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Viel Inhalt und ebenso viel Politprominenz zum 20. Landesjugendtag

Verbandsleben
16. April 2021

Stell dir vor, die dbb jugend nrw ruft ihre Mitglieder zu einem Jubiläum zusammen und keiner kommt. Tatsächlich macht die Pandemie dem gewerkschaftlichen Jugenddachverband einen Strich durch die Rechnung: Mit großer Party kann der Verband den 20. Landesjugendtag nicht feiern. Dennoch sind viele mit dabei – nur halt virtuell. Was sie genau erwartet:

Wenn der Landesjugendtag (LJT) zusammenkommt, steht Großes an, denn er ist das wichtigste Entscheidungs­gremium der Deutschen Beamtenbund-Jugend Nordrhein-Westfalen (dbb jugend nrw). Alle vier Jahre werden hier die Weichen für die weitere inhaltliche Arbeit des Verbandes gestellt. In diesem Jahr tun das die Mitglieder zum 20. Mal seit der Gründung des Verbandes. Darum ist der 23. April 2021 ein besonderes Datum. Viele der Mitglieder werden dabei sein – wenn auch anders.

„Mit unseren Mitgliedern können wir Krisen überstehen“

„Die Pandemie zwingt uns dazu, den Landesjugendtag virtuell zu veranstalten“, sagt Moritz Pelzer, Vorsitzender des Verbandes. Was ihn jedoch riesig freut: Obwohl der verbindende persönliche Kontakt vor Ort nicht stattfinden kann, werden dennoch rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer virtuell dabei sein. Pelzer nimmt das als bestärkendes Zeichen: „Mit unseren Mitgliedern können wir auch Krisen überstehen“, sagt er.

Das, so betont Pelzer, zeige sich nicht nur in der Verbandsarbeit, sondern ebenso im beruflichen Feld. „In der Pandemie ist der Öffentliche Dienst in besonderer Weise gefragt und hat bislang gezeigt, wie verlässlich und flexibel er funktioniert“, sagt Pelzer. Dies sei nur durch die weit über das normale Maß hinausgehende Einsatzbereitschaft der Beschäftigten möglich.

Die amtierende LJL mit ihren koopierten Mitgliedern Saskia Bläsius und Judith Butschkau

Innenminister Reul live zum LJT zugeschaltet.

Auf dem Landesjugendtag soll es genau darum gehen. Live zugeschaltet wird Herbert Reul, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, der mit einem Impulsvortrag den inhaltlichen Aufschlag dieses Tages machen wird. „Wir freuen uns besonders über diese Form der Wertschätzung unserer Arbeit“, betont Moritz Pelzer. In der vergangenen Amtszeit habe der gesamte Vorstand den guten Kontakt zur Politik fortgeführt und intensiviert. „Wir sind stets auf Augenhöhe angesprochen worden und hatten so die Möglichkeit, der Politik gegenüber auch aufzuzeigen, wo Dinge im Argen liegen“, so der Vorsitzende.

Dass der engagierte gewerkschaftliche Dachverband ein verlässlicher Partner ist, beweist auch Christoph Dammermann, Staatssekretär des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie mit seinem Interesse, neben Reul einen Impulsauftakt zu geben. Dammermann wird live im Kardinal Schulte Hause in Bergisch Gladbach sprechen, von wo aus fleißige Helfer dafür sorgen, dass die Veranstaltung der dbb jugend nrw auf die heimischen Rechner gestreamt wird.

Politik, Medizin und Basis gehen ins Wortgefecht

„Der Öffentliche Dienst in Zeiten von Corona“ lautet das Motto der Podiumsdiskussion, die ebenfalls im Kardinal Schule Haus stattfindet, und in der das Thema von verschiedenen Seiten her beleuchtet wird. Politiker wie der Parlamentarische Geschäftsführer und Sprecher für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Kommunalpolitik der Grünen-Landtagsfraktion, Mehrdad Mostofizadeh und der Präsident der Hochschule für Polizei und öffentliche Ver­waltung NRW, Martin Bornträge, werden ebenso dabei sein wie Sven Steffes-Holländer, Chefarzt der Heiligen­feld-Klinik in Berlin und Susanne Aumann, Mitglied der dbb jugend nrw und tätig für das Ordnungsamt Aachen. Dort ist sie Mitglied des Corona-Krisenstabes. Mit einem digitalen Statement zugeschaltet wird außerdem der FDP-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Frak­tions­vor­sitzende Ralf Witzel. Ergänzt wird die Runde schließlich von den Vorstandsmitgliedern der dbb jugend nrw Judith Butschkau und Teresa Jedinat. Beide sind in der Finanzverwaltung beschäftigt.

Es wird spannend werden, exemplarisch zu hören, mit welchen Situationen die Beschäftigten im Ordnungsamt und in der Finanzverwaltung in der Coronakrise zurechtkommen müssen.

Moritz PelzerVorsitzender der dbb jugend nrw

Die Krise meistern – ein harter Job

„Es wird spannend werden, exemplarisch zu hören, mit welchen Situationen die Beschäftigten im Ordnungsamt und in der Finanzverwaltung in der Coronakrise zurechtkommen müssen“, sagt Pelzer. Denn oft geht es ans Eingemachte, wenn sich beispielsweise Ordnungsamtsmitarbeiter bei Kontrollen in Innenstädten beschimpfen oder gar angreifen lassen zu müssen. Trotz allem tun Beschäftigte des Ordnungsamtes täglich zuverlässig ihre Arbeit – getrieben vom Willen, die Krise zum Wohl der Gesellschaft zu meistern.

Zu welchen Belastungen das führt, welche Risiken das für die Gesundheit der Beschäftigten mit sich bringen kann und auch welche Probleme es in der flexiblen Arbeit vor Ort gibt, darüber werden die Experten berichten und sicherlich auch kontrovers diskutieren.

Was in der Zukunft inhaltlich zum Thema werden könnte

Nach diesem Auftakt werden die Mitglieder in ihrer digitalen Arbeitstagung die Weichen für die politische Marschroute der dbb jugend nrw der nächsten Jahre festlegen. In Summe werden die mehr als 60 Delegierten dort ihr Votum für rund 40 Anträge und Entschließungen abgeben, die sich mit jugendpolitischen Themen beschäftigten wie die Zunahme der Jugendarbeitslosigkeit in Zeiten von Corona sowie Maßnahmen dagegen, aber auch mit gewerkschaftlichen Inhalten wie „Sicherheit der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst“ oder „Digitalisierung“.

Für Moritz Pelzer wird das der letzte Auftritt als Vorsitzender der dbb jugend nrw sein. Nach vier erfolgreichen Jahren an der Spitze des Verbandes wird er neben einigen weiteren Vorstandsmitgliedern nicht wieder zur Wahl stehen. Gespannt darf man also auch darauf sein, wer an seiner Stelle den Vorsitz übernimmt und die Tagung am Abend schließen wird.

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