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Viel Wertschätzung und zahlreiche Gesprächsangebote aus der Politik
28.04.2021  
Inzwischen mehr als 82.000 Tote, sich ständig verändernde Rahmenbedingungen, Unsicherheit, aber auch Wut in der Bevölkerung - die Pandemie verlangt den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst viel ab. Wie die Politik diese Arbeit wahrnimmt, zeigte sich beim 20. Landesjugendtag der Deutschen Beamtenbund-Jugend NRW (dbb jugend nrw).

Vom NRW-Ministerpräsidenten über die Riege der Ministerinnen und Minister ist man sich einig: Mit "Öffentlicher Dienst: WIR regeln das!" - dem Slogan, unter dem der 20. Landesjugendtag am 23. April in Bergisch Gladbach stattfand - ist es auf den Punkt gebracht. In den vergangenen Monaten haben sich die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes in NRW richtig ins Zeug gelegt. Überstunden im Übermaß, flexibler Einsatz in anderen Arbeitsbereichen und die Übernahme zusätzlicher Aufgaben gehörten dazu.

Öffentlich Bedienstete als sicherer Pfeiler in der Pandemie
"Sie regeln in der Pandemie so vieles, was bis an die Grenzen der Belastbarkeit für viele geht", mit diesen Worten gab Armin Laschet, Ministerpräsident des Lan­des Nordrhein-Westfalen, nach Moritz Pelzer - zu diesem Zeitpunkt noch Vorsitzender des gewerkschaftlichen Jugenddachverbandes - mit seinem digitalen Grußwort den Auftakt zum Landesjugendtag. Die Bevölkerung könne sich voll auf den Öffentlichen Dienst verlassen, betonte auch Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes. Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung des Landes NRW, lenkte den Blick unter anderem auf die Einsatzbereitschaft und Kreativität, mit der die Lehre­rinnen und Lehrer sich dafür einsetzten, dass ihre Schüler trotz Corona Leistungs- und Lernziele erreichen könnten. "Das ist eben nicht alles selbstverständlich, sondern verdient großen Respekt und Anerkennung", sagte sie.

Ministerpräsident Armin Lascht sprach in einem digitalen Grußwort zu den Mitgliedern der dbbj nrw
"Von außen wird vor allem wahrgenommen, was nicht so gut läuft"

Susanne Aumann verteidigte in der Podiums-diskussion die Leistung des Öffentlichen Dienstes
Foto: (c) by Martin Christ / www.foto-christ.de
Davon, wie schwer es manchmal trotzdem sein kann, gegenüber Medien und Öffentlichkeit die Leistungen des Öffentlichen Dienstes angemessen darzustellen, berich­tete Susanne Aumann, neue Vorsitzende der dbb jugend nrw und leitende Mitarbeiterin im Ordnungsamt der Stadt Aachen in der späteren Podiumsdiskussion. Der gesamte Öffentliche Dienst stehe derzeit im Fokus der Medien, vor allem dann, wenn etwas nicht so schnell laufe wie erwartet - sei es bei der Impfstrategie oder dem Aufbau von Testzentren. "Das schafft ein Bild von einem langsamen, bürokratischen Öffentlichen Dienst", moniert Aumann. Angesichts der Tatsache, dass diese Leistung in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde - innerhalb von nur vier Wochen gingen Impf- und Testzentren an den Start - fehle ihr der positive Blick auf die Sache.

"Wir wollen nach dem Klatschen nicht die Klatsche"
Grundsätzlich betonten alle Politikerinnen und Politiker in ihren Grußworten, dass der Einsatz der Beschäftigten in den letzten Monaten nicht genug wertgeschätzt werden könne. "Klatschen aber ist nicht genug", retournierte dbb-Bundesjugendleiterin Karoline Hermann das Lob der Politiker. Um darauf hinzuweisen, dass dem auch Taten folgen müssten. Damit spielte sie auf die im Herbst anstehenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten von Ländern und Kommunen an. Bereits bei der letzten Gehaltsrunde für die Beschäftigten des Bundes sei es beinahe zur Klatsche gekommen.
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Dringend Handlungsbedarf sieht Roland Staude, Vorsitzender des DBB NRW, mit Blick auf 17.000 unbesetzte Stellen im Bereich der Landes­ver­waltung. "Der Öffentliche Dienst ist auf Kante genäht und nur eingeschränkt krisenfähig", machte er deutlich. Auch hätten sich die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten seit Beginn der Corona-Pandemie kaum verbessert. Die Zeit vor dem zweiten Lockdown sei nicht richtig genutzt worden. Nun sei man in der dritten Welle und es hapere immer noch an vielem. Dazu gehöre beispielsweise die Ausstattung mit ent­sprechender Hardware für die Arbeit im Homeoffice, aber auch die nötige rechtliche Absicherung in Sachen Gesundheits-, Arbeits- und Datenschutz.

Minister haben Thema Attraktivität im Blick

Mit Blick auf die Zukunft - so zeigte sich - wird noch einiges notwendig sein, um den Öffentlichen Dienst so auszustatten, dass er nicht nur in weiteren Krisen stabil steht, sondern auch attraktiv genug ist, um für junge Menschen als Arbeitgeber interessant zu sein. Nach Vorstellung von Dr. Joachim Stamp, stellvertretender Ministerpräsident des Landes NRW und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, sei es darum nötig, den Öffentlichen Dienst "so modern und attraktiv wie möglich zu machen". Das wolle er unter anderem durch mehr Mitbestimmung junger Menschen sowie eine beschleunigte Digitalisierung erreichen, betonte er in seinem Wort an die jungen Gewerkschafter.

Auch NRW-Justizminister Peter Biesenbach sieht es als notwenige Aufgabe, die Gewinnung von Nachwuchs auf der Zukunftsagenda fest zu verankern. "Die Justiz hat viele Merkmale, die nach allen vorliegenden Studien über die aktuellen Bewerbergenerationen einen großen Teil der dort vorhandenen Erwartungen an einen künftigen Arbeitgeber erfüllen", so der Minister wörtlich. Allerdings müsse man dies besser, selbstbewusster und zielgruppengerechter kommuni­zieren. Der richtige Weg sei eingeschlagen. In bewährter und konstruktiver Zusammenarbeit wolle er diesen mit der dbb jugend nrw fortsetzen.

Nach vier Jahren im Amt übergab Moritz Pelzer die Leitung der dbb jugend nrw an Susanne Aumann
Foto: (c) by Martin Christ / www.foto-christ.de
Dialog mit Politik wird weitergeführt

In Anbetracht der inhaltlichen Agenda, die die jungen Beschäftigten beim Landesjugendtag in der Arbeits­tagung anstießen, werden sich dazu zahlreiche Themen bieten. Darunter unter anderem die Sicherheit der Be­schäftigten, aber auch Schwerpunkte wie Attraktivität des Öffentlichen Dienstes, Nachwuchsgewinnung oder Digi­talisierung. "Wir sehen zahlreiche Schnittstellen, um auf die Gesprächsangebote der Ministerinnen und Minister zurückzukommen", ist sich die neue Landes­jugend­leiterin Susanne Aumann sicher.