Nachgefragt bei Lara Hein
Mit 26 Jahren, einer guten Portion Kickbox-Spirit und viel Teamgeist mischt Lara Hein seit kurzem in der Landesjugendleitung der dbb jugend nrw mit. Hier verrät sie, was sie auf die Palme bringt und warum sie Gewerkschaft nicht nur wichtig, sondern auch richtig findet.
Steckbrief Lara Hein
Wie alt
26
Wohnort?
Wuppertal
Familienstand?
ledig
Gewerkschaftlich aktiv seit?
2021 habe ich in meinem Amt die Ortsjugendleitung übernommen.
Fachgewerkschaft?
DSTG
Bei der dbb jugend nrw aktiv seit?
Ich bin 2023 mit der dbb jugend nrw nach Auschwitz gefahren und habe da Nici kennengelernt. Nun bin ich zum ersten Mal auf einem Landesjugendtag gewesen und dort auch erstmals aktiv geworden.
Mit welchen Eigenschaften würdest du dich beschreiben?
Ich bin sehr extrovertiert und offen in jeder Hinsicht, engagiert, interessiert und ehrgeizig.
Warum bist du gewerkschaftlich aktiv geworden?
Weil ich es wichtig finde, gemeinsame und auch eigene Interessen über eine Gewerkschaft nach vorne zu bringen. Ich wollte nicht darauf warten, dass andere Dinge für mich regeln, sondern selber etwas dafür tun. Nicht nur sitzen und darüber meckern, was alles doof ist, sondern selbst etwas machen. Durch den gewerkschaftlichen Zusammenschluss sind wir mehr und je mehr wir sind, desto sichtbarer sind wir.
Hast du persönliche Vorbilder?
Grundsätzlich finde ich Menschen toll, die positiv in die Welt schauen. Ich selber bin manchmal erst etwas pessimistisch. Darum imponiert mir eine Haltung, die ausstrahlt, dass alles schon werden wird. Ich bewundere es, wenn Menschen das können und auf diese Weise leicht durchs Leben gehen.
Wann ist eine Gewerkschafterin eine gute Gewerkschafterin?
Wenn man das nötige Durchsetzungsvermögen mitbringt und bereit ist, für seine Meinung einzutreten und bei Gegenwind standhaft bleibt, statt schnell zurückzurudern. Ich finde es wichtig, auch offen zu bleiben für andere Meinungen, statt sich vorschnell auf eine Sichtweise zu versteifen. Wichtig ist auch, sich nicht einschüchtern zu lassen und dabei zwar bestimmt, aber freundlich zu bleiben.
Was bringt dich auf die Palme?
Wenn man sich über alles aufregt, aber niemals selber die Initiative ergreift. Was ich auch nicht mag ist, wenn Menschen erwarten, dass man ihnen alles abnimmt und sie selbst aber nichts tun. Nicht gut komme ich außerdem damit klar, wenn Leute wirklich alles negativ sehen und durch ihre Haltung verhindern, in den Austausch miteinander zu kommen.
Welchen Fehler entschuldigst du am ehesten?
Wenn jemand aus der Emotion heraus etwas sagt, was er gar nicht so meint. Oder auch: wenn jemand mit etwas falsch liegt, weil er es nicht besser wusste und dann zurückrudert.
Stört dich das schlechte Image von Gewerkschaftern bei Arbeitgebern?
In den meisten Fällen stört es mich nicht. Oft hört man natürlich, dass die eigenen Vorstellungen und Forderungen überzogen sind. Aber ich denke dann: Naja, am Ende sitzen wir aber ja an den Arbeitsplätzen und müssen unter diesen Bedingungen arbeiten. Wir brauchen Forderungen, um nach vorne zu kommen.
In der Öffentlichkeit finde ich das mit dem schlechten Image manchmal schwieriger. Da überlege ich schon mal, ob ich sage, wo ich arbeite. Ich würde mir wünschen, dass der Öffentliche Dienst positiver wahrgenommen würde.
Deine Stärken?
Empathie und in einigen Situationen verschiedene Sichtweisen berücksichtigen zu können.
Deine Schwächen?
Ich kann schnell ungeduldig werden, wenn etwas nicht so klappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Es wird mit den Jahren besser. 😀
Dein bislang größter Erfolg?
Die Wahl in die Landesjugendleitung der dbb jugend nrw.
Dein bislang größter Flop?
Beruflich fällt mir nichts ein. Privat war es definitiv der Kauf eines Opel Agilas, den ich 2 Tage später mit einem Minusgeschäft zurückgegeben habe.
Was machst du gerne in deiner Freizeit – außer ehrenamtlich arbeiten natürlich?
Ich gehe gerne raus ins Fußballstadion: auf Schalke. Soziale Kontakte sind mir auch wichtig – also meine Freunde – und Kickboxen mache ich.
Ohne was kommt eine Gewerkschafterin nicht aus?
Ohne ein gutes Team, mit dem man sich austauscht und was einem rückmeldet, was man besser machen kann, kommt man gewerkschaftlich sicher nicht aus. Aber auch sicher mit dem Anspruch an sich selbst, dass man Kritik gut annehmen kann.
Was soll dir mal nachgesagt werden?
Dass ich immer engagiert dabei war und man super mit mir im Team arbeiten konnte. Dass ich mich konstruktiv eingebracht habe und ich hoffentlich für viele Menschen eine Menge erreicht habe.
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