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Nachgefragt bei Jan Falkenhagen
15.12.2015  
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Jan Falkenhagen heißt einer der beiden neuen Mitdenker in der Landesjugendleitung. Er wird den Vorstand künftig als Beisitzer unterstützen. Wer aber ist Jan? Was macht er, wenn er gerade nicht für die dbb jugend nrw unterwegs ist? Hier findet ihr Antworten:
Mit welchen Eigenschaften würdest du dich beschreiben?
Ich würde mich selber als sehr ehrgeizig bezeichnen. Ich habe in meinem Leben schon vieles erlebt, Positives wie Negatives. Das hat dafür gesorgt, dass ich diesen Ehrgeiz entwickelt habe. Daneben kann ich gut zuhören und überzeugen. Ich bin sehr gern in Gesellschaft, bin also kommunikativ und freue mich, wenn ich mich irgendwo einbringen und helfen kann.

Warum bist du gewerkschaftlich aktiv geworden?
Ehrlich gesagt bin ich durch meinen Kollegen gewerkschaftlich aktiv geworden. Als ich 2010 im Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik (ZIVIT) begonnen habe, hat er mir direkt gesagt, dass er mich in der Jugend- und Auszubildendenvertretung sieht. Ein Jahr nach der Wahl zur JAV bin ich gewerkschaftlich aktiv geworden. Später haben wir in Bonn die dbb-Kreisjugendgruppe neu gegründet und ich bin deren Vorsitzender geworden. Ich bin also mehr und mehr in die Gewerkschaftsarbeit hineingewachsen.

Hast du persönliche Vorbilder?
Es gibt nur ein einziges Vorbild und das ist mein Vater. Egal, welche Hürden sein Leben ihm in den Weg gestellt hat, er hat sie immer gemeistert. Er hat Kampfgeist und Ehrgeiz bewiesen. Das sind Attribute, die ich mir für mich selber noch mehr wünsche.

Wann ist ein Gewerkschafter ein guter Gewerkschafter?
Jede Verhandlungsrunde hat am Ende auch Auswirkungen auf meine eigenen Arbeitsbedingungen. Ein Gewerkschafter ist ein guter, wenn er sich hinter den Forderungen aller zurücknimmt und die Positionen der Allgemeinheit in den Vordergrund stellt. Außerdem benötigt ein guter Gewerkschafter Weitblick und sollte die Zukunft im Blick halten.

Was bringt dich auf die Palme?
Unhaltbare Vorwürfe, die aus dem Bauch heraus erhoben werden, machen mich sauer. Vorverurteilungen, Pauschali­sierungen und Klischees haben in unserer Gesellschaft keinen Platz.

Stört dich das schlechte Image von Gewerkschaftern bei Arbeitgebern?
Das ist mir zum Glück persönlich bislang noch nicht begegnet. Teile unserer Behördenleitung sind Mitglieder unserer Gewerkschaft. Dadurch haben wir eine sehr gute Basis für Gespräche. Bislang hat sich gezeigt, dass wir immer eine Lösung finden. Wir werden als Partner akzeptiert und fühlen uns vom Arbeitgeber nicht vergessen.

Deine Stärken?
Ich habe Durchhaltevermögen. Mich wird man so schnell nicht wieder los. Außerdem bin ich diplomatisch. Mit mir gibt es immer die Möglichkeit, konstruktive Lösungen zu finden.

Deine Schwächen?
Wenn man es doch mal schafft, mich so zu reizen, dass es mich auf die Palme bringt, kann ich auch richtig explodieren. Dann reagiere ich sehr emotional.

Lieblings Internet-Site?
Ich gehe gerne Schuhe shoppen auf zalando.de.

Liebstes Hobby?
Sport im Allgemeinen. Ich jogge, gehe schwimmen, spiele Volleyball, mache Hindernisläufe oder laufe Halbmarathon. Ich bin im Sport sehr vielseitig.

Dein bislang größter Erfolg?
Mein größter Erfolg ist, dass ich erwachsen geworden bin. Alles begann damit, dass sich meine Eltern damals trennten. Von da an ist eine Menge schief gelaufen. Ich habe mir zum Beispiel mein Schulleben unnötig schwer gemacht und habe später mein Fachabi abgebrochen. Bei der Bundeswehr musste ich erstmals wieder Verantwortung für mich und andere übernehmen. In vielen Punkten bin ich in dieser Zeit gereift. Seit dem mache ich zum Beispiel auch regelmäßig Sport. In diesen 23 Monaten bei der Bundeswehr bin ich die wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Erwachsenwerden gegangen.

Dein bislang größter Flop?
Außer aus diesem schwierigen Kontext rund um die Trennung meiner Eltern und die Zeit danach fällt mir nichts ein, das ich als Niederlage empfinde. Ich bin heute sehr zufrieden damit, wo ich angekommen bin. Ich empfinde meinen Werdegang und alle Einzelschritte nicht als Niederlage, weil alles zu einem positiven Gesamtergebnis geführt hat.

Ohne was kommt ein Gewerkschafter nicht aus?
Standvermögen in jeglicher Hinsicht. Gewerkschaftlich gesehen braucht man das bei uns im Jugendbereich bei langen Wachnächten und kurzen Schlafnächten, in langen Sitzungen und Diskussionen mit den nicht immer wohlgesonnenen Verhandlungsgegnern. Das gilt allerdings grundsätzlich, denn die Gewerkschaftsarbeit findet ja normalerweise ehren­amtlich neben der Vollzeitbeschäftigung statt.

Wo sollte die dbb jugend nrw tiefer einsteigen?
Mit Blick auf die Einkommensrunde 2016 und die darauffolgenden sollten wir weiter daran arbeiten, den Erwachsenen­verbänden gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen. Die Forderungen der Jugend müssen dort ernst genommen werden. In dieser Hinsicht müssen wir unsere Stärken noch mehr zu unseren Stärken machen. Wir sind so viele Kreis- und Fachgewerkschaftsjugendgruppen in Nordrhein-Westfalen. Die Manpower müssen wir abrufen.

Was sind Positionen, die du gerne thematisieren würdest?
Die dbb jugend nrw ist super aufgestellt. Ich sehe mich selbst in der Mitarbeit an den bestehenden Themen und Positionen, da deren Wichtigkeit unangefochten besteht. Das einzige, was mir noch einfällt, wäre das Thema Personalentwicklung. Das wird meist auf monetäre Forderungen reduziert. Wir sollten da aber mehr ins Detail gehen und nicht mit ein paar Prozent mehr Geld zufrieden sein.

Was soll dir mal nachgesagt werden?
Dass ich den Blick für das Wesentliche und Wichtige im Leben nie verloren habe.