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Tarifstreit - Warum der Öffentliche Dienst für junge Leute weniger attraktiv ist
13.04.18  
Immer noch halten die Arbeitgeber die Forderungen der mehr als zwei Millionen Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes für unrealistisch und überzogen. Eine groß angelegte Streikwelle der Gewerkschaften fand ihren vorläufigen Höhepunkt in einer landesweiten Demo mit rund 7.000 Teilnehmern am 11. April in Bonn. Moritz Pelzer, Vorsitzender der dbb jugend nrw, macht noch einmal auf die Forderungen der Jugend aufmerksam.
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Streik und Demo am 11.4. in Bonn
Der Öffentliche Dienst ist nicht mehr die Insel der Glückseligkeit. Besonders die Diskussion um die sachgrundlose Befristung macht deutlich: Auch die Arbeitsplätze im Öffentlichen Dienst sind längst nicht mehr sicher. Auch hier gibt es viele befristete Arbeitsverträge, so dass der Bonus "geringere Bezahlung, dafür aber Sicherheit" nicht mehr zieht. Was das das genau bedeutet und warum der Öffentliche Dienst an Attraktivität für junge Menschen eingebüßt hat, haben den Vorsitzenden der dbb jugend nrw, Moritz Pelzer, gefragt.
Von den Gewerkschaften wird eine Übernahmezusage gefordert. In welchen Bereichen gibt es Probleme? Was bedeuten sie?

M. Pelzer: In fast allen Bereichen gibt es Probleme. Meist wird sachgrundlos nur für zwei Jahre übernommen. Wollen junge Menschen eine Wohnung mieten oder sich ein Auto auf Raten kaufen, macht sich ein befristeter Anstellungs­vertrag in der Tasche nicht gut. Zudem muss man einmal überlegen: Als Auszubildende waren die jungen Menschen drei ganze Jahre im Betrieb. Das sind drei Jahre, in denen der Arbeitgeber Zeit genug hat, einen Menschen zu erproben - da braucht es keine Befristungen mehr! Außerdem ist der Bedarf an Nachwuchs im Öffentlichen Dienst einfach da. Wir brauchen alleine aufgrund des demografischen Wandels junge Leute.

Für die Azubis geht es um eine Verbesserung der Regelung zur Kostenübernahme beim Besuch auswärtiger Berufs­schulen. Wo ist das Problem?
M. Pelzer: Neben der Ausbildung in den Verwaltungen und Betrieben besuchen die Auszubildenden Studien­institute und Berufsschulen. Die Fahrten dorthin müssen sie jedoch aus der eigenen Tasche - also von ihrem Ausbildungsgehalt - bezahlen.

Das Verrückte dabei ist: Jede Dienstfahrt eines fertig ausgebildeten Arbeitnehmers wird vom Dienstort aus bezahlt. Die Fahrt vom Dienstort zur Berufsschule oder Fachhochschule ist durchaus vergleichbar damit. Täglich kommen dadurch phasenweise zwischen 80 und 100 Kilometer zusammen. Allein ein Monatsticket für Azubis kostet für so eine Strecke rund 150 Euro. Hier müssen die Arbeitgeber nachbessern.

Im Interview zur Einkommensrunde im Öffentlichen Dienst: Landesjugendleiter Moritz Pelzer