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Große Öffentlichkeitsaktion der dbbj nrw: Junge Beschäftigte werben für mehr Respekt
03.09.2016  
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Die Nachrichten über Gewalttaten gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst reißen nicht ab: Vor zwei Tagen erst schlägt in Dietzenbach ein 51-Jähriger mehrfach mit einem Hammer auf den Kopf eines Jobcenter-Mitarbeiters ein und verletzt ihn lebens­gefährlich. Um der zunehmenden Gewalt etwas entgegenzusetzen, warben junge Menschen aus dem Öffentlichen Dienst heute in Düsseldorf bei einer Öffent­lich­keits­aktion für mehr Respekt.
Düsseldorfer Schadowplatz ganz in Magenta

Der Schadowplatz in Düsseldorf - normalerweise ein gewöhn­licher Platz mitten in der Fußgängerzone von Düsseldorf - zeigte sich am heutigen Samstag ganz in Magenta. Junge Polizisten, Lehrer, Finanzbeamte, Ver­wal­tungs­angestellte und Zugbegleiter von der Deutschen Beamtenbund-Jugend NRW (dbb jugend nrw) hatten sich diesen Ort ausgesucht, um teilweise in Uniform und Dienstkleidung unter dem Motto #jederverdientrespekt plakativ auf die Aggression und Gewalt aufmerksam zu machen, mit der Beschäftigte im Öffentlichen Dienst zunehmend zu kämpfen haben.

Am 3. September machte die dbb jugend nrw in Düsseldorf mobil gegen Gewalt

Bei ihrer Öffentlichkeitsaktion kamen die Mitglieder der dbbj nrw mit vielen Passanten ins Gespräch
Beschimpfungen wie "Du Schlampe!", "Ich wünsch dir Krebs an den Hals!" oder "Du Wichser!" gehören in vielen Ämtern und Behörden schon zum Alltagston und stehen noch für die harmloseren Attacken. Immer häufiger erleben Beschäftigte auch körperlich Gewalt. Und es sind keineswegs nur Polizisten betroffen. Auch in Sozialämtern und Jobcentern, in Klassenzimmern und Krankenhäusern, in Bussen und Bahnen und gegen­über Politessen und Ordnungskräften auf der Straße ist der Ton rauer geworden. Sogar Feuerwehrmänner und Rettungssanitäter werden immer häufiger angegriffen - ausgerechnet die, die kommen um zu helfen.

Überlebensgroße Plakate als Blickfang

Wie es aussehen kann, mit einem Messer, einer Glasflasche oder Faustschlägen angegriffen zu werden, hatte die dbb jugend nrw auf zwei überlebensgroßen Plakaten im Format 3,50 Meter x 2 Meter weithin sichtbar auf dem Schadowplatz dargestellt. Die über 20 jungen Mitglieder der dbb jugend nrw warben bei den vorbeigehenden Passanten für einen respektvolleren Umgang miteinander und berichteten, was sie an täglichen Beschimpfungen oder sogar Angriffen einstecken müssen, nur weil sie ihren Job machen.
Viel Zuspruch von vorbeigehenden Passanten

Bei ihren zahlreichen Gesprächen erfuhren sie von den Passanten sehr viel Unterstützung und Zuspruch. "Ich bin kürzlich als Fahrgast im Bus selber angegangen worden und finde es total wichtig, dass ihr euch für dieses wichtige Thema einsetzt", berichtete einer. Ein anderer fand: "Diese Aktion war längst überfällig! Ich habe heute Morgen davon im Radio gehört und bin extra hergekommen, um euch meine Unterstützung aus­zu­sprechen". Großes Lob äußerte er für die Aktion der Gewerkschaftsjugend: "Ich bin ganz auf eurer Seite! Macht denen da oben mal Druck, damit sich was ändert!"

Die Aktion #jederverdientrespekt ist Teil einer bundesweiten Kampagne gegen Gewalt
Ihre Solidarität konnten die Passanten auf vielfache Weise zum Ausdruck bringen. Um ein sichtbares Gegengewicht zur Gewalt herzustellen, konnten auf einer großen Plakatleinwand Friedens- und Wertschätzungsbotschaften hinterlassen werden. In einer Photobooth konnte jeder, der Lust hatte, mit verschiedenen Utensilien friedvolle und lustige Fotos von sich selber machen und diese als Print mitnehmen. Außerdem gab es die Möglichkeit, selber Buttons zu gestalten und sich so ein sichtbares Zeichen des Respekts ans Revers zu heften. Großen Anklang fanden auch die Luftballons mit dem Aufdruck „Keine Gewalt gegen Personal im Öffentlichen Dienst“.

Mit dem Hashtag #jederverdientrespekt seine Solidarität zeigen
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Kampagnen-Website
www.angegriffen.info
Nicht nur auf dem Düsseldorfer Schadowplatz machten Respektsbekundungen die Runde. Auch auf Facebook und Twitter zeigten viele User mit dem Hashtag #jederverdientrespekt ihre Solidarität mit der Aktion der dbb jugend nrw. Noch den ganzen Tag sind alle aufgerufen, ein Foto von sich selbst mit dem Hashtag #jederverdientrespekt zu posten und so ihre Unterstützung auszudrücken.
Die heutige Aktion #jederverdientrespekt ist Teil einer bundesweiten Kampagne der dbb jugend nrw zum Thema: "Mehr Schutz und Sicherheit für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst", mit der die dbb jugend nrw auf die zunehmende Gewalt gegenüber Staatsdiener aufmerksam machen möchte. Hierfür hat die dbb jugend nrw eigens eine Kampagnen-Website ins Leben gerufen. Unter www.angegriffen.info werden auf einem Zeitstrahl aktuelle Übergriffe auf Beschäftigte aus dem Öffentlichen Dienst gesammelt und dokumentiert. Zudem haben betroffene Beschäftigte dort die Möglichkeit, anonym ihre persönlichen Schock­momente aus dem beruflichen Alltag zu schildern. Allein in den ersten hundert Tagen nach Start der Kampagne wurden dort mehr als 225 Angriffe gemeldet.

Mehr als 20 engagierte Mitglieder machten sich für ihre Kolleginnen und Kollegen stark