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dbb jugend nrw führt Bildungskonferenz durch
20.03.2019  
Um aktuelle schulpolitische Fragen zu diskutieren, führte die dbb jugend nrw Mitte März ihre erste Bildungskonferenz durch. Zu den Teilnehmern gehörten interessierte junge Lehrkräfte sowie die Sprecherin für Schule der nordrhein-westfälischen FDP-Fraktion Franziska Müller-Rech.

In Arbeitsgruppen diskutieren die Lehrkräfte schulpolitische Fragestellungen
Junge Lehrkräfte aus vier verschiedenen Schulformen waren zur ersten Bildungskonferenz der dbb jugend nrw am 16. März nach Düsseldorf gekommen, um zu aktuellen schulpolitischen Fragen ins Gespräch zu kommen. Die Sprecherin für Schule der FDP-Frakion, Franziska Müller-Rech nahm sich über 90 Minuten Zeit, um den anwesenden Lehrkräften zuzuhören, Anregungen aufzunehmen und Fragen zu beantworten. Gut vorbereitet konnte sie viele Fragen zu den Themen Digitalisierung, Inklusion und Lehrergesundheit sowie Attraktivität des Lehrerberufs beantworten. Interessiert nahm sie Hinweise auf, wo gesetzliche Vorgaben nicht bei den Betroffenen ankommen und welche Maß­nahmen wirklich zu einer Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer führen würden.

60 Tablets für 1.600 Schüler
Die Probleme sind sehr vielfältig und nicht überall kommen die Vorgaben der Landesregierung an. Beim Thema Digitalisierung zeigte sich schnell wie unter­schiedlich die Problemlagen sind. An einer Schule gibt es zwar Tablets für eine ganze Klasse - aber kein WLAN. In einer Kommune sind die Anträge seit Jahren geschrieben, werden aber aus Personalmangel so schleppend bearbeitet, dass die Technik veraltet ist, bevor sie in den Schulen ankommt. An der nächsten Schule gibt es für 1.600 Schülerinnen und Schüler ganze 60 Tablets.

Auch bei der Inklusion gibt es weiterhin viele Baustellen: Es gibt insgesamt zu wenig Sonderpädagogen oder welche mit einer unpassenden Spezialisierung. Ein Sonderpädagoge mit einer Ausbildung für Hör­ge­schädig­te ist nicht der Richtige, um sehbehinderte Kinder angemessen zu fördern.

LJL-Mitglied Saskia Bläsius - selber Lehrerin an
einer Grundschule - leitete die Bildungskonferenz
Lehrerberuf nicht attraktiv genug

Die Überlastung der Lehrkräfte war ein besonders emotionales Thema. Die Attraktivität des Lehrerberufs steht in engem Zusammenhang mit dem Lehrermangel und der Lehrergesundheit. Durch fehlende Attraktivität gibt es nicht genug Fachkräfte, durch zu wenige Lehrerinnen und Lehrer müssen die Verbliebenen mehr arbeiten, was die Attraktivität weiter schmälert. Die Einstellung von Seiteneinsteigern führt nicht automatisch zur Entlastung, sondern erhöht erst einmal den Arbeitsaufwand für ausgebildete Lehrer, da diese die neuen Kollegen einarbeiten müssen. Und wenn gute Seiteneinsteiger gefunden wurden, müssen diese für eine Ausbildung zurück an die Uni gehen und können nicht berufsbegleitend die nötige Fachqualifikation erwerben. Auch die Ungleichbehandlung von Lehrern je nach Schulform empfanden die Anwesenden als ungerecht und attraktivitätsmindernd, denn die Anzahl der Unterrichts­stunden, die Höhe der Besoldung und die Beförderungsmöglichkeiten differieren von Schulform zu Schulform.

Die FDP-Schulsprecherin hatte ein offenes Ohr für all diese Problemlagen. Bei einigen Punkten bat sie um Konkre­ti­sierung per E-Mail, bei anderen versprach sie diese noch einmal zu überprüfen und mögliche Maßnahmen zu diskutieren. Sie bedankte sich für einen konstruktiven Austausch und lud die Anwesenden zu einer weiteren Gesprächsrunde in den Landtag ein.

Schulsprecherin der FDP-Fraktion Franziska
Müller-Rech nahm sich viel Zeit für den Austausch
Mit Ergebnissen der Konferenz wird weiter gearbeitet

In der zweiten Arbeitseinheit der Konferenz konnten sich die Teilnehmer am Nachmittag alle Schwierigkeiten und Probleme von der Seele schreiben. Angelehnt an die Methode des Worldcafés wurden zunächst die aktuellen Herausforderungen zu den Themen Inklusion, Digi­tali­sierung, Lehrergesundheit und Attraktivität des Lehrer­berufs notiert. Anschließend wurden Lösungsideen diskutiert. An manchen Schulen gibt es bereits Konzepte, die sich bewährt haben und mit Interessierten geteilt wurden. Bei anderen Herausforderungen müssen konkrete Forderungen an die Politik gestellt werden. Diese Anregungen nimmt die AG Bildung der dbb jugend nrw gerne mit, um an diesen Themen weiter zu arbeiten und konkrete Verbesserungsvorschläge an die Politik zu formulieren.