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Attraktivität des Öffentlichen Dienstes
02.07.2018  
Wie kann man den Öffentlichen Dienst für junge Menschen attraktiver gestalten? Um diese Frage ging es bei einem Treffen von jungen Gewerkschaftsvertretern mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen am 22. Juni in Aachen.
Am 22.06.2018 haben sich Vertreter der Gewerk­schafts­jugend und des KAV NW in Aachen getroffen, um unter anderem die Fragestellung zu erörtern, welche Aspekte für jüngere Menschen von Bedeutung sind, um eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst aufzunehmen. Außerdem wurde diskutiert, wo aus Sicht jüngerer Beschäftigter Schwerpunkte in der Personal- und Tarif­politik gesetzt werden sollten. Hintergrund der Diskussion haben dabei u.a. die aktuellen Personal­bedarfe bei kommunalen Arbeitgebern gebildet, die sich aufgrund der demografischen Entwicklungen ergeben.

Im Rahmen der sehr intensiven, mehrstündigen Debatte wurde unter anderem angesprochen, dass heutzutage neben den reinen monetären Aspekten wie z.B. der Frage der Einstiegsentgelte, bei den jüngeren Be­schäftigten insbesondere auch Themen wie die Ver­einbarkeit von Familie und Beruf oder Lebens­arbeits­zeitkonten an Bedeutung gewinnen.

Auch Landesjugendleiter Moritz Pelzer (3.v.r.) nahm
an dem Gespräch mit Vertretern des KAV NW teil
Auch Sabbatical-Modelle, die jüngere Beschäftigte z.B. zur persönlichen Weiterbildung oder für im Beruf zwischen­gestaltete Lebensphasen zur privaten Persönlichkeitsentwicklung nutzen, würden stärker als früher von den Beschäftigten gewünscht. Generell würde insofern die Ermöglichung von "Freizeitphasen" während der beruflichen Entwicklung als "positiver asset" bewertet.

Ausgehend von der persönlichen Lebens- und Familienplanung von jüngeren weiblichen und männlichen Be­schäf­tigten wurden im Weiteren insbesondere Themen wie Führen in Teilzeit, etwaige Rückkehrrechte, Vermeidung von Einbußen in der Altersversorgung z.B. bei der Inanspruchnahme von Elternzeit oder auch Fortbildungsmaßnahmen für Teilzeitkräfte sowie der verstärkte Einsatz von online-Schulungen diskutiert.

Zu der Zukunftsthematik der Digitalisierung von Arbeitsprozessen wurde einerseits die sich zunehmend zeigende Notwendigkeit einer strategischen Herangehensweise bei den beschäftigungsbezogenen Fragestellungen, aber auch die verstärkte Notwendigkeit einer interkommunalen Zusammenarbeit intensiv erörtert. Angesichts der Digitalisierungs­prozesse, die in den einzelnen kommunalen Sparten durchaus differieren, wurde im Weiteren spartenübergreifend das Thema "IT in der Ausbildung" in den Fokus gerückt.

Nach einer weitergehenden Debatte zu zahlreichen weiteren Einzelfragen wurde am Ende des Gesprächs - unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Aus­gangs­blickwinkel aus Gewerkschaftssicht einerseits und Arbeitgebersicht andererseits - von allen Gesprächsteilnehmern festgestellt, dass eine zukunftsgerichtete Gestaltung flächen­tarif­vertraglicher Bedingungen dem Umstand Rechnung tragen muss, dass die Interessen jüngerer Beschäftigter ausreichend in den Blick genommen werden, insbesondere dann, wenn kommunale Arbeitgeber sich beim Werben um Nachwuchskräfte für den öffentlichen Dienst erfolgreich von anderen Branchen abheben wollen.