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dbb jugend remscheid geht mit Sicherheitsforderungen an die Öffentlichkeit
06.06.2016  
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Kampagne gegen Gewalt:
"Gefahrenzone Öffentlicher Dienst"
Beschimpft, geschlagen und verletzt - immer wieder schockieren Übergriffe auf Beschäftigte im Öffentlichen Dienst. Die Hemmschwelle, gewalttätig zu werden, sinkt immer weiter. Auch wenn es meist bei Beleidigungen, Bedrohungen und Rangeleien bleibt, fürchten Beschäftigte zunehmend um ihre eigene Gesundheit und haben Angst im Job. Am letzten Samstag, den 4. Juni, hat die Remscheider Kreisjugendgruppe des Deutschen Beamten­bundes (dbb jugend remscheid) mit einem Stand auf dem Theodor-Heuss-Platz während des Wochenmarktes plakativ ihre Anliegen deutlich gemacht.
(c) by Vanessa Lubitz
Plakativ machte die dbb jugend remscheid am Samstag, 4. Juni auf die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst aufmerksam
Alle Fotos: (c) by Vanessa Lubitz
Blutig geschminkte Erzieher, Busfahrer, Ordnungshüter und Beschäftigte aus anderen Bereichen des Öffent­lichen Dienstes machten die Passanten auf die Not­wen­digkeit von Sicherheitsmaßnahmen aufmerk­sam. Dies ist Teil der NRW-weiten Aktion "Gefahrenzone Öffent­licher Dienst", welche unter anderem auf der Internet­seite www.angegriffen.info über die aktuelle Situation in Behörden informiert und eine Zeitleiste von Zwischen­fällen sowie einen Kummerkasten als Plattform für betroffene Beschäftigte anbietet.

Oft trifft es vor allem junge Beschäftigte, die in publi­kums­nahen Bereichen wie Bürgerbüros eingesetzt werden, um dort Berufserfahrung zu sammeln. Die Erfahrungen, die sie dort machen, sind häufig jedoch vor allem eins: brutal und angsteinflößend. Sie fühlen sich als Zielscheibe für Gewalt und blinden Zorn und finden oftmals bei ihrem Arbeitgeber nicht die Unterstützung, die sie sich erhoffen.
Anzeigen gegen pöbeln­de und übergriffige Bürger sind selten, Schu­lungen zum Konfliktmanagement oder zur Selbstverteidigung werden nicht in ausreichendem Maß durchgeführt. Konflikte sind in vielen Bereichen des Öffent­lichen Dienstes vorprogrammiert, ob in Klassen­zimmern und Krankenhäusern, in Bussen und Bahnen oder zum Beispiel auf der Straße zwischen der Polizei oder der Feuerwehr und den Bürgern. Besonders wenn es um finan­zielle Anliegen oder drohende Einschnitte der Bürger geht, wird es oft hitzig. Es sei Sache des Arbeitgebers, die Sicherheit der Beschäftigten zu gewähr­leisten und ihnen zum Beispiel eine persönliche Schutzausstattung für den Außendienst zur Verfügung zu stellen, so lautet eine der Forderungen der dbb jugend remscheid.
(c) by Vanessa Lubitz
Bei ihrer Öffentlichkeitsaktion führten die jungen Gewerkschaftsvertreter viele Gespräche
Daneben sind es häufig lange Bearbeitungszeiten von Anträgen und Gesuchen, die zu einem steigenden Aggressions­niveau führen und die Wut im Bürger hochkochen lassen. "Hieran kann man unter anderem die weitgehenden Auswirkungen der Einsparpolitik und der dadurch steigenden Arbeitsverdichtung sehen", sagt die Kreisjugendleiterin der gewerkschaftlichen Dachorganisation Carina Heinzel. Würde in sensiblen Bereichen mehr Personal zur Verfügung stehen, könnten lange Warte- und Bearbeitungszeiten vermieden werden.
(c) by Vanessa Lubitz
Die Aktion der dbb jugend remscheid ist Teil einer
groß angelegten Kampagne gegen Gewalt
Darüber hinaus könnten funktionierende Alarmsysteme und bauliche Veränderungen wie Verbindungstüren oder sichere Eingangs- und Publikumsbereiche nicht nur den Beschäftigten ein größeres Gefühl der Sicherheit am Arbeitsplatz geben, sondern auch die wartenden Bürger schützen, welche sonst unfreiwillig zu Opfern aus­schreitender Übergriffe werden könnten.

"Im Öffentlichen Dienst zu arbeiten darf nicht weiter gefährlich sein!", proklamierte die dbb jugend remscheid bei ihrer erfolgreichen Aktion und führte mit vielen Bürgern interessante Gespräche. Auch kam es zu einem regen Austausch mit anderen Beschäftigten des Öffent­lichen Dienstes über ihre schockierenden Erleb­nisse während der Arbeitszeit.

Aufgegriffen wird die Sicherheitsfrage in den Remscheider Behörden bereits von der CDU Remscheid, welche eine Anfrage zu diesem Thema für die nächste Sitzung des Rates am 30.06.2016 an den Oberbürgermeister, Burkhard Mast-Weisz, gestellt hat. Demnach weckt die Aktion der dbb jugend remscheid ebenfalls auf politischer Ebene bereits Interesse und erzielt damit die beabsichtigte Wirkung.