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Taifun, Technologie und Traumsee - Erlebnisse aus Taiwan
06.12.2016  
Technischer Fortschritt und Schnelllebigkeit: Das sind Dinge, mit denen man bei einem Besuch in Taiwan wohl rechnet. Das aber, was Daria Abramov an Erlebnissen aus dem fernen Land mit zurückbringt, ist weitaus mehr als das. Mit einem Taifun fing alles an.
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Abenteuerreise nach Taiwan
Schon als die zehnköpfige Reisegruppe der dbb jugend nrw zur Zwischen­lan­dung in Peking den Flieger wechselte, war es ungewöhnlich windig. "Eine Stunde saßen wir auf dem Rollfeld, bis es weiterging", erzählt uns Daria Abramov nach der zehntägigen Austauschreise. Am Ziel in Taipeh angekommen, ging gar nichts mehr: "Wir haben den ganzen Tag im Hotel verbracht, während es draußen wie verrückt stürmte", sagt Daria. Taifun Megi tobte mit fast 200 Stun­den­kilo­metern durch die Stadt.

So kam mit dem öffentlichen Leben auch das Programm des ersten Tages zum Erliegen. "Wir hätten an diesem Tag die taiwanesische Partnerorganisation der dbb jugend nrw kennengelernt und ein Abendessen mit einem Minister gehabt", erinnert sich Daria. Stattdessen stand nun Relaxen im Hotel an. An den darauffolgenden Tagen bekam das Programm kurz noch ein Facelift, um den ein oder anderen Termin nachholen zu können.

Nur vier Stunden Schlaf - so viel zu sehen

"Ich wusste schon vorher, dass es im Vergleich zu einer normalen Urlaubsreise unendlich viele und andere Eindrücke geben würde", sagt Daria. Auch dass das Programm in gewisser Weise eine konditionelle Herausforderung ist, hat sich mittlerweile unter den Teilnehmern von Austauschreisen der dbb jugend nrw herumgesprochen. Durch den zu Beginn verlorenen Tag fegte es aber dann in Folge wirklich an ihnen vorbei. "Manchmal haben wir nur vier bis fünf Stunden geschlafen - aber das lag natürlich auch daran, wie wir die Abende haben ausklingen lassen", berichtet die junge Wuppertalerin augenzwinkernd.

In Taipeh erkunden Daria (3.v.l.) und die Gruppe eine Bibliothek, die 24 Stunden am Tag erreichbar ist
Neugierig auf die Fremde war sie gestartet und wissbegierig nutzte sie die Zeit, um wie ein Schwamm möglichst viel über das bis dahin unbekannte Land aufzusaugen. Technischen Fortschritt hatten zwar alle in Taiwan erwartet, doch wo er überall anzutreffen ist, verwunderte viele dann doch - zum Beispiel in einer öffentlichen Bibliothek, die niemals ruht: "Die haben 24 Stunden am Tag geöffnet. Kinder, Eltern mit Kindern, Teenager, Senioren, Studenten - alle diese Gruppen fin­den dort eigene Bereiche und Themenräume, in denen sie Zeitung lesen, Filme gucken oder in Büchern und Magazinen schmökern können", berichtet sie sichtlich beeindruckt. Weiteres Wunderwerk der Technik: "Die Bücher werden dort sogar vollautomatisch desinfiziert."

Hinter den Kulissen: Hier fertigt Google seine Handys
Auch die neuen Pixel-Smartphones, mit denen Google gegen Apple anstinken will, kommen aus Taiwan - sie werden beim Technik-Hersteller HTC gefertigt. Die Reisenden der dbb jugend nrw hatten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Konzerns zu werfen und staunten nicht schlecht: "Ich war sehr beeindruckt, was man dort für die Mitarbeiter tut. Die Beschäftigten dürfen während ihrer Arbeitszeit das firmeneigene Fitnessstudio oder einen von drei Basketballplätzen nutzen. Außerdem gibt es eine Cafeteria, in der die Firmenmitarbeiter kostenfrei essen können", erzählt Daria. Was sie trotzdem ein wenig erstaunte: "Es war kaum ein Mitarbeiter auf den Sportanlagen zu sehen." Anders als hierzulande kann man all diese Bereiche nur betreten, wenn man sich per Chipkarte einloggt. "Das macht die Menschen vollkommen kontrollierbar", merkt Daria kritisch an.

Gruppenfoto bei der taiwanesischen
High Tech Computer Corporation - oder kurz: HTC
Auch in der Finanzverwaltung setzt man auf technischen Fortschritt. "Man hat uns ein elektronisches Verfahren für das Erstellen von Steuererklärungen vorgestellt. Das war zwar beeindruckend und konnte deutlich mehr als unser Ver­fahren, aber es macht die Menschen gläsern. Die Regierung hat viele Einblicke in dein Leben. Hier würde das aus Datenschutzgründen nicht gehen."

Der Sonne-Mond-See liegt in 760 Meter Höhe
am Westhang des Zentralgebirges von Taiwan
Was für die Seele darf auch nicht fehlen

Neben technischen Errungenschaften begeisterte das Land auch mit seiner schönen Natur. Ein Highlight: Der Sonne-Mond-See als echter Hingucker. "Er ist nicht zu vergleichen mit unseren Seen, die ja eher dunkel und trist sind. Er leuchtet richtig blau-grün", erzählt Daria. Besonders genießen lässt sich das Bild, wenn man mit einer Seilbahn darüber hinweg fährt. Mit solch strahlen­den Erinnerungen kehrte Daria nach zehn Tagen aufregender Reise wieder nach Hause zurück, in sich die Gewissheit: "Das würde ich auf einer Urlaubs­reise so nie erleben." Angespornt durch die große Gast­freund­schaft und die vielen schönen Eindrücke würde sie auch auf eigene Faust nochmals das Land erkunden.