Nachgefragt bei Tom Effertz
Die Landesjugendleitung hat ein neues Gesicht: Tom Effertz ergänzt das NRW-Team als stellvertretender Vorsitzender. Hier spricht er über die Motivation zu seinem gewerkschaftlichen Engagement, darüber, warum Arnold Schwarzenegger mehr als ein Actionheld für ihn ist, und auch über seine Vorbilder.
Steckbrief Tom Effertz
Wie alt
25 Jahre
Wohnort?
Wesseling
Als was arbeitest du?
Kontrollbeamter Flughafen
Gewerkschaftlich aktiv seit?
Ich bin 2018 in die Gewerkschaft eingetreten und 2022 aktiv geworden.
Fachgewerkschaft?
Jugend im BDZ NRW
Bei der dbb jugend nrw aktiv seit?
Im Frühjahr 2025 war ich zum ersten Mal beim Landesjugendtag und habe in diesem Jahr auch an der Alpenexkursion teilgenommen und so viele besser kennengelernt.
Mit welchen Eigenschaften würdest du dich beschreiben?
Ich würde sagen, ich bin offen, kommunikativ und kontaktfreudig – und manchmal auch etwas stur.
Wenn du eine berühmte Persönlichkeit der Vergangenheit oder Gegenwart treffen könntest, wen würdest du wählen?
Ich habe die Biografie von Arnold Schwarzenegger gelesen und fand sie unglaublich spannend. Seine „Ich-kann-alles-schaffen“-Mentalität und die Tatsache, dass er in so vielen unterschiedlichen Bereichen erfolgreich war, beeindrucken mich sehr. Mit ihm würde ich gerne einmal essen gehen.
Was bringt dich auf die Palme?
Ganz klar: fehlende Kommunikation. In meinem Job im Kontrollbereich am Flughafen kann das schnell zur Gefahr für Leib und Leben werden. Aber auch in anderen Bereichen habe ich erlebt, wie sehr es das Teamgefüge stört, wenn nicht miteinander gesprochen wird und wichtige Informationen nicht geteilt werden. Herablassendes Verhalten – im Dienst, in Vereinen oder in der Verbandsarbeit – kann ich ebenfalls überhaupt nicht ausstehen. Allerdings braucht es eine ganze Weile, bis ich wirklich auf die Palme gehe. Meine Toleranzschwelle ist hoch.
In welchem Verein bist du Mitglied?
Ich bin im Junggesellenverein, einem traditionellen Verein, der sich für das Bewahren von Bräuchen einsetzt und Feste organisiert.
Für was würdest du mitten in der Nacht aufstehen?
Ganz eindeutig: für Freunde und Familie. Das ist eine tiefe innere Haltung – und es ist auch tatsächlich schon vorgekommen.
Was sind deine Stärken?
Meine Offenheit und meine Kommunikationsfreude. Ich komme problemlos auch mit fremden Menschen direkt ins Gespräch. Und wenn ich etwas wirklich will, kann ich sehr diszipliniert sein – ganz nach dem Schwarzenegger-Motto: „Ich kann alles schaffen.“
Deine Schwächen?
Man bringt mich nicht schnell aus der Ruhe, aber ich kann durchaus stur sein. Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, reagiere ich manchmal ein wenig eingeschnappt. Und Pünktlichkeit ist definitiv nicht meine größte Stärke. Meine Freunde nennen mir deshalb Treffen immer eine halbe Stunde früher – und kommen dann selbst eine halbe Stunde später. So passt es dann. 😉
Was ist dein bislang größter Erfolg?
Ich habe gar nicht den einen größten Erfolg im Kopf. Es sind viele kleine Dinge. Grundsätzlich aber ist es so, dass ich trotz zahlreicher Herausforderungen stets meine positive Einstellung bewahrt habe und konsequent optimistisch nach vorne blicke. Ich zähle zu meinen Erfolgen, dass ich die Ausbildung beim Zoll erfolgreich abgeschlossen habe und sowohl meine Belastbarkeit als auch Disziplin und Zielstrebigkeit unter Beweis gestellt habe.
Dein bislang größter Flop?
Zu meinen größten Flops zählt das zu späte Erscheinen bei meiner eigenen Abschlussfeier. Leider passiert mir das auch bei den ein oder anderen Treffen privat. Das hatte auch schon zur Folge, dass ich coole Aktivitäten nicht mitmachen konnte, weil keiner mehr da war.
Warum bist du gewerkschaftlich engagiert?
Mich treibt das Gefühl an, Teil von etwas Größerem zu sein, das Sinn stiftet. Ich helfe gerne. Durch meine Arbeit in der Gewerkschaft kann ich dazu beitragen, Dinge zu verändern – nicht nur für mich, sondern für viele. Man spürt Veränderungen nicht immer sofort, manchmal braucht es Geduld. Aber Gewerkschaftsarbeit hat einen echten Mehrwert.
Wann ist ein Gewerkschafter ein guter Gewerkschafter?
Wenn er nahbar ist, nah an den Beschäftigten und Mitgliedern. Wenn man zu ihm gehen kann. Ein guter Gewerkschafter hat Rückgrat und macht den Mund an den richtigen Stellen auf. Hilfreich ist auch, wenn man auf verschiedenen Ebenen kommunizieren kann – egal, ob man gerade mit Kolleginnen, Vorgesetzten oder Politikerinnen spricht.
Hast du Vorbilder?
Viele! Vor allem meine Mutter: Sie hat es als Alleinerziehende – mit Unterstützung meiner Oma – geschafft, den kleinen, nervenden Tom großzuziehen. Vielleicht kommt auch daher meine Einstellung: Wenn du willst, kannst du alles schaffen. Viele meiner Onkel sind ebenfalls Vorbilder. Sie haben mir viel beigebracht – Dinge, die man als Junge können sollte: Reifen wechseln, andere beschützen und vieles mehr.
Beruflich orientiere ich mich an Menschen, die mir gezeigt haben, wie man Arbeit und Privatleben gut in Einklang bringt und eine gesunde Work-Life-Balance lebt.
Wenn du drei Wünsche frei hättest…
Mein erster Wunsch wäre für meine Mutter: Ich würde ihr Sorglosigkeit schenken – nicht finanziell gemeint, sondern echte innere Freiheit.
Mein zweiter Wunsch wäre, meine Oma zurückzubekommen. Den dritten Wunsch würde ich opfern, um mir weitere Wünsche wünschen zu können – um noch mehr bewirken zu können.
Was soll dir mal nachgesagt werden?
Ich fände es schön, wenn man einmal sagt: Er hat sich wirklich um die Anliegen der Menschen bemüht, für die er Verantwortung übernommen hat – im positiven Sinne von „bemüht“. Und ich fände es großartig, wenn sich Menschen mit einem warmen Lächeln an mich erinnern und denken: „Er hat mir wirklich geholfen. Er hat etwas Gutes bewirkt.“
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