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Warum ein leerer Teller in China nichts Gutes bedeutet
20.07.2017  
Asien fand Susanne Aumann schon immer interessant. Bald macht sie sich gemeinsam mit der dbb jugend nrw auf den Weg nach China - und kommt damit im Geiste auch ihren eigenen Wurzeln ein Stück weit näher.

Das wird eine gigantische Reise. Das weiß auch Susanne. Der Urlaubsantrag beim Ordnungsamt in Aachen ist genehmigt, das Vorbereitungstreffen bei der dbb jugend nrw ist absolviert. Susanne hat nun eine erste Idee davon, was auf sie zukommen wird, wenn sie am 3. August für zehn Tage nach China reisen wird.

Aus dem beschaulichen Aachen in eine Weltmetropole

Bei Besuch in Peking steht auch ein Ausflug
zur Großen Mauer auf dem Programm
Sie wechselt ihren gewohnten Alltag in der 250.000 Ein­wohner-Stadt Aachen gegen ein unvorstellbares Pul­sieren in der 21,5 Millionen Einwohner-Stadt Peking. Nicht umsonst hat die chinesische Hauptstadt auch den Ruf als schlaflose Stadt. "Natürlich macht man sich vorher Gedanken, was man dort erleben wird", sagt die 27-Jährige.

Sicherlich sei China ein krasses Gegenteil in Sachen technologischer Fortschritt, ist sie sich sicher. Sehr gespannt ist sie auch auf die Unterschiede zwischen dem Zentrum der Macht und den ländlichen Gebieten. "Die Dimension dieses Landes können wir uns gar nicht vor­stellen." Die größte Stadt, in der sie bisher war, zählte 8,3 Millionen Einwohner. Das war London.

Den eigenen Wurzeln ein Stückchen näher kommen
Wie kommt überhaupt man auf die verrückte Idee, seinen Urlaub für eine solch anstrengende Austauschmaßnahme zu opfern, wollen wir wissen. "Ich habe mich schon immer für den asiatischen Raum interessiert", kommt es wie aus der Pistole geschossen. China sei eine Weltmacht, die immer mehr Bedeutung bekomme. Immer mehr Kinder lernen schon in der Schule die chinesische Sprache. Außerdem kommt sie selbst aus dem asiatischen Raum. Susanne wurde in Kasachstan geboren und kam mit zwei Jahren nach Deutschland. "So reise ich ein bisschen in die Richtung meiner alten Heimat", sagt sie.

Dennoch ist ihr klar, dass sie im Land der Mitte auf eine vollkommen andere Kultur treffen wird. Dazu gehört auch die Begegnung mit dem Volk der Yi. Sie gehören zu einer Minderheit der 56 in China anerkannten Nationalitäten und leben sehr traditionell. Verhaftet in der Vorstellung an Regen schickende Götter und den Glauben an Drachen, die nachts die Dörfer bewachen. "Ich selber glaube gar nicht an etwas Übernatürliches", sagt die 27-jährige Kombanerin. Aber sie ist sehr gespannt auf das Leben dieser Menschen. Sie habe vollen Respekt für ihre Lebensweise, auch wenn sie sich selbst nicht damit identifizieren könne.

Mit Benimmregeln gut vorbereitet nach China


Beim Vortreffen seien sie schon gut auf die Gepflogenheiten in der Fremde Land vorbereitet worden, erzählt Susanne. Was sie zuvor nicht wusste: Beim Essen muss etwas auf dem Teller übrig bleiben. Was hierzulande als Unhöflichkeit gilt, ist im fernen China hingegen der Nachweis für den Gastgeber, dass es an nichts gefehlt hat. "Sicher wird es in einzelnen Momenten schwer sein, sich an alle Benimmregeln zu erinnern, aber ich möchte die Gepflogenheiten bestmöglich umsetzen", sagt sie im Vorfeld der Reise.
Ein Muss, das sie seit dem Vortreffen in der Ge­schäfts­stelle der dbb jugend nrw auf der Agenda stehen hat, ist eine Visitenkartenbestellung. Auch wenn dieses Utensil für die meisten Urlaubsreisen keinerlei Bedeutung hat, ist es für die China-Reise wichtig, weiß sie. Denn Visitenkarten seien der Händedruck der Chinesen. 100 Stück werden mit in ihrem Gepäck sein. "Ich hoffe, die rufen nachher nicht alle an", scherzt sie, obwohl sie sich viele intensive Kontakte wünscht. Die werden vor allem durch das offizielle Programm an­stehen und den Mitgliedern der Reisegruppe viele Einblicke in Alltag, Werte und Vorstellungen der Menschen dort geben.

Postkarten aus China - das muss sein

Susanne Aumann fliegt mit der dbbj nrw nach China
"Ich hoffe sehr auf einen Austausch mit denen, die uns begleiten." Gerne möchte sie erfahren, wie die Menschen in China leben und essen. Dabei werden sicher nicht nur die Speisen eine neue Erfahrung sein. "Dort stellt man wohl alles gleichzeitig auf den Tisch und jeder nimmt sich von dem, von dem er probieren möchte." Ganz anders also, als bei einem hier üblichen 3 Gänge-Menü.

Zwei Dinge sind schon jetzt im Vorfeld der Reise für Susanne sonnenklar: Sie will unbedingt Postkarten versenden. Wenn sie auf Reisen geht, dann wird sie nostalgisch. Postkarten seien so eine schöne Geste, sagt sie. Außerdem: Es muss ein Kühlschrankmagnet aus China zurück nach Deutschland. Denn das ist ein lieb gewonnenes Ritual. Am Kühlschrank hängen schon einige solcher Reisesouvenirs und lassen sie an schöne Reisen voller toller Erlebnisse zurückdenken. Welche Reisesouvenirs es ansonsten für sie wert sein werden, mit nach Deutschland gebracht zu werden, wird sich zeigen. Susanne wird es uns sicherlich nach der Reise verraten.