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Visitenkarten als wichtigstes Reiseutensil
25.09.2016  
Der Koffer steht fertig gepackt in der Ecke. Oben drauf liegt ein Stapel Visitenkarten. Die hätte Daria Abramov auf ihrer ersten Auslandsreise mit der dbb jugend nrw eigentlich nicht mitgenommen. Jetzt aber sind sie ihr sehr wichtig.

Daria ist abenteuerlustig und neugierig. Beste Voraussetzungen für eine Reise in eine andere Kultur. Sie ist eine von zehn jungen Beschäftigten aus dem Öffentlichen Dienst, die am heutigen Sonntag zusammen mit der dbb jugend nrw nach Taiwan starten.

Mehr als 9.000 Kilometer in eine fremde Kultur
"Ich reise total gerne", erzählt sie kurz vor dem Start und fügt an: "Im vergangenen Jahr war ich in Mexiko". Etwa gleich weit wird es nach Taiwan sein: 9.480 Kilometer Luftlinie trennen Wuppertal und Taiwan voneinander. Und doch ist Taiwan vollkommen anders als Mexiko. Wie anders, davon macht sich Daria im Moment nur Vorstellungen. Auf einem Vorbereitungstreffen vorab hat sie nicht nur ihre Mitreisenden kennen gelernt, sondern allerlei Informationen an die Hand bekommen, die den Aufenthalt leichter machen sollen. Denn "in Taiwan ist vieles anders", weiß sie schon jetzt.

"Manche Dinge funktionieren dort genau anders herum als hier, habe ich gehört. Beispiel: Wenn man jemanden begrüßt, gilt es in Deutschland als gute Etikette, kraftvoll zuzupacken und bestimmt zu schütteln. In Taiwan ist das verpönt. Dort gibt man ganz leicht die Hand und schaut dem Gegenüber nur kurz in die Augen", weiß die junge Wuppertalerin schon. Um einen guten Eindruck zu hinterlassen, hat sie darum auch schon einen Stapel Visitenkarten bereit gelegt, der unbedingt mit muss. Auf einer normalen Urlaubsreise eher ein No-Go, sind sie beim Aufenthalt in Taiwan bedeutend. Warum, erzählt Daria: "Sie haben einen hohen Stellenwert und werden nicht wie hier einfach dem anderen in die Hand gedrückt, sondern mit beiden Händen übergeben. Danach sollten sie tunlichst auch nicht gleich in einer Hosentasche oder in der Brieftasche verschwinden, sondern eine Weile auf dem Tisch liegen."

Am 25. September reist Daria für 11 Tage mit
der dbb jugend nrw nach Taiwan
Übertrieben höflich oder nur gastfreundlich?

Was Europäern fremd und vielleicht ein bisschen übertrieben vorkommt, ist Daria nicht ganz unbekannt. Auch beruflich hat sie viel mit Asiaten zu tun. Ihr fällt dabei immer ihre Freundlichkeit sehr ins Auge. "Ich glaube, dass sie eine Art Willkommenskultur haben und sehr gastfreundlich sind", mutmaßt sie im Vorfeld.

Wie es sein wird, mit der dbb jugend nrw in einem anderen Land zu sein, darauf ist sie sehr gespannt. "Wir können ganz andere Eindrücke bekommen, als das bei einer privaten Reise der Fall wäre. Allerdings habe ich schon ein bisschen Sorge vor den vielen Terminen und Respekt vor dem straffen Programm", gesteht die Wuppertalerin. Das sieht unter anderem einen Besuch beim High-Tech-Unternehmen HTC vor. "Dazu habe ich gerade erst einen Beitrag in einer Wissenschaftssendung gesehen. Spannend finde ich HTC, weil ich ohnehin denke, dass die Taiwanesen technologisch sehr fortschrittlich sind", sagt Daria.

Radtour bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit

Ein krasses Kontrastprogramm wartet auf die zehnköpfige Mannschaft bei einer zweistündigen Radtour. "Das wird bei 30 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit sicher ein Erlebnis werden", witzelt die Kombanerin. Ihr fester Entschluss, sich aber von allen Dingen - auch den anderen Ernährungsgewohnheiten - überraschen zu lassen, steht. "Ich werde zumindest probieren. Und zur Not gibt es bestimmt genug Reis."