpfen. Vertreter von komba, VBE und DBSH folgten dem Aufruf des dbb und machten lautstark auf ihre Forderungen aufmerksam.
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Die Mitglieder der dbb-Fachgewerkschaften haben mit überwältigenden 96,53 Prozent entschieden: Im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) kommt es ab heute zu unbefristeten Streiks. Das ist das Ergebnis der Urabstimmung, deren Auszählung am 4. Mai abgeschlossen wurde. Damit treten die Mitglieder von komba, VBE und DBSH aus dem Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes in den Ausstand.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist die Tatsache, dass die Arbeitgeber in den fünf Verhandlungsrunden bis zum Schluss kein Angebot zu grundsätzlichen Eingruppierungsverbesserungen der Beschäftigten im SuE vorgelegt haben, sondern lediglich Vorschläge zu punktuellen Verbesserungen einiger weniger ausgesuchter Bereiche vorgestellt haben.
Zur Unterstützung der Forderungen waren daher heute alle Beschäftigten zu einer zentralen Kundgebung in Aachen aufgerufen. Dem Aufruf folgten 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Frank Meyers, Beisitzer der Landesjugendleitung der dbb jugend nrw und Mitorganisator der Streikkundgebung, sieht durch die große Beteiligung die Forderungen des dbb bestätigt: "Seit Jahren steigen die Anforderungen an die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst. Ob Sprachförderung, frühkindliche Erziehung und vieles mehr, all das muss geleistet werden, nur die Bezahlung wurde nicht angepasst."  
Für die betroffenen Eltern bedeutet der Streik natürlich massive Einschränkungen. dbb-Verhandlungsführer Andreas Hemsing bringt die Situation aber wie folgt auf den Punkt: "Unsere Kolleginnen und Kollegen haben gelernt, dass ihr hohes Ethos nicht im Gegensatz zum Streik steht, dass es sogar zwingend erforderlich sein kann, für Arbeitsbedingungen zu streiken, die auch den Kindern in den Kitas zu Gute kommen. Bei den Eltern wird es sicherlich auch Unzufriedenheit über die Belastungen geben, die die Streiks verursachen. Aber wir setzen darauf, dass viele auch verstehen, dass gute Arbeit Wertschätzung braucht. Wenn ich bedenke, wie hoch die frühkindliche Erziehung mittlerweile bewertet wird und wie akribisch viele Eltern den passenden Kindergartenplatz aussuchen, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass ihnen die Qualität der Erziehung egal ist. Und genau dafür streiten wir im Moment."

Tausende Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst gingen auf die Straße, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen
Neben der Streikkundgebung in Aachen sind in anderen Städten noch weitere Aktionen geplant, um auf die berechtigten Forderungen aufmerksam zu machen.