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Tarifstreit: dbb nrw und dbb rufen zur Demo am 27. April in Bochum auf
26.04.2016  
Am Donnerstag, 28. April treffen sich Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgeber in Potsdam zur vorerst letzten und damit entscheidenden Runde der Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Bis dahin zieht eine Welle von Warnstreiks und Demonstrationen durchs Land. Für morgen rufen dbb nrw und dbb zur Demo in Bochum auf. Hier lest ihr, warum Azubis 30 Tage Urlaub verdient haben und warum sachgrundlose Befristungen endlich abgeschafft werden müssen:

Warum sollten auch Auszubildende 30 Tage Urlaub haben?

F. Meyers: Das ist ein Punkt, der eigentlich keine besondere Erwähnung finden müsste. Als es die Angleichung für alle Beschäftigten auf 30 Tage gab, sind schlicht und ergreifend die Azubis vergessen worden. Anders kann man sich das gar nicht erklären, nachdem es auch bereits Klagen wegen Altersdiskriminierung gab.

Immer noch gibt es sachgrundlose Befristungen. Warum müssen die abgeschafft werden?
(c) by Friedhelm Windmüller / dbb
Für den morgigen Mittwoch rufen dbb nrw
und dbb zu einer Demo in Bochum auf
Foto: (c) by Friedhelm Windmüller / dbb
J. Falkenhagen: Wenn schon das Gehalt, das der Öffent­liche Dienst im Vergleich zur Wirtschaft zahlt, nicht mehr vergleichbar attraktiv ist, dann ist die unbefristete Über­nahme besonders wichtig. Sie wird damit zum einzigen Alleinstellungsmerkmal des Öffentlichen Dienstes.

Man muss den jungen Menschen eine Lebensbasis schaffen. Mit einem befristeten Vertrag in der Hosen­tasche lässt sich keine Wohnung mieten und keine Familie gründen. Wer selber einmal in der Situation war, einen befristeten Vertrag zu haben, der kennt die Probleme, die damit verbunden sind. Man kann nie weiter als ein Jahr denken. Einen Mietvertrag über die Dauer von 36 Monaten kann man nicht unterschreiben, wenn man seine berufliche Situation nur für das nächste Jahr überblicken kann. Das halte ich nicht für das richtige Signal.
Warum ist die Erhöhung der Auszubildenden- und Praktikumsentgelte um pauschal 100 Euro gerechtfertigt?

F. Meyers:
Wir verstehen die 100 Euro als Signal für den Öffentlichen Dienst. Sie gibt das Zeichen, dass es sich lohnt, im Öffentlichen Dienst eine Ausbildung zu machen, weil man anfangen kann auf eigenen Beinen zu stehen. Dies ist ein großer Schritt, um auf die künftigen Schulabgänger zuzugehen und zu zeigen: Wir wollen Dich!

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dbb zur Demo in Bochum
J. Falkenhagen: Wir haben - ob bei den Kommunen oder beim Bund - viel Arbeit hinzubekommen, aber keinen Cent mehr Geld. Da brauchen wir nur an die Flüchtlings­problematik zu denken. So gesehen findet seitens der Beschäftigten Leistung statt, die nicht bezahlt wird. Die Beschäftigten leisten 125 Prozent und bekommen nur für 100 Prozent Geld. Damit haben wir eine Überlastung des Arbeitnehmers, die nicht bezahlt wird. Zwar haben wir im Jahr 2014 einen Schritt nach vorne gemacht, doch hat die mehr anfallende Arbeit überproportional zugenommen. Das wird gerne mal übersehen.