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Ein Vierteljahrhundert dbb jugend nrw
22.08.2019  
Sich an einen Arbeitgeber für ein halbes Leben binden? Das ist selten. Bei der dbb jugend nrw aber gibt es jemanden, der schon seit 25 Jahren von der Geschäftsstelle aus mit die Geschicke des Verbandes lenkt. Wer also könnte besser erzählen, welch beeindruckende, lustige und emotionale Momente die dbb-Jugend-Family bewegt haben?

Ob die Besetzung der Geschäftsstelle, inhaltliche Themen des Verbandes oder das Miteinander: Die dbb jugend nrw ist immer im Wandel. Genauso wie es auch ihre Mitglieder es sind. Kein Wunder also, dass sich in 25 Jahren eine Menge getan hat: Genau so lange hat Angelika Kanters ihren Arbeitsplatz bei der dbb jugend nrw. In diesem Jahr feiert sie nicht nur ihr Dienstjubiläum, sondern hat für uns mal scharf nachgedacht und erzählt, was sich alles in der Zeit getan hat:

15 Seiten Antrag für einen Windows-Rechner

Mails schreiben, Formulare ausdrucken, Anträge schreiben: Etwas anderes, als das mit dem PC zu tun, ist schwer vorstellbar. Dass dieses Zeitalter auch bei der dbb jugend nrw anbrechen sollte, geht auch auf die Initiative von Angelika Kanters zurück. Denn als sie im Januar 1994 ihre Arbeit in der Geschäftsstelle aufnahm, gab es so einiges noch nicht, was heute zur Grundausstattung in der Geschäftsstelle zählt. "Vor der Anschaffung des ersten windowsfähigen Rechners musste ich damals eine 15-seitige Stellungnahme schreiben", erzählt Angelika. Sie erinnert sich daneben an viele andere Veränderungen.

2001: Angelika gratuliert Roland Staude - heute Chef
des DBB NRW - zur Wahl in die LJL der dbbj nrw
Wer heute ein Foto sucht, kann das digital schnell finden. Die Situation vor 25 Jahren: "Fotoarchiv war ein wohlwollender Name für einen Haufen ungeordneter Fototüten", erinnert sich Angelika lächelnd. Eine andere Veränderung ist auch in vielen Verwaltungen sichtbar: Die Büros sind papierfreier geworden. Während vor einem Vierteljahrhundert ganze Schrankwände und Ordner-Rondelle unter der Last schwerer Ringordnern ächzten, "haben wir in der Geschäftsstelle heute vielleicht noch fünf Prozent der Ordner von früher", sagt Angelika.

Eine schwere Offset-Druckmaschine, an der damals unzählige Tischvorlagen für Landesjugendausschüsse, Rundschreiben oder Broschüren gedruckt wurden, ist elektronischen Newslettern und E-Mails gewichen.

Projekte, die berührten - aber anders
Und wie ist es mit dem, was die dbb jugend nrw inhaltlich ausmacht? Auch das hat sich verändert: "Früher lag der Schwerpunkt der Arbeit vor allem auf der politischen Bildung", sagt Angelika. Die dbb jugend nrw machte sich einen Namen mit einer "Werteinitiative", setzte sich kritisch mit Themen wie Antisemitismus, Rassismus und dem National­sozialismus auseinander und bot dazu viele Seminare an.

Große Aktionen wie zum 60. Jahrestag der Reichsprogramnacht zählen zu den Projekten, die sich auch emotional in der Erinnerung festgeheftet haben. "Die Jugendgruppen wurden damals zunächst inhaltlich auf das Thema vorbereitet und reisten dann in verschiedene Partnerstädte", sagt Angelika. Dort sprachen sie mit Überlebenden der Reichs­progrom­nacht. "Es waren sehr ergreifende Momente und berührende Gespräche", erinnert sich Angelika.

Friedenstiftend: Israelis und Palästinenser an einem Tisch

Tiefe und gehaltvolle Begegnungen gab es auch in einem Projekt, in dem palästinensische und israelische Jugendliche als Gäste der dbb jugend nrw nach Deutschland kamen. Hier wurde möglich, was in ihrem Heimatland undenkbar war: Sie setzten sich gemeinsam an einen Tisch, sprachen, lachten und feierten miteinander. "Dieses Projekt - 'Neue Brücken bauen' - wurde gemeinsam mit dem Jugendministerium aus der Taufe gehoben", sagt Angelika.

Was heute alle mitreißt
Heute sind an diese Stelle Aktionen wie die Kampagne "Gefahrenzone Öffentlicher Dienst" getreten. "Die hat die Mitglieder und Betroffene über die Grenzen der dbb jugend nrw hinaus eng zusammen gebracht. Da steckt Überzeugung und Leidenschaft drin", sagt Angelika. Was sie gut findet: Solche Projekte gebe auch den Mitarbeiter/innen in der Geschäftsstelle Identifikation.

Ein gedanklicher Rückblick auf die Arbeit der dbb jugend nrw rückt auch das Seminarangebot in den Fokus. Rhetorikseminare zählten beispielsweise zu den Dauer­brennern. Besonders die fünftägigen Schulungen, die die dbb jugend nrw anbot, wurden intensiv besucht. Gewerkschafter zu sein, sich über die Gewerkschaft fortzubilden und dafür Sonderurlaub zu bekommen - das war deutlich leichter.

Sich zu vernetzen funktioniert heute anders

2019: Seit einem Vierteljahrhundert ist Angelika
jetzt schon für die dbb jugend nrw tätig
"Im Vergleich dazu ist das Angebot der dbb jugend nrw heute mehr dadurch geprägt, das Miteinander, den Austausch und die Vernetzung unter den Mitgliedern zu fördern", stellt Angelika fest. Die Verbundenheit sei in einer Zeit starker Belastung im Job für die Mitglieder vielleicht wichtiger geworden.

"Wenn ich an Landesjugendausschüsse früher zurückdenke, kann ich mich erinnern, dass es dort streitbar und hoch politisch zuging und die Delegierten oft lange und hart über Beschlüsse diskutierten", sagt Angelika. Heute seien die Mitglieder anders ausgerichtet. "Das Miteinander ist freundlicher und liebenswürdiger geworden." Früher gab es aus Angelikas Sicht ein eher hierarchisch geprägtes Denken. "Heute sind wir alle das Team Magenta."