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Warum die Bundesjugendleiterin mit der dbb jugend nrw pilgert
20.09.2018  
Immer unter Strom, tausend Sachen zu erledigen - wie schön wäre Urlaub, um mal wieder runterzukommen. Die Bundes­jugend­leiterin der dbb jugend tauscht ihren Urlaub gegen eine Pilgertour mit der dbb jugend nrw nach Santiago de Compostela. Warum sie das macht, lest Ihr hier.
"Wenn ich sonst Urlaub mache, will ich etwas von der Welt sehen", sagt Karoline Herrmann, Bundes­jugend­leiterin der dbb jugend offen heraus. Diesmal wird es anders sein. Gemeinsam mit der dbb jugend nrw geht sie in ihren jobfreien Tagen auf Pilgerreise. - Auch für sie kein alltägliches Unternehmen. Doch diesmal hat sie sich bewusst gegen den normalen Relaxurlaub ent­schieden. Sie will sich stattdessen erden. Auf dem Weg über den Portugiesischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Nicht allein, sondern mit Mitgliedern der dbb jugend nrw.

Pilgern statt relaxen - so kam sie auf die Idee

Der Entschluss dazu fiel für Karoline schon kurz nach der Jahrestagung des dbb in Köln. Dort hatte Moritz Pelzer, Vorsitzender der dbb jugend nrw, vom Vorhaben des Verbandes berichtet. Bei Karoline sprang der Funke für dieses Erlebnis über. Sie ist voller Neugier auf den Portugiesischen Jakobsweg. Der ist zwar etwas weniger frequentiert als sein berühmter Bruder in Spanien, dafür aber auch für Wandereinsteiger geeignet.

So sieht er aus, der Jakobsweg in Portugal:
Wer bekommt da nicht gleich Lust loszulaufen?
Und dennoch ist sich Karoline sicher: "Das ist einmal eine andere Herausforderung." Alleine hätte sie das nicht gemacht. Doch in der Gruppe zu wandern, dabei auf vollkommen neue Art und Weise runter zu kommen und sich gedanklich zu sortieren zu können, macht sie neugierig auf die Erfahrung.
(c) by Tinett Kähler
dbbj-Chefin Karoline Herrmann tauscht ihren Urlaub gegen eine Pilgertour mit der dbb jugend nrw
Ganz einfach stellt sie sich das allerdings nicht vor. Schon der Gedanke daran, zehn Tage nur mit dem Nötigsten auskommen zu müssen, lässt sie etwas unruhig werden. "Jeder soll in seinem Rucksack mög­lichst nicht mehr mitnehmen als zehn Prozent des eigenen Körpergewichts. Das wird für mich eine sehr ungewohnte Situation, nur so wenig zu haben", sagt sie. Aber schließlich sei es Teil der Pilgertour, minimalistisch unterwegs zu sein.

Leichter Rucksack gegen vollen Kleiderschrank

In Anbetracht der zum sonst vollen Kleiderschrank dann dezimierten Tour steht schon jetzt fest, wer neben der menschlichen Unterstützung ihr bester Begleiter sein wird: "Rei in der Tube", scherzt sie und fügt hinzu: Ein hartes Los für jemanden, der immer meint, er habe zu wenig anzuziehen.

Bevor es aber los geht, vorbei an mittelalterlichen Brücken, mitten durch vom Weinanbau geprägte Land­striche, Maisfelder und alte portugiesische Dörfer, muss sie für das Wenige, das sie mitnimmt, tatsächlich erst noch einkaufen. Funktionswäsche fehle ihr noch. "Ich hab außerdem nicht mal Wanderschuhe", sagt die Bundesjugendleiterin. Ohne diese, so ist ihr klar, wird sie jedoch täglich 25 Kilometer Wegstrecke kaum schaffen.
"Wer sich für diese Tour entscheidet, ist offen für Menschen"

Ob sie nicht Sorge hat, in einer Gruppe lustiger Begleiterinnen und Begleiter gar nicht die innere Einkehr zu finden, die sie suche, fragen wir sie. Ihre Antwort: "Ich glaube, dass sich jeder in der Gruppe finden will. Wer sich für so eine Tour entscheidet, ist offen für diese Erfahrung und auch für Menschen." Beim Vorbereitungstreffen hat sie mitgenommen, dass es für jede Tagesstrecke einen Gedanken gibt, den man im Kopf durch den Tag mit sich tragen kann. Sicher könne man auch mal alleine laufen und dann wieder zusammen und über die eigenen Gedanken dazu reden, ist sie überzeugt.

Ihre größte Sorge: Der Gruppe zur Last zu werden, zum Beispiel weil sie Blasen an den Füßen quälen oder andere Dinge sie lahm legen. Doch zur gleichen Zeit ist sie sich sicher, gemeinsam mit den anderen am Ziel anzukommen. "Ich freue mich am meisten auf die Ankunft und die Urkunde", sagt Karoline. Ob diese Erfahrung so unvergesslich wird, wie sie hofft, wird sie uns nach der Tour erzählen.