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Equal Pay Day Forum: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
26.11.2015  
Unter dem Motto "Was ist meine Arbeit wert?" fand am 18. November das Equal Pay Day Forum in Düsseldorf statt. Pflegeberufe werden häufig schlechter entlohnt als andere Berufe und Lohndiskrepanzen zwischen den Geschlechtern finden sich auch bei gleichwertigen Tätigkeiten. Im Fokus der Equal Pay Day-Kampagne 2016 stand daher die Aufwertung von typisch weiblichen Berufen, um Entgeltunterschiede abzubauen.

Am 18. November nahmen Vertreterinnen der
dbbj nrw am Equal Pay Day Forum in Düsseldorf teil
Nach Berlin und Frankfurt fand am 18. November das dritte Equal Pay Day Forum in Düsseldorf statt. "Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit!", war die Forderung, die in den Fokus gerückt wurde. In vielen Branchen fehlen nach wie vor weibliche Fachkräfte und viele typische Frauenberufe werden grundsätzlich schlechter vergütet. Diese Faktoren führen zur Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen in Deutschland, die nach wie vor rund 22 Prozent beträgt. Waltraud Kratzenberg-Franke, Projektmanagerin des Forum Equal Pay Day, merkte in ihrem Vortrag an, dass insbesondere die sog. Care-Berufe wie Kranken- und Altenpflege sowie Erziehungs­berufe grundsätzlich als nur mittel-produktiv bewertet werden. Die Folge: In diesen Bereichen werde ein deutlich geringerer Lohn gezahlt als in Berufen, die eine hohe Produktivität aufweisen. Ziel sei es daher, genau diese typisch weiblichen Berufsfelder aufzu­werten. Mit der Einführung des Mindestlohns, der Frauen­quote, des ElterngeldPlus sowie des Familien­pflege­zeit­gesetzes hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereits viele Maßnahmen auf den Weg gebracht, um eine bessere Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen zu ermöglichen, so Thomas Fischer, Referatsleiter des Bundesministeriums. Mit dem im Bundestag einge­brachten Gesetzentwurf zur Lohngerechtigkeit will Familien­ministerin Manuela Schwesig außerdem dafür sorgen, dass die geschlechtsspezifischen Entgelt­strukturen transparenter und dadurch die bestehenden Lohnunterschiede reduziert werden.
Einhellige Forderung der Business and Professional Women Germany e.V. - der Initiatoren des Equal Pay Days - ist die bessere, aber vor allem gleichwertige Vergütung von gleichen beruflichen Tätigkeiten. Dies ist ein essentieller Baustein, um die bestehende Ungleichheit der Gehälter abzubauen. Die zahlreichen Referenten nahmen in ihren Impulsvorträgen die vielfältigen Ursachen und Folgen von unterschiedlicher Entlohnung ins Blickfeld und betonten die Wichtigkeit der jährlichen Equal Pay Day-Kampagnen. Auch Sabrina Deiter, stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend nrw, spricht sich eindeutig für eine Aufwertung von typisch weiblichen Berufen aus: "Es wurden schon viele gute Ansätze und Ideen auf den Weg gebracht, um die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern zu beheben, es wird aber weiterhin ein schwieriger Weg bleiben, um den Lohnunterschied gänzlich abzuschaffen. Die Aufwertung von frauentypischen Berufen ist ein positives Signal."

Am 19. März 2016 findet der nächste Equal Pay Day statt. Das Datum markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt der männlichen Kollegen zu kommen. Unterstützt wird die Equal Pay Day-Kampagne sowohl vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als auch von der dbb-Bundesfrauenvertretung.