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Kampagne "Gefahrenzone Öffentlicher Dienst" in Brandenburg vorgestellt
07.12.2016  
Gewalt macht an Ländergrenzen nicht Halt. Darum stellte die dbb jugend nrw ihre Kampagne "Gefahrenzone Öffent­licher Dienst" jüngst auf dem Landesgewerkschaftstag der Gewerkschaft "vbba - Arbeit und Soziales" in Berlin-Brandenburg vor. Hier lest ihr, was die vbba-Kollegen zum Thema "Gewalt" zu erzählen hatten:

Es war lediglich dem Zufall geschuldet, dass eines der Mitglieder der vbba-Landesgruppe Berlin am 21. April 2011 auf der Arbeit nicht Ziel eines Axtangriffs wurde. Weil er an diesem Tag nicht im Jobcenter an seinem Arbeitsplatz saß, traf es stattdessen einen Kollegen: Ein 34 Jahre alter Mann stürmt an jenem Tag in das Gebäude, bedrohte Angestellte und zerstörte dann mit einigen wuchtigen Hieben Computer und Bildschirm sowie mehrere Glastüren.

Aufgestauter Frust und zerstörte Büroausstattung nicht nur in NRW-Behörden

Obwohl dieser Fall schon einige Jahre her ist, sitzt er den Betroffenen noch immer in den Knochen. Und er macht eines deutlich: Gewalttätige Übergriffe in den Behörden sind keine Einzelfälle und kommen auch nicht nur in Nordrhein-Westfalen vor. Auch in anderen Bundesländern, wie hier in Berlin-Brandenburg, sind Beschäftigte in Arbeitsagenturen und Jobcentern von zunehmender Aggression und Gewalt betroffen. Häufig berichten sie von Beleidigungen und Übergriffen, von aufgestautem Frust oder auch Existenznöten auf Seiten der Kunden, die sich in Gewalt gegen die Büroausstattung der Mitarbeiter oder gar in körperlichen Angriffen auf die Beschäftigten selber entlädt.

Kampagne "Gefahrenzone Öffentlicher Dienst" nach Brandenburg getragen
Die Fachgewerkschaft im dbb, die viele dieser Kolleginnen und Kollegen organisiert - die Gewerkschaft "vbba - Arbeit und Soziales" - hat das Thema "Gewalt" daher schon seit geraumer Zeit fest in den Blick genommen. Um sich hier noch besser zu vernetzen und die Bemühungen um besseren Schutz der Mitarbeiter zu intensivieren, lud die vbba Landesgruppe Berlin-Branden­burg einen Vertreter der dbb jugend nrw am 9. November zu ihrem Landesgewerkschaftstag nach Brandenburg an der Havel ein. Neugierig war man dort auf das, was Markus Klügel, Geschäftsführer der dbb jugend nrw über die Kampagne "Gefahrenzone Öffent­licher Dienst" zu erzählen hatte: über die Entstehung der Kampagne, bisherige Ergebnisse und einen Ausblick darauf, was der Verband in Zukunft dazu noch geplant hat.

Schnell war unter den rund 30 Zuhörenden klar, dass die Bemühung des vbba-Landesverbandes, dieses Thema mit anzupacken, unumgänglich sind. Fast alle konnten sie aus eigener Betroffenheit von Situationen in ihrem Berufsleben berichten, in denen sie beleidigt, bespuckt oder sogar tätlich angegriffen wurden. "Diese Kampag­ne kam genau zum richtigen Zeitpunkt", war eine der vielen positiven Rückmeldungen aus dem Plenum.

Vor Vertreter/innen der vbba-Gewerkschaft stellte Markus Klügel die Kampagne der dbb jugend nrw vor
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Die mit dem Politikaward 2016 ausgezeichnete Kampagne der dbb jugend nrw sei jetzt notwendiger als jemals zuvor, so der Tenor. Deutlich wurde das in der Tatsache, dass auch hier viele Beschäftigte über mangelnden Rückhalt der Arbeitgeber klagen. Akut zu schaffen macht vielen Beschäftigten auch der unzureichende Schutz sowie Unklarheiten zum Handlungsrahmen bei Zwischenfällen.

Das passiert, wenn es keinen Notfallplan gibt

"Eine Mitarbeiterin erzählte von einer Situation, in der ein Kunde in der Behörde vollkommen ausrastete, mit Möbeln um sich warf und laut wurde", erzählt Markus Klügel im Nachgang der Veranstaltung. Zwar funktionierte die Alarmierung der Kollegen, die sofort hinzueilten. Doch dann wusste zunächst niemand so richtig, was denn jetzt genau zu tun sei. Gefühlte Minuten standen drei Mitarbeiter perplex neben dem wütenden Mann im Raum, bis sie in der Lage waren, ihn unschädlich zu machen und die Situation zu entschärfen. "Das ist ein klassisches Beispiel dafür, was passiert, wenn es keinen Notfallplan gibt und Beschäftigte keine Handlungskonzepte für solche Fälle an die Hand bekommen", resümiert Klügel.

Diese Erkenntnis wird neben anderen in die weitere Arbeit rund um die Kampagne einfließen. Viel Stoff für den dort integrierten virtuellen Kummerkasten hätte es aus Brandenburg gegeben. Vielleicht kann man den ein oder anderen Fall demnächst dort nachlesen.