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Zu Gast bei Freunden: dbb jugend nrw in der Ukraine
28.09.2016  
Sieben neugierige Gewerkschafter machten sich am 21. August auf den Weg in die Ukraine, um dort eine Woche lang mehr über Jugendengagement, Freiwilligenarbeit, Gewerkschaften, Land und Leute zu erfahren. Sie kamen als Fremde und gingen als Freunde.

Das Thema "Engagementförderung junger Erwachsener durch Freiwilligendienste" ist in der Ukraine kein unbeschriebenes Blatt. Bei zahlreichen Terminen erfuhren die Gäste aus NRW, dass freiwilliges Engagement auch in der Ukraine einen hohen Stellenwert hat und stark vorangetrieben wird. So wurde den Besuchern bei einem Termin in der Kreisverwaltung Tschernigiv ausführlich über das nationale Programm "Jugend der Ukraine 2016-2020" berichtet. Freiwillige Studenten und Jugendliche sammeln bspw. Spenden für Kinderkrankenhäuser oder veranstalten Aktionen zur sportlichen Förderung sowie Brauchtumspflege. Auch Ferienfreizeiten werden von Studierenden und jungen Erwachsenen, die zuvor eine entsprechende Ausbildung durchlaufen haben, geleitet und organisiert. Die Gäste wurden mit so vielen Informationen versorgt, dass am Ende nur noch Zeit für eine kurze Vorstellung des Verbands blieb.
Eine besonders schöne Erfahrung machte die Gruppe aus NRW in diesem Zusammenhang in einem Jugendcamp, wo sie auf eine große Gruppe junger, engagierter und interessierter Heranwachsender traf. Der Leiter erläuterte den Besuchern, wie dort spielerisch fachliche, persönliche und soziale Kompetenzen der Teenager herauskristallisiert und gefördert werden. Im Gespräch wurde auch die Gruppe von den Camp-Teilnehmern über Deutschland, die Meinung und das Wissen über die Ukraine, über Freizeitaktivitäten und natürlich Sport ausgefragt. Hier wurde der Delegation einmal mehr bewusst, wie offen und herzlich die Menschen der Ukraine sind.

Freiwilligenarbeit auch im Zeichen der Konflikte

Mit den Nationalfarben der Ukraine ausgestattet:
die Delegation aus NRW

Zahlreiche Fachtermine standen auf der Agenda während des 8-tägigen Austauschs mit der Ukraine
Die Situation in der Ostukraine ist auch im Gebiet Tschernigiv nicht auszublenden. Auch wenn man sich hier auf "sicherem Boden" befindet, wird bei vielen Terminen deutlich, wie präsent der Konflikt im ganzen Land ist. Ein großer Teil der Freiwilligenarbeit hängt mit der Unterstützung von Soldaten im Krisengebiet, Hinterbliebenen sowie Wiederkehrern zusammen. In einem Freiwilligenzentrum konnte die Delegation zuschauen, wie Damen (jung und alt) in akribischer Feinarbeit beispielsweise Tarnnetze knüpfen. Eine bedrückende Situation für die Gäste aus Deutschland, für die Einheimischen trauriger Weise mittlerweile täglich Brot. Unter demselben Dach finden auch Hinterbliebene Gleichgesinnte sowie Unterstützung. Eine kleine Gruppe von Eltern und Müttern gefallener Soldaten hat sich dort zusammengetan, um das Leid zu teilen und gemeinsam wieder zu Stärke zu finden.
Gemeinsame Probleme in der Gewerkschaftsarbeit

Über das schwierige Thema der Mitgliedergewinnung konnte man sich bei einem Termin mit dem Leiter der nationalen unabhängigen Gewerkschaften im Forum der gewerkschaftlichen Organisation Tschernigiv austauschen. Auch hier habe man das Problem, dass junge Menschen nicht ausreichend über Gewerkschaften und deren Vorteile informiert sind, wenn sie denn überhaupt von deren Existenz wissen. In der Ukraine steht man allerdings vor noch größeren Herausforderungen als in Deutschland, denn hier werden gewerkschaftliche Strukturen derzeit erstmalig aufgebaut. Die Vertreter der dbb jugend nrw brachten großen Respekt für das Engagement und das Anpacken derartiger Herausforderungen hervor.

Grußwort des Landesjugendleiters der dbbj nrw bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag
Dass sich die Ukrainer, besonders in Zeiten wie diesen, durch großen Zusammenhalt und Stolz auszeichnen, merkte man nicht bloß bei den diversen Fachterminen, sondern auch beim Nationalfeiertag zur Unabhängigkeit in Kiev. Zu ihrem 25. Geburtstag verwandelte sich die Millionen-Hauptstadt in ein einziges Fest, getaucht in die Nationalfarben Blau und Gelb. Die Gäste aus NRW tummelten sich unter die Einheimischen und ließen sich von den Feierlichkeiten mitreißen. Wie immer in Begleitung alter und neuer Freunde, denn auch in diesem Jahr wurde die Delegation der dbb jugend nrw wieder mit offenen Armen seitens des ukrainischen Partners empfangen. Und nicht nur einmal fiel der Satz "wir fühlen uns hier wie Zuhause". Dem Landesjugend­leiter Jano Hillnhütter wurde sogar die Ehre zu Teil, bei den alljährlichen Feierlichkeiten zur slawischen Kultur "Kiever Rus" in Ljubetsch ein Grußwort an die Besucher richten zu dürfen.
So machte sich die Gruppe aus NRW nach einer Woche vollbepackt mit neuen Erkenntnissen, Erfahrungen, einer geballten Ladung Kultur und vielen neu gewonnenen Freunden schweren Herzens wieder auf den Weg in die Heimat. Bis zum nächsten Mal! Spasybi za vse! Danke für alles!