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90 Kilometer Menschen - und die Jugendgruppe Aachen mittendrin
04.07.2017  
Drei Länder, 90 Kilometer, 50.000 Teilnehmer: Mit einer riesigen Menschenkette protestierten im Länderdreieck bei Aachen Deutsche gemeinsam mit Niederländern und Belgiern gegen Atomkraft und für die Abschaltung der Atommeiler im belgischen Tihange und Doel. Auch die dbb-Kreisjugendgruppe Aachen war dabei.

Schon lange machen sich die Menschen in der Aachener Grenzregion große Sorgen um den nicht allzu weit entfernten Atommeiler im belgischen Tihange. Seit vielen Monaten prangen im Grenzgebiet Plakate, auf denen das sofortige Abschalten gefordert wird. "Wöchentlich hört man neue Berichte über weitere Haarrisse in der Außenhülle", sagt die Schriftführerin der Kreisjugendgruppe (KJG) Aachen, Susanne Aumann. Die Menschen sind beunruhigt, auch die Mitglieder der KJG Aachen.

Von der Twitter-Initiative zur 90 Kilometer langen Menschenkette
Im Vorstand hatte man schon länger die Idee, sich darum an einer Aktion gegen Atomkraft zu beteiligen. "Beschlossen haben wir das Mitte 2016", sagt die Schriftführerin. Als es nun konkret wurde, liefen bei ihr zuletzt durch die Anmeldung zur Aktion "Kettenreaktion" die organisatorischen Fäden zusammen. Ziel der Aktion, die von der Twitter-Initiative "Stop Tihange" ins Leben gerufen wurde, ist die sofortige Abschaltung der zwei Pannenmeiler Tihange 2 bei Lüttich und Doel 3 bei Antwerpen.

Am vergangenen Sonntag setzten dann 50.000 Men­schen aus allen drei betroffenen Ländern dafür ein Zeichen, indem sie auf einer Strecke von 90 Kilometern eine Menschenkette bildeten. Schon frühzeitig hatte die Kreisjugendgruppe die Werbetrommel für die Aktion gerührt und auch die Mitglieder aller Fach­gewerk­schaf­ten und des DBB-Kreisverbandes zum Mitmachen angerufen. Am Ende waren es 20 Mann, die sich im kleinen niederländischen Örtchen Cadier en Keer die Hände reichten und Teil eines Streckenabschnitts auf dem Weg zum Atomkraftwerk in Belgien wurden.

Die Mitglieder der dbb-Kreisjugendgruppe Aachen
bei der Demo gegen den Pannenmeiler Tihange
Nach einem Zwischenfall könnte man in Aachen nicht mehr leben

Stellung bezogen hatten die Aachener im niederländischen Cadier en Keer
Die Meinungen über die Sicherheitsstandards solcher Meiler laufen in Belgien und Deutschland auseinander, sagt Susanne Aumann. "Ich mache mir Gedanken darüber, dass man in Aachen nicht mehr leben könnte, wenn es zu einem Zwischenfall käme", sagt sie. Die Sorge ist da. "Es muss sich etwas ändern." Die groß angelegte Aktion sahen die Mitglieder der KJG als gute Gelegenheit zur Beteiligung. "Ein bisschen ist es wie bei den Tarifverhandlungen. Solche Aktionen werden erst plakativ, wenn viele mitmachen", sagt sie. Ein weiterer Grund, der die jungen Gewerkschafter zur Teilnahme motiviert hat: Sie wollen sich jugendpolitisch engagieren und ein Zeichen setzen.
Als sich die Teilnehmer aus Aachen um 12 Uhr zur gemeinsamen Abfahrt trafen, wussten sie schon, wohin es sie führen würde. "Mit der Anmeldung war uns ein Streckenabschnitt zugeteilt worden", erzählt Dominique Desgronte, die als Mitglied der KJG dabei war. Sie hatten Glück: Nahe des Demonstrationsortes, an dem sie Aufstellung nehmen sollten, lag ein großer Supermarkt. "In dem haben wir uns erst einmal mit Getränken und Snacks eingedeckt", sagt sie. Dort solidarisiert man sich sogar mit den Demonstranten. Man bietet ihnen an, auf dem Geschäftsparkplatz zu parken. Eigentlich ist das nur den Kunden für die Zeit des Einkaufs gestattet.

Selbst Maskottchen Ingo reicht den Flügel

Insgesamt war die Menschenkette 90 Kilometer lang
Um 14.45 Uhr war der große Augenblick gekommen: Die lange Kette zwischen Deutschland und Belgien schloss sich für eine Viertelstunde. Da, wo die Lücke zwischen den Menschen zu groß war, kam erprobtes Demomaterial zum Einsatz - wie zum Beispiel pinke komba-Klatscher. Und auch das pinke Maskottchen der KJG Aachen, Flamingo Ingo, war mit beim Schulterschluss der 50.000 dabei.