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South Africa meets Germany
18.08.2015  
In einem Ordnungsamt einer 240.000 Einwohner-Stadt wie Aachen zu arbeiten, kann gefährlich und nervenaufreibend sein. Was das konkret heißt, das erlebte jetzt ein Kollege aus einem südafrikanischen Ordnungsamt bei einem einwöchigen Austausch, den dbbj-Mitglied Ron-Roger Breuer begleitete. Hier lest ihr, was die beiden auf ihren gemeinsamen Touren erlebt haben.

Der Tafelberg ist das 1086 m hohe
Wahrzeichen Kapstadts
Kapstadt: Das ist die Heimatstadt von Eddie Scott, 58 Jahre alt. Nach Johannesburg ist es mit seinen rund 3,7 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Südafrikas. Bandenkriege und Drogendelikte sind hier an der Tagesordnung. Wie anders im Vergleich dazu das Leben in einer deutschen Stadt wie Aachen mit Grenzen zu zwei Nachbarländern tickt, das konnte sich der 58-Jährige eine Woche lang anschauen. Doch nicht nur Unter­schiede, auch Gemeinsamkeiten konnte Scott fest­stellen: "Der Kaiserplatz zählt zu den Haupt­drogen­umschlags­plätzen in Aachen", erklärt uns Ron-Roger Breuer. Erfahrungen mit Drogendelikten hat Scott aus Kapstadt zur Genüge.

Der Blick für das andere
"Wir sind am Kaiserplatz regelmäßig unterwegs und es war interessant, wie der südafrikanische Kollege gleich auf ganz andere Dinge schaute als wir", erzählt Breuer. Weiterbringen kann dieser besondere Blick beide Seiten. "Eddie Scott hat uns erzählt, wie in Kapstadt solche Probleme angegangen werden. Dort zeigt man ähnlich wie hier an solchen Orten besonders viel Präsenz. Der entscheidende Unterschied: In Kapstadt werden im Sinne einer 'Public Private Partnership' besondere Projekte gefördert, die zur Sicherheit beitragen. Ein Beispiel dafür ist eine Art Kioskwagen, der mitsamt eines Mitarbeiters an neuralgischen Punkten aufgestellt wird." Der Effekt: Es ist immer jemand als Ansprechpartner vor Ort. Das bewirkt viel.
Für Deutschland scheint es unvorstellbar, private Gelder in die öffentliche Sicherheit zu investieren. In der Metropole mit dem berühmten Tafelberg ist es hingegen undenkbar, auf solche Projekte noch zu verzichten. Wie verschieden eine vergleichbare Behörde eines anderen Landes sein kann, zeigte sich auch an anderer Stelle. "In Aachen werden unheimlich viele Graffitis gesprüht. In Kapstadt ist so etwas innerhalb von 24 Stunden wieder entfernt. Dort werden Wohnungslose eingebunden", sagt uns Breuer.

Verwarnungen per App - in Südafrika fremd

Einen Eindruck von der Arbeit in Deutschland konnte sich der 58-Jährige auch gemeinsam mit Ron-Roger Breuer im Spätdienst in der Nacht machen. "Er war immer im Schlepptau dabei", sagt Breuer "und er wun­derte sich seinerseits darüber, dass wir alle Ver­warnungen per App fertig machen."

Die Verständigung der Kollegen stellte dabei kein Hindernis dar. Wenn es auf Englisch mal nicht klappte, dann ging es auf Niederländisch, denn Scott und drei weitere Austauschmitarbeiter aus Südafrika sprechen auch Afrikaans, das sehr viele Gemein­sam­keiten mit dem Niederländischen hat.

Ron-Roger Breuer (re.) mit seinem südafrikanischen Kollegen im Aachener Rathaus
Nach einem Besuch im Landtag, im Rat der Stadt und einem Vortrag vor dem Führungskreis des Ordnungsamtes gab es auch noch einen Blick in die Geschäftsstelle der Heimatgewerkschaft von Ron-Roger Breuer: Ein Besuch bei der Komba Gewerkschaft. Im November reist Ron-Roger Breuer zum Gegenbesuch nach Kapstadt. Was er dort erlebt, lest ihr natürlich exklusiv bei uns.