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Frühjahrs-LJA: dbb jugend nrw goes Europe
09.04.2019  
Rund 80 junge Ehrenamtler der dbb jugend nrw ließen beim inhaltlich hochkarätigen Frühjahrs-LJA den Tagungs­saal im niederländischen Kerkrade aus allen Nähten platzen. Neben den aktuellen Entwicklungen des Verbandes fand ein Austausch über Gewalt im Öffent­lichen Dienst statt - mit eigens angereisten Gästen europäischer Partnergewerkschaften. Auch eine Abgeordnete des europäischen Parlaments stellte sich den Fragen der Gewerkschaftsjugend.

Malerische Kulisse für die diesjährige Frühjahrs-Landesjugendausschuss-Tagung am 5./6. April bildete die Abtei Rolduc im niederländischen Kerkrade bei Aachen. Der Einladung in die deutsch-niederländisch-belgische Grenzregion folgten neben den Vertretern der nordrhein-westfälischen Kreis- und Fachgewerk­schafts­jugend­gruppen auch Repräsentanten befreundeter Landesjugenden aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Zum ersten Mal in seiner Geschichte tagte
der LJA der dbb jugend nrw im Ausland
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Die niederländische Gastfreundschaft in den alt-ehrwürdigen Klostermauern machte die europäische Verbundenheit spürbar. Beste Voraussetzungen für die inhaltsstarke Podiumsdiskussion zum Thema Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst: Vertreterinnen und Vertreter befreundeter Gewerkschaften aus den Niederlanden, der Ukraine und Österreich waren eigens angereist, um von den Herausforderungen und Erfolgen ihres gewerkschaftlichen Engagements gegen Gewalt am Arbeitsplatz zu berichten. Dabei wurde neben vielen länderübergreifenden Gemeinsamkeiten und Unterschieden auch das Potential sichtbar, von den positiven Entwicklungen anderer Länder zu lernen.
In der Ukraine etwa, so Tetiana Yasochko vom Partner­verband SEUU, genössen Staatsbedienstete nach wie vor hohen Respekt. Es gebe aber auch deutlich mehr Beamte, sodass diese durch ihre Arbeit leichter als Helfer wahrgenommen werden und sich dem­ent­sprechend leichter Respekt verschaffen könnten. Dem pflichtete Marina Nolle von der niederländischen cnv bei: Man habe beispielsweise im Pflegebereich eine starke Korrelation zwischen steigender Arbeitsbelastung und der Häufung von Gewalterfahrungen festgestellt. Dies verdeutlichte auch den offenkundig grenz­über­greifend bestehenden Zusammenhang zwischen der Dring­lich­keit, die Attraktivität des Öffent­lichen Dienstes zu steigern, und der Sicherheit der Beschäftigten. Für anerkennenden Applaus sorgte Nolle mit der Aussage, dass Gewaltdelikte gegen Staatsbedienstete in den Niederlanden innerhalb von nur zehn Tagen nach der Tat vor Gericht verhandelt würden.

Die Podiumsdiskussion zum Thema "Gewalt"
war mit internationalen Experten besetzt

Auch ein Mitglied des Europäischen Parlaments
- Sabine Verheyen - sprach auf der Tagung
Eindrücklich war der von Peter Traschkowitsch aus Wien vorgestellte Ansatz der österreichischen Transport- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, unter Fahrgästen öffent­licher Verkehrsmittel für Zivilcourage zu werben. Auch seien Angriffe gegen Staatsbedienstete in Österreich Offizialdelikte, die anders als in Deutschland vom Vorgesetzten zur Anzeige gebracht werden müssen und hoch bestraft werden.

Der anschließende Vortrag der Aachener Europa-Abgeordneten Sabine Verheyen (CDU) zur Bedeutung des europäischen Parlaments stärkte ebenfalls den Geist europäischer Verbundenheit. So beschwor sie die politische Verantwortung der jungen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler: „Geht wählen, seid europäisch und seid demokratisch!“ Die Wichtigkeit dieser Aufforderung dürfte sich den Mitgliedern der dbb jugend nrw vor den Eindrücken des Landesjugendausschusses nachhaltig eingeprägt haben.
Nach so intensiver inhaltlicher Arbeit ließen sich die jungen Ehrenamtlichen abends nicht zweimal zum Feiern bitten. In der stylischen Kulisse inmitten des Kerkrader GaiaZOOs zeigten sie den Pandas und anderen Tieren in den benachbarten Gehegen, wie man die Sau rauslässt: Angeheizt von DJ Antonio, der musikalisch keine Wünsche offen ließ, brachte die Partymeute nach einem leckeren Barbecue bis spät nachts die Tanzfläche zum Kochen.

Die Tagung der rund 80 jungen Gewerkschafter stand ganz im Zeichen von Europa