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Ärger im Tarifstreit: Darum wollen wir mehr
20.03.18  
Groll kocht hoch. Auch die zweite Verhandlungsrunde in der Tarifrunde für die Beschäftigten von Bund und Kommunen blieb ergebnislos. Demos und Warnstreiks im ganzen Land zeigen, was die Gewerkschaften davon halten. Moritz Pelzer, Vorsitzender der dbb jugend nrw, erklärt, warum höhere Einkommen und mehr Urlaub für die Auszubildenden ihre Berechtigung haben.

Erzieher, Beschäftige von Müllabfuhr, Straßenreinigung, Krankenhäusern und Bundespolizisten - sie alle gehören zu den 2,3 Millionen Menschen in Kommunen und Bund, für die seit Ende Februar unter anderem um höhere Löhne gerungen wird. Bislang ohne Ergebnis. Der Öffentliche Dienst drängt nun auf seine Art nach einer Einigung: mit Demos und Warnstreiks im ganzen Land.

Warum sind sechs Prozent eine berechtigte Forderung?

M. Pelzer: Sechs Prozent mehr gleichen die Inflationsrate aus. Unabhängig davon haben sich aber auch die Beschäf­tigten im Öffentlichen Dienst immer wieder als motiviert und leistungsstark erwiesen. Denken wir an die Flüchtlings­krise zurück. Die wäre ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Öffentlichen Dienst nicht zu bewältigen gewesen. Jetzt sollte für solch besondere Leistungen Wertschätzung gezeigt werden. Zudem haben wir haben eine starke Wirtschaftslage mit sprudelnden Steuerquellen und Mehreinnahmen. Das Geld wäre also da.

Für die Azubis sind 100 Euro mehr gefordert – warum ist das nötig?

M. Pelzer: Wir sind mit der Privatwirtschaft im Rennen um die schlausten Köpfe. Wir müssen den Öffentlichen Dienst attraktiv halten, um diesen einen Anreiz zu bieten. Darum ist eine Erhöhung der Ausbildungsgehälter sogar besonders wichtig.
Warum ist mehr Urlaub für die Auszubildenden eine begründbare Forderung?

M. Pelzer: Es ist absolut nicht nachvollziehbar, warum Auszubildende weniger Urlaub haben sollen als ausgelernte Arbeitnehmer. Sie arbeiten die gleiche Zeit! Zudem ist es nur konsequent, auch für die Auszu­bildenden weiterhin 30 Tage Urlaub zu fordern. Denn man hat den Azubis in einer der letzten Runden zwar statt 28 Tagen 29 Tage zugestanden. Die Forderung nach 30 Tagen aber ist immer noch nicht erfüllt. Wenn man in die Praxis schaut, sieht man zudem, dass viele in den Vorbereitungszeiten für Klausuren Erholungs­urlaub nehmen, um sich adäquat darauf vorbereiten zu können. Denn Sonderurlaub gibt es wenn überhaupt nur für die Abschlussklausuren.

Im Interview zur Einkommensrunde im Öffentlichen Dienst: Landesjugendleiter Moritz Pelzer