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Was durch die Pandemie anders geworden ist
30.11.2021  
Um seit Beginn der Pandemie mit Distanz trotzdem für Bürgeranliegen da zu sein, sind im Öffentlichen Dienst Flexibilität und Kreativität gefragt. Denn mit den veränderten Bedingungen ist auch an den Arbeitsplätzen einiges anders ge­worden. Was, das berichtet Teresa Jedinat mit Blick auf die Landesfinanzverwaltung.

Die Pandemie hat viele Existenzen ins Wanken gebracht. Nur durch das Gewähren von Sofort-Hilfen konnte es für zahlreiche Betriebe und Unternehmen weitergehen. Neben Steuerberatern hat das vor allem eine Berufsgruppe voll und ganz gefordert: die Beschäftigten der Finanzbehörden. Was deren Arbeit zunächst erschwerte: Sie mussten - ähnlich wie auch die Beschäftigten anderer Bereiche des Öffentlichen Dienstes - von jetzt auf gleich ins Homeoffice. Trotzdem aber durfte darum die Bearbeitung von Stundungen, Fristverlängerungen und Herabsetzungsanträgen gerade jetzt nicht leiden.

Durch die pandemische Lage hat sich auch
im Öffentlichen Dienst einiges verändert
Vieles in kurzer Zeit gestemmt

"Ich bin schon mehr als ein Jahr im Homeoffice", berich­tet Finanzbeamtin Teresa Jedinat, stellvertretende Vor­sitzen­de der Deutschen Beamtenbund-Jugend NRW (dbb jugend nrw) bei einem ersten Gespräch im Früh­jahr 2021. Dass es so schnell einmal einen Vorschub geben würde im Thema Teleheimarbeit, hätte sich zu Beginn der Pandemie kaum jemand denken können. "Ich bin stolz auf meine Finanzverwaltung, weil ich mir nie hätte vorstellen können, was da innerhalb kürzester Zeit gestemmt wurde", sagt Teresa.

Ihr Blick zurück fällt überwiegend positiv aus. Zwar waren die Server am Rande ihrer Kapazität, weil mehr als die Hälfte der Beschäftigten mit einem Mal statt im Büro am Schreib- oder Küchentisch zu Hause saßen. "Aber das waren verständliche Erschwernisse zu Beginn", findet Jedinat.

Beschäftigte sind flexibel - Arbeitszeiten auch

In Summe sei seitdem die Arbeitszeit flexibler geworden - zeitweise im Homeoffice bis in die späten Abend­stun­den hinein. Programm-Updates, die zu Beginn nur von der Behörde aus möglich waren, waren schließlich auch extern von zu Hause aus machbar. "Auch das hat die Situation sehr vereinfacht", sagt Jedinat.
Trotz der allgemeinen Kontaktbegrenzungen habe es im möglichen Rahmen immer wieder verschiedene Aktionen mit Kollegen gegeben. "Wir sind ein sehr soziales Amt", sagt Jedinat. Das zeigte sich nicht nur im täglichen Newsletter des Amtsleiters, in dem aus Sicht der jungen Finanzbeamtin sehr belegschaftsnah und empathisch über arbeitsrechtliche Regelungen oder neue Regelungen der Oberfinanzdirektion informiert worden sei. Es gab beispielsweise auch Aktio­nen wie die 10.000-Schritte-Challenge, an der sich alle Beschäftigten beteiligen konnten und bei der es sogar Preise zu gewinnen gab.

Neuen Kollegen trotz Kontaktbeschränkungen den Einstieg erleichtern

Auch neue Kollegen und deren Einbindung in bestehende Teams seien im Auge behalten worden. "In einer pan­de­mischen Zeit ist es natürlich besonders schwierig, neue Kollegen einzuarbeiten und in bestehende Teams zu integrieren", sagt Jedinat. Die Lösung, die man sich in der Behörde einfallen ließ: Den neuen Kollegen wurden alten Hasen zugelost, in deren Hand es lag, beispielsweise die Mittagspause einmal zusammen zu verbringen. "Spazieren zu gehen war auch mit Abstand kein Problem", sagt Jedinat.

Rundum habe sich die Behördenleitung darum bemüht, die sozialen Kontakte im Rahmen der Möglichkeiten aufrecht zu erhalten. Weil die Weihnachtsfeier ausfiel, kamen Wichtel und verteilten Weihnachtsgeschenke. Auch die psychische Gesundheit der Beschäftigten sei im Fokus gewesen. Es gab Gesundheitsvorträge zum Thema Resilienz und Stress­mana­ge­ment.

In Summe sei man in ihrem Arbeitsbereich sehr flexibel und kreativ mit der bedrückenden und schwierigen Situation umgegangen, resümiert Jedinat. "Diese Stimmung haben wir auch versucht, an Bürger und Steuerberater, mit denen wir in Kontakt standen, weiterzugeben." Wichtige Kompetenzen, die in der vierten Welle schon bald wieder eine Rolle spielen könnten.