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Für die dbb jugend nrw beim Tag der Deutschen Einheit
03.11.2017  
Ein Land ist nur so facettenreich, wie seine Bürger es sind. Vor allem die, die sich ehrenamtlich einbringen. Am Tag der Deutschen Einheit ist es gute Tradition, sie in den Mittelpunkt zu stellen. In diesem Jahr war ein Mitglied der dbb jugend nrw mit unter den Ehrengästen.

Am Tag der Deutschen Einheit zeigt sich Deutschland mal selbstbewusst. Ein ungewohntes Gefühl, findet Matthäus Fandrejewski - wo man hier doch sonst den Nationalstolz dezent hinten anstellt. Doch nach der Wiedervereinigung Deutschlands hat man mit dem 3. Oktober einen Tag gefunden, an dem man selbst­bewusst das zelebriert, was das Land nach dem zweiten Weltkrieg politisch und kulturell hervorgebracht hat. Diesmal unter dem Motto "Zusammen sind wir Deutsch­land". Und das zudem mit Blick auf Europa. Denn als Teil dessen versteht man sich hier.

Matthäus Fandrejewski (ganz rechts) bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit
Kaum einer aus den Reihen der dbb jugend nrw weiß das besser als Matthäus Fandrejewski. Er nämlich nahm - vom Verband vorgeschlagen und von der Staatskanzlei NRW ausgewählt - in diesem Jahr als Ehrengast an den Feier­lich­keiten teil, die jährlich wechselnd in einem anderen Bundesland stattfinden. Diesmal in Rheinland-Pfalz, genau genommen: Mainz.

Als man noch mit Angst einreiste

Besondere Tage standen damit dem Vorsitzenden der gewerkschaftlichen Jugendorganisation CESI-Youth bevor. Zum Beispiel in dem Augenblick, in dem Ministerpräsidentin Malu Dreyer gemeinsam mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling die Feier eröffnete. Das war einer der Momente, in denen Matthäus die geschichtliche Tragweite der Widervereinigung noch viel deutlicher wurde, als jemals zuvor in seinem Leben. Malu Dreyer berichtete davon, wie sie - 1963 geboren - jährlich einmal nach Berlin fuhr. "Sie sagte, wie angstbehaftet die Einreise dort immer war", so Matthäus. Er selbst sei ein Jahr vor dem Mauerfall geboren, hat diesen aber nicht bewusst erlebt. Er kennt die Grenzen um Berlin herum nicht. Inzwischen sind selbst die innerhalb Europas beinahe unsichtbar geworden.

"Ich weiß nicht, ob viele junge Leute der jüngeren Generation überhaupt noch darüber nachdenken, was das für eine Freiheit ist. Wir kennen die Angst nicht, durch ein Gebiet fahren zu müssen, in dem wir uns nicht frei bewegen können", sagt er. Was einerseits eine Befreiung sei, sei andererseits beinahe wieder ein Problem. Hier und da tun sich Tendenzen der Abkehr von Europa auf. "Einige Menschen schätzen die Europäische Union vielleicht nicht, weil sie es gar nicht anders kennen", mutmaßt er.

Vielen ist heute die grenzenlose Freiheit nicht mehr bewusst

Fürs Fotoalbum: Selfie mit dem Bundespräsidenten
Sich keine Gedanken machen zu müssen, wie es gelingen könnte, in einem anderen Land zu leben, sich frei zwischen Grenzen bewegen zu können und sich ohne Einschränkung überall innerhalb der Euro­pä­ischen Union äußern zu können, sind Werte, die er schätzt. Er sei selbst als Kind als Migrant aus Polen in Deutschland angekommen, habe in Berlin studiert, arbeite in Brüssel und lebt nun in Paris.

Eben diesen Bezug stellte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier her, als er anlässlich der Feier­lich­kei­ten zum Tag der Deutschen Einheit sprach. Kern­aussage dabei: Nur mit der Europäischen Union können wir als Deutschland vorankommen. Interessiert hörte er im persönlichen Gespräch Matthäus' eigener Ge­schichte zu und freute sich nicht nur darüber, dass er mit Matthäus die Heimatstadt teilt. "Für jungen Menschen wie Sie ist Europa gemacht", so Steinmeier.

Ehrenamt, um etwas zurückzugeben
Er habe in Deutschland eine tolle Bildung bekommen und könne dafür nun durch seine ehrenamtliche Arbeit etwas zurückgeben, sagt Matthäus. NRW-Minister­präsi­dent Armin Laschet machte genau das in seinem Gespräch mit ihm deutlich. Ein so großes Land könne nur funktionieren, wenn möglichst viele sich einbringen und ehrenamtlich mittun. Wie vielfältig ehrenamtliches Engagement sein kann, zeigte sich in der zehnköpfigen Delegation aus NRW. Während Matthäus' Arbeit auf europäischer Ebene stattfindet, bringen sich viele direkt vor Ort ein und setzen dadurch regional und lokal viel in Bewegung.

Bei den vielen Veranstaltungen, sei es dem Festakt im Dom oder dem Abschlussfeuerwerk über dem Rhein, war für alle das Herz doppelt besetzt - deutsch und europäisch - als optisch im Nachthimmel die euro­pä­ischen Länder miteinander vereint wurden.

Matthäus im Gespräch mit
NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet