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Tarifstreit: Warum die Jugend nicht hinterüberfallen darf
14.04.16  
Pfeifkonzert in Wuppertal - rund 150 Kommunalbedienstete gingen dort heute auf die Straße, um ihren Forderungen nach mehr Gehalt Ausdruck zu verleihen. Erst gestern fanden vor vielen Standorten der Kommunalen Arbeitgeber­verbände Mahnwachen statt. Denn auch die zweite Verhandlungsrunde brachte keine Einigung im Tarifstreit. Die Arbeitgeber bleiben stur. Hier lest ihr, warum auch die Jugend nicht hintenüberfallen darf.

30 Tage Urlaub und die Übernahme der Fahrtkosten für Auszubildende zu Berufsschule und Weiterbildung - beides gehört zu den Forderungen für die Jugend. Warum wir das für euch durchsetzen wollen und warum auch das Thema Altersvorsorge ein Jugendthema ist, erklären unsere Landesjugendleitungs-Mitglieder Frank Meyers, Kommunal­beschäftigter, und Jan Falkenhagen, Beschäftigter beim Bund.
Thomas Böhle hat bereits vor dem Verhandlungs­auftakt angekündigt, dass es Leistungseinschnitte bei der betrieblichen Altersvorsorge geben werde. Warum ist das auch für die Jugend von alarmierender Bedeutung?

F. Meyers:
Wenn heute die Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge beschnitten werden, dann trifft es die Jugend gleich mehrfach. Zum einen, weil jungen Leuten schon heute das Fundament für ihre Altersvorsorge beschnitten wird. Zum anderen, weil wir aus Erfahrung wissen, dass das nicht mehr aufzuholen sein wird und zum dritten, weil eine solche Ankündigung mögliche Bewerber eher abschreckt, anstatt sie für den Öffentlichen Dienst zu gewinnen. Wer will denn bei einem Arbeitgeber arbeiten, bei dem er sich heute schon vor der Altersarmut fürchten muss?

Rund 150 Kombaner gingen heute in Wuppertal
für ihre Forderungen auf die Straße
Die Kernpunkte der dbb-Forderungen: 
>>> Lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um 6%
>>> Erhöhung der Auszubildenden-/Praktikanten-         entgelte um 100 Euro monatlich
>>> Unbefristete Übernahme aller Auszubildenden
>>> Vollständige Übernahme von Reisekosten zu         einer auswärtigen Berufsschule oder zu         überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen
>>> 30 Tage Urlaub für Azubis
>>> Laufzeit: 12 Monate
>>> Zügige Einführung einer neuen Entgeltordnung         im kommunalen Bereich
>>> Tariflicher Ausschluss sachgrundloser         Befristungen
>>> Verlängerung d. Regelungen zur Altersteilzeit
>>> Gesundheitsschutz für Flughafenfeuerwehren
>>> Zeit- und wirkungsgleiche Übernahme für         Beamte und Versorgungsempfänger
Warum geht es bei der Forderung nach Übernahme der Fahrtkosten zur Berufsschule und überbetrieblichen Aus­bildungs­maßnahmen um mehr als Peanuts?

J. Falkenhagen: In der Ausbildung ist es so, dass man zu Anwärterlehrgängen, Kurzseminaren oder Schulungen fahren muss, die außerhalb des Betriebs stattfinden. Man hat nicht die Wahl, ob man an diesen beruflichen Schulungen teilnimmt oder nicht, muss aber für die Kosten aufkommen. Dabei tragen die Azubis die Kosten für die Unterkunft. Ich sehe diese Verpflichtung nicht beim Azubi, sondern beim Arbeitgeber. Denn auch die Ausgaben für den eigentlichen Wohnsitz laufen ja weiter. Eine feste Mietwohnung und zusätzlich ein Zimmer woanders zu zahlen, wird vom Gehalt her eng. Es ist nicht nachvollziehbar, warum das Bundesreisekostengesetz hier keine Anwendung findet. Auch der Bundesrechnungshof kritisiert das schon lange. Auszubildende werden damit gegenüber Angestellten benachteiligt.