KI im Öffentlichen Dienst: „Wir brauchen Rahmenbedingungen!“
Das Telefon steht nicht still, das Mailpostfach läuft über – so viele Anträge, die noch gesichtet und vorsortiert werden müssen. In manchen Behörden sind hierfür digitale Assistenten im Einsatz, die häufig gestellte Bürgerfragen beantworten. Auch in der Datenanalyse kommt bisweilen KI zum Tragen und entlastet die Beschäftigten. Aber: Wer legt die Rahmenbedingungen für deren Einsatz fest? Wie können wir sicherstellen, dass diese Veränderungen nicht nur technologisch sinnvoll sind, sondern auch positiv und zukunftsorientiert für junge Beschäftigte wirken?
Digitalisierung tut Not, Deutschland hat etwas aufzuholen und der Öffentliche Dienst noch viel mehr. Eine Technologie prägt diese Entwicklung wie kaum eine andere: Künstliche Intelligenz (KI). Sie wird unser aller Arbeitsalltag in den kommenden Jahren verändern – und sie bietet immense Chancen, um die bestehenden Herausforderungen anzugehen. Höhere Arbeitsbelastung gehört dazu, eine immer schneller werdende Lebenswirklichkeit und der zunehmende Fachkräftemangel.
”Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI – das muss eigentlich der erste Schritt sein!
Nicole SchornVorsitzende dbb jugend nrw
„Es ist keine Frage, ob wir den Einsatz von KI im Öffentlichen Dienst brauchen oder wollen. Er ist nötig und sinnvoll. Allerdings brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen dafür und die Gewissheit, dass am Ende Menschen entscheiden“, sagt Nicole Schorn, Vorsitzende der Deutschen Beamtenbund Jugend Nordrhein-Westfalen (dbb jugend nrw). KI biete eine reale Chance für Vereinfachungen und Erleichterungen im Öffentlichen Dienst. Zugleich sei sie jedoch auch eine Herausforderung, die von den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst aktiv mitgestaltet werden müsse, sagt Schorn.
Jahresthema „KI entlastet – wir gestalten“
Aus diesem Grund hat sich die dbb jugend nrw für das Jahr 2026 das Thema Künstliche Intelligenz auf die Fahne geschrieben – und mit ihrem Jahresthema „KI entlastet – wir gestalten“ das Spannungsfeld beschrieben, in dem sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Öffentlichen Dienst bewegt.
Grundlegende Überlegungen und Forderungen hat die dbb jugend nrw in einem Positionspapier festgehalten. Darin skizziert der gewerkschaftliche Jugenddachverband die Marschroute zur Schaffung eines rechtssicheren Rahmens für die Arbeit mit KI im Öffentlichen Dienst. „Wir haben bereits damit begonnen, unsere Gedanken hierzu in die politische Diskussion einzubringen“, sagt Lara Hein, stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend nrw.
In dem Positionspapier geht es nicht nur um graue Theorie, sondern um ganz konkrete Punkte, die aus Sicht der dbb jugend nrw für junge Beamtinnen und Beamte, Tarifbeschäftigte und Auszubildende von entscheidender Bedeutung sind:
Wir bringen eure Stimmen in die Politik!
Das Positionspapier ist unser Sprachrohr in die Politik. Bei unserem Parlamentarischen Abend „Meet & Greet – Jugend trifft Politik“ haben wir es bereits in den politischen Austausch eingebracht. Dort sind wir hierzu mit Vertreterinnen und Vertretern der Landtagsfraktionen, mit Staatssekretären und Landtagsabgeordneten sowie mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Öffentlichen Dienst in den direkten Dialog getreten. Es war uns wichtig, von Beginn an als kompetenter Ansprechpartner wahrgenommen zu werden und unsere Perspektive als junge Generation im Öffentlichen Dienst einzubringen.
Wir sind davon überzeugt: Nur wenn wir uns aktiv einbringen und unsere Vorstellungen klar formulieren, können wir die Entwicklung von KI im Öffentlichen Dienst wegweisend mitgestalten. Wir wollen, dass KI zum Motor für einen modernen, bürgerfreundlichen und attraktiven Öffentlichen Dienst wird – und dass die jungen Beschäftigten dabei die Hauptrolle spielen. „Darum bleiben wir für euch dran und behalten das Thema als Jahresthema im Fokus“, verspricht Schorn.
Mehr dazu
Mehr dazu
