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Rassismus in Deutschland: dbb jugend nrw organisiert Fachkräfteprogramm
26.08.2016  
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Mitten hinein in eine Zeit, in der ausländerfeindliche Äußerungen im Internet an der Tagesordnung sind und viele Menschen in Deutschland zu­nehmend Ressentiments gegen einzelne gesellschaftliche Gruppen empfinden - insbe­sondere gegenüber Muslimen und Flüchtlingen - hat die dbb jugend nrw eine hochrangige Delegation aus Israel zu einer Austausch­maßnahme in NRW empfangen. Das Thema: Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.
Unter allen ausländischen Partnerverbänden, zu denen die dbb jugend nrw enge Kontakte pflegt, ist der Israelische Städte- und Gemeindebund der treueste. Den Kontakt nach Israel hält die dbb jugend nrw schon seit 1976. Im 40. Jahr der Zusammenarbeit empfing die dbb jugend nrw vom 7.-11. August eine 7-köpfige Delegation ihres israelischen Partnerverbandes in Nordrhein-Westfalen. Die Gruppe, bestehend aus Bürger­meistern und städtischen Direktoren, setzte sich bei ihrem Aufenthalt in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit ihren Freunden von der dbb jugend nrw näher mit einem Phänomen auseinander, das in Deutschland derzeit wieder hoffähig zu werden scheint: Anti­semi­tismus.

Sieben Gäste aus Israel durfte die dbb jugend nrw Anfang August in NRW begrüßen
Vom Antisemitismus wiederum ist es nur ein kleiner Schritt zur Fremdenfeind­lichkeit, die - oft harmlos verpackt mit Aussagen wie "Ich habe ja nichts gegen Flüchtlinge, aber…" oder dem vermeintlich unschuldigen "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen…" - wieder salon- und gesellschaftsfähig wird, je mehr Flüchtlinge aus Kriegsgebieten in Europa Schutz für Leib und Leben suchen.
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Herausragend an dem diesjährigen Austausch war die Vielzahl hochrangiger politischer Begegnungen, die die dbb jugend nrw für ihre Gäste arrangiert hatte. In das fünftägige Fachprogramm hatte die dbb jugend nrw sechs Bürger­meister­termine in Nordrhein-Westfalen eingebaut. Repräsentanten der Städte Bergisch Gladbach, Düsseldorf, Mönchengladbach, Monheim, Remscheid und Willich hießen die Städtevertreter aus Israel aufs herzlichste willkommen. Überall entwickelte sich ein reger Austausch über die Integrationsarbeit in den Kommunen und ein ums andere Mal zeigten sich die Gäste aus Israel beeindruckt über die Flüchtlingsarbeit, die in deutschen Städten und Gemeinden geleistet wird. „Deutschland macht das, was eigentlich die ganze Welt machen sollte“, fasste ein Mitglied der israelischen Delegation seine Anerkennung für die Arbeit mit Geflüchteten zusammen.

Weitere Gespräche wurden geführt im Polizeipräsidium Mönchengladbach, wo den Gästen ein prämiertes Selbstbehauptungsprojekt für Frauen mit Migrations­hintergrund vorgestellt wurde, und in der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Bonn, bei dem die Extremismusarbeit der bpb im Fokus stand.
Anregende und produktive Gespräche entwickelten sich auch in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf sowie in der Stadt Remscheid, wo sich die Gruppe aus Israel ausführlich über die dortigen "Stolpersteine" informieren konnte - im Boden verlegte quadratische Messingtafeln, die an das Schicksal der Menschen erinnern sollen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Israel selbst kennt Konflikte und Anfeindungen zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Ange­hörigen verschiedener Religionen nur zu gut. Und aus historischer Sicht betrachteten die israelischen Dele­ga­tions­mitglieder das Wiedererstarken rassis­tischen Gedankenguts in Deutschland mit großer Sorge. Entsprechend waren die vielen Gespräche, die die dbb jugend nrw im Rahmen des Delegationsbesuchs mög­lich gemacht hatte, geprägt von engagiert geführten Diskussionen über die Hintergründe von Vorurteilen gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen sowie die Herausforderungen des Zusammenlebens von Men­schen aus verschiedenen Kulturkreisen - auch und gerade in der augenblicklichen Flüchtlings­situation.

Im Remscheid informierten sich die Gäste
über die dortigen "Stolpersteine"

Am offiziellen Begrüßungsabend hieß die stellvertretende Landesjugendleiterin Sabrina Rehbann die Gäste aus Israel herzlich willkommen
Der Brisanz und Aktualität des Themas einerseits und dem israelischen Temperament andererseits war es geschuldet, dass die Gespräche mit viel Eifer und Leidenschaft geführt wurden. Auch die Zusammen­setzung der israelischen Delegation - von konservativen Juden über liberal eingestellte Juden bis hin zu einem Moslem - machte die Gespräche bisweilen tempera­ment­voll und dynamisch, doch gleichzeitig immer auch unglaublich gewinnbringend und wertvoll für alle Beteiligten auf deutscher wie auf israelischer Seite.

Durch die Austauschmaßnahme der dbb jugend nrw entwickelten sich neue Freundschaften und neue Projekte der Zusammenarbeit auf unterschiedlichsten Ebenen. Nach fünf gemeinsamen Tagen - so intensiv wie fünf gemeinsame Wochen - verabschiedete die dbb jugend nrw ihre israelischen Freunde am Flughafen nur schweren Herzens. Schon jetzt freuen wir uns alle auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr, wenn eine Delegation der dbb jugend nrw zum Gegenbesuch nach Israel reist.