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"Einer der wichtigsten Jugendverbände in NRW": 60 Jahre dbb jugend nrw
03.05.2017  
60 Jahre und Jugend - das passt auf den ersten Blick nicht zusammen. Und doch feierte die dbb jugend nrw ihr rundes Jubiläum so jung und frisch wie lange nicht. Wie ein Verband es schafft, über so viele Jahre nicht an Schwung und Innovation zu verlieren, das ließen sich Gewerkschafter, Politiker und Freunde von nah und fern am vergangenen Wochenende wie einen Geburtstagskuchen auf der Zunge zergehen.

Geburtstag ist Partytime. Meist ist das so. Neben dem Feiern nutzten die rund 150 Mitglieder, Politiker und Ehrengäste der dbb jugend nrw das runde Jubiläum nicht nur für den Blick zurück, sondern auch für einen ins Hier und Jetzt. "Wie stehen wir heute da?", das war die zentrale Frage, die Jano Hillnhütter als Vorsitzender des gewerkschaftlichen Jugenddachverbandes am vergangenen Wochenende auf dem Festakt zur 60 Jahr-Feier in Bergisch Gladbach stellte.

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Großartig, könnte man kurz zusammenfassen. "Die dbb jugend nrw ist eine starke Stimme für junge Beschäftigte im Öffentlichen Dienst und gleichzeitig einer der wichtigsten Jugendverbände in unserem Land", so formulierte es die Minister­präsidentin des Landes NRW, Hannelore Kraft, in ihrer Videobotschaft zum runden Geburtstag. Bei 25 verschiedenen Jugendverbänden, die sich unter dem Dach des Landesjugendrings zusammengeschlossen haben, ist das eine besondere Position.

Dass die dbb jugend nrw überhaupt so gut dastehen kann, dafür haben die Gründungsväter vor vielen Jahren große Anstrengungen unternommen. Als sich die dbb jugend nrw am 21.3.1957 formal als Abteilung des DBB-Erwachsenen­verbandes in NRW gründete, lag der Blick vor allem auf der gewerkschaftlichen Arbeit. Sehr früh aber nahm die erste Landesjugendleitung unter Führung von Karl-Heinz Nitz in den Fokus, als Jugendverband auch in gesell­schafts­poli­tischen Fragen Stellung zu beziehen.

Eine Kraftanstrengung zur Geburtsstunde
Die Hürde aber, um auch Wort und Sitz im Zusammenschluss der Jugendverbände in NRW - dem Landesjugendring - zu bekommen, war nur mit un­ermüdlichem Fleiß, einem langen Atem und viel Kraft zu nehmen: "Wir mussten 40 Jugendgruppen mit 20.000 Mitgliedern vorweisen, um Mitglied des Landes­jugend­rings zu werden", erinnert sich Nitz in einem Video an die schweren Anfänge. "Und das alles vom privaten Wohn­zimmer aus", blickte der langjährige Geschäftsführer Jochen Börger, ebenfalls Gründungsmitglied, bei der Feierstunde in Bergisch Gladbach zurück. In einer Zeit, in der es nicht einmal selbstverständlich war, eine Schreibmaschine für die ehrenamtliche Arbeit gestellt zu bekommen, gelang es den engagierten Jung­gewerk­schaf­tern, den Funken im ganzen Land für ihre Idee über­springen zu lassen und am Ende tatsächlich Mitglied im Landesjugendring zu werden.

Seit 1960 freier Träger der Jugendhilfe in NRW
© Michael Schopps / schopps-fotografie.de
Jochen Börger (li.), Sandra Kothe (2.v.r.) und Roland Staude (re.) waren Redner auf der 60 Jahr-Feier
Foto: © Michael Schopps / schopps-fotografie.de
"1960 haben wir die Anerkennung als förderungswürdiger Träger der freien Jugendhilfe bekommen", denkt Börger zurück. Ein großer Tag, an dessen Bedeutung heute kaum einer mehr denkt. Doch ohne diese wertvolle Pionierarbeit gäbe es für die dbb jugend nrw keine finanzielle Unterstützung aus öffentlichen Mitteln des Landes NRW. Viele Aktivitäten in den Kreisjugendgruppen vor Ort wären dann beispielsweise gar nicht möglich.

Die dbb jugend nrw hat die vergangenen 60 Jahre genutzt, um sich neben der gewerkschaftlichen Arbeit auch als Jugendverband einen Namen zu machen. Für die Jugend gehörte schon immer dazu, auch kritisch ihre Meinung zu äußern, für ihre Überzeugungen zu streiten und mit den Positionen auch das ein oder andere Mal anzuecken. So resümierte der Landesvorsitzende des DBB NRW, Roland Staude, aus seiner Zeit als Landesjugendleiter bei der dbb jugend nrw nicht ganz ernst gemeint: Damals seien die Verbandsvertreter aus NRW auf Bundesebene als "Nordrhein-Vandalen" verschrien gewesen. Das habe aber er immer als besonderes Qualitätsmerkmal verstanden. Bis heute habe die dbb jugend nrw politisch diese hohe Kompetenz behalten.

Gemeinsame Arbeit in Solidarität und Achtsamkeit

60 Jahre sind - so waren sich die Gratulanten einig - eine lange Zeit und dennoch sieht die dbb jugend nrw im Gegen­satz zu anderen 60-Jähringen kein bisschen als alt aus. "Oldtimer hegt und pflegt man - aber manchmal lässt man sie besser in der Garage stehen, weil sie so alt sind", sagte Sandra Kothe, Bundesvorsitzende der dbb jugend, die eigens aus Berlin angereist war. Beim Verband in NRW sei das jedoch anders. Es gebe gute Arbeit, von der alle profitieren können. "Ich blicke auf acht gemeinsame Jahre zurück: mit Solidarität und Achtsamkeit."