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Landesbeschäftigte verdienen vier Prozent weniger als Kollegen beim Bund
10.02.17  
In Düsseldorf und anderen Städten gehen die Tarifbeschäftigten des Landes NRW auf die Straße, um den Druck im Tarifkonflikt zu erhöhen. Wir haben mit der stellvertretenden Vorsitzenden der dbb jugend nrw, Sabrina Rehbann, darüber gesprochen, warum sich finanziell dringend etwas tun muss.

Sechs Prozent mehr Lohn, das ist die Forderung der Arbeitnehmer im Tarifstreit. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hält das immer noch für viel zu hoch. Nicht einmal die Industrie habe solche Gehaltsabschlüsse erzielt.

Sabrina Rehbann: "Die Einkommensschere zwischen Bund und Ländern darf nicht noch größer werden!"
S. Rehbann: Das ist ja nur die halbe Wahrheit. In den letzten Jahren, in denen die Länder eher mau waren, haben wir uns stets mit geringen Abschlüssen zufrieden gegeben. Das Ergebnis: Wir sind bei einer enormen Gehaltsdifferenz zwischen den Beschäftigten bei Bund und Kommunen einerseits und den Ländern anderer­seits angelangt. Landesbedienstete bekommen satte vier Prozent weniger für die gleiche Arbeit.

Kannst du ein Beispiel geben?

S. Rehbann: Ja. Ein Betriebsprüfer, der beim Bundes­zentralamt für Steuern arbeitet, erhält ein höheres Gehalt als ein Betriebsprüfer der Finanzverwaltung NRW. Zumin­dest im gleichen Bundeland sollte man beide auch gleich bezahlen. Dass das nicht so ist, hat schon für Abwerbungen gesorgt.

Warum hältst du eine finanzielle Angleichung zwischen Bund und Ländern jetzt für machbar?

S. Rehbann: Ganz einfach: Die Steuereinnahmen sind gestiegen. Das macht es endlich möglich, uns wieder an ein angemessenes Niveau anzugleichen. Wir müssen jetzt nachholen, worauf wir zuvor verzichten mussten. Sonst wird die Einkommensschere zwischen Bund und Ländern immer größer. Die Alternative dazu wäre, die Tarifverhandlungen von Bund, Kommunen und Ländern wieder zusammenzulegen. Derzeit verhandeln in einem Jahr Bund und Kommunen und im anderen die Länder. Damit sind die Gehaltsentwicklungen in diesen Bereichen voneinander entkoppelt.
Die Forderungen der jungen Beschäftigten sind neben der uneingeschränkten Übernahme und einer Erhöhung der Vergütung um 90 Euro die nach 30 Tagen Urlaub. Welche Forderung findest du persönlich besonders wichtig?

S. Rehbann: Die nach 30 Tagen Urlaub. Dies nicht nur den Beschäftigten, sondern auch den Auszubildenden zu gewähren, ist eine Frage der Gleichberechtigung. Zudem zeigen zahlreiche Studien, dass eine längere Wochen­arbeits­zeit nicht produktiver macht. Wenn Menschen entspannter und erholter sind, können sie ihre Ressourcen auch besser einsetzen.