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Pfeifkonzert und ein Taschentuch für Herrn Böhle
11.04.2018  
Immer noch ergebnislos, immer noch ohne Angebot. Den Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes aus den Kommunen und vom Bund reicht es. Heute protestierten sie in Bonn gegen die Blockadehaltung der Arbeitgeber. Auch zahlreiche Mitglieder der dbb jugend nrw waren mit Transparenten und Trillerpfeifen auf der Straße.

Es herrscht Stillstand. Während die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes täglich gewissenhaft ihre Arbeit tun, stellen die Arbeitgeber auf Durchzug. Auch vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst liegt nicht einmal ein Angebot der Arbeitgeber vor.
dbb jugend nrw unterstützt mit viel Manpower

Mit Protesttransparenten und Trillerpfeifen bestückt machten darum am Mittwoch neben Rettungskräften, Erzieherinnen, Feuerwehr und Beschäftigte aus dem Pflegebereich und vielen anderen Bereichen des Öffentlichen Dienstes der Kommunen und des Bundes bei einer groß angelegten Streikaktion in Bonn Luft. Aus ganz NRW kamen rund 7000 Mitglieder der dbb jugend nrw angereist, um die Aktion vom Bonner Stiftsplatz ausgehend zu unterstützen.

Seit Februar liegen die Forderungen auf dem Tisch: Sechs Prozent mehr, mindestens aber 200 Euro mehr sowie eine Erhöhung für die Auszubildenden in Höhe von 100 Euro. Doch bislang wurde keine Einigung erzielt. "Viele empfinden es als das übliche Reden um den heißen Brei", so fasst Moritz Pelzer, Vorsitzender der dbb jugend nrw, die Stimmung unter den Beschäftigten zusammen. Die Kolleginnen und Kollegen bei Bund und Kommunen leisteten hervorragende Arbeit, doch die monetäre Anerkennung dafür bleibe aus.

Zahlreiche Mitglieder der dbb jugend nrw fuhren nach Bonn, um die Protestaktion zu unterstützen
7000 bei Abschlusskundgebung

Weiteres Ärgernis: Der Abstand zu den Gehältern in der freien Wirtschaft wird immer größer. Als Problem für die jungen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst bleibt vor allen Dingen die unsichere Situation nach der Ausbildung durch oft nur eine befristete Übernahme ein Problem.

Auf dem Bonner Marktplatz endete der Zug der Tausenden in Magenta mit einer Abschlusskundgebung. "Leider sind wir heute nicht hier, weil es gute Nachrichten aus Potsdam gibt. Erstrecht nicht für den Jugendbereich. Nein, wir sind hier, weil es keine Bewegung in Potsdam gibt", rief Karoline Hermann, Vorsitzende der dbb jugend, den Streikenden von der Bühne aus zu. Wer für den Öffentlichen Dienst guten Nachwuchs wolle, müsse auch attraktive Voraussetzungen dafür schaffen, betonte sie.
"Liebe Arbeitgeber, mit Jammern ist es nicht getan"

"Fürs Jammern habe ich Herrn Böhle am Montag vor dem Sitz der VKA in Berlin ein Taschentuch angeboten", so Karoline Hermann. Doch mit Jammern und dem Abtun der Forderungen als vollkommen überzogen, sei es nicht getan. Völlig überzogen sei es hingegen, wenn die Arbeitgeber erwarten, dass der Öffentliche Dienst trotz erheblichen Personalmangels und veralteter Arbeitsbedingungen immer klein beigebe. In Anbetracht 200.000 fehlender Stellen im Öffentlichen Dienst sei es zudem vollkommen überzogen anzunehmen, man werde noch genug Nachwuchs finden, ohne Anreize für junge Menschen zu schaffen.

Auch Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des dbb beamtenbund und tarifunion, und Andreas Hemsing, Landesvorsitzender der komba nrw und stellvertretender Vorsitzender der dbb Bundestarifkommission, ergriffen in ähnlichem Sinne das Wort.

Am 15./16. April findet in Potsdam die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern statt. Sollte dann immer noch kein Angebot vorgelegt werden, gehen auch die Streiks in die nächste Runde.