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Polizeianwärter sollen über Karneval aushelfen
21.01.2016  
Die Polizeianwärter aus den Einstellungsjahrgängen 2013 und 2014 sollen in NRW über die Karnevalstage die polizei­lichen Einsatzkräfte im Land verstärken. Das Innenministerium will damit ein Zeichen setzen für mehr Sicherheit an den Karnevalstagen. Für dbb jugend nrw und JUNGE POLIZEI NRW wird hierdurch einmal mehr der bestehende Personalmangel deutlich.
(c) by Marco2811 / fotolia.com
Über die Karnevalstage sollen Polizeianwärter die polizeilichen Einsatzkräfte in NRW verstärken
Foto: (c) by Marco2811 / fotolia.com
2.400 Polizeikommissaranwärter in NRW aus den Ein­stellungs­jahrgängen 2013 und 2014 sollen in der Zeit vom 4.-9. Februar hauptsächlich in den Karnevals­hochburgen wie Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf eingesetzt werden und die polizeilichen Einsatzkräfte im Land verstärken. Bisher war es üblich, dass Polizei­kommissar­anwärter im letzten Jahr des dreijährigen Vorbereitungsdienstes - und dies in der Regel freiwillig - an den Karnevalstagen mit den ausgebildeten Polizei­kräften im Dienst waren. Die jetzige Entscheidung geht wesentlich weiter. Neben den Anwärtern aus dem Einstellungsjahrgang 2013 werden nun zusätzlich auch die Anwärter aus dem Einstellungsjahrgang 2014 zu einer gezielten Unterstützung von Karnevalshochburgen herangezogen. Es handelt sich um eine Anordnung der "größtmöglichen Verfügbarkeit", die nun auch für Kräfte im Vorbereitungsdienst gilt.
Die JUNGE POLIZEI NRW erklärt, wie die Anwärter aus dem Einstellungsjahrgang 2014 eingesetzt werden sollen: "Unter Begleitung der Tutoren und Tutorinnen und auch Lehrenden versehen die Anwärter aus dem Einstellungs­jahr­gang 2014 ihren Dienst in ihren Praktikumsbehörden oder in großen Gruppen in anderen Behörden." Es ist nachvollziehbar und begrüßenswert, dass das Land Nordrhein-Westfalen nun versucht, eine möglichst große Zahl an verfügbaren und im Dienst befindlichen Polizeikräften zu stellen, findet die dbb jugend nrw. Doch sie pflichtet der JUNGEN POLIZEI NRW in der Einschätzung bei: "Hierdurch wird der bestehende Personalmangel deutlich, der nun mit Auszubildenden ausgeglichen wird."

Die Überstundenbelastung bei der Polizei und insbesondere im Bereich der Einsatzhundertschaften ist bereits seit Jahren enorm hoch. Nun bereits Anwärter im Vorbereitungsdienst mit dieser Sonderbelastung zu belegen, hält die dbb jugend nrw für unangebracht. Das eigentliche Problem soll damit verdeckt werden: Es gibt zu wenig Polizeibeamte in Nordrhein-Westfalen. Eine Forderung nach mehr Einstellungen habe die Deutsche Polizeigewerkschaft gebetsmühlen­artig über Jahre vorgetragen. Dass hier noch immer nicht in ausreichendem Maß gehandelt wurde, darf nun nicht den Nachwuchskräften aufgebürdet werden.